„Vielleicht werden wir dümmer“

Toby Walsh gehört zu den bekanntesten KI-Forschern der Welt. Der britisch-australische Informatiker fordert klare Regeln für Künstliche Intelligenz. Seine größte Sorge ist dabei nicht eine übermächtige KI, sondern wie viel Macht Menschen ihr überlassen.

Gleichzeitig gibt es sehr dystopische Szenarien: Maschinen werden intelligenter als wir, Menschen verlieren die Kontrolle. Für wie real halten Sie diese Gefahr?

Ich vermute, dass die Dinge, vor denen wir uns fürchten sollten, viel subtiler sind, als Science-Fiction uns vermittelt. Es geht nicht darum, dass Maschinen die Kontrolle übernehmen. Es geht darum, dass Menschen ihre eigene Handlungsfähigkeit abgeben. Vielleicht werden wir feststellen, dass nicht die Maschinen schlauer geworden sind als wir, sondern dass wir dümmer geworden sind, weil wir aufgehört haben, selbst zu denken, weil wir zu viel an Maschinen abgegeben haben. Ich vermute, dass die Dinge, über die wir uns Sorgen machen sollten, viel subtiler sind und dass am Ende der Mensch das eigentliche Problem ist.

HAZ am Sonntag
Ukrainische Flagge

Videoandacht 366 am 23.8.2026 · 12. Sonntag nach Trinitatis · Friesenkapelle, Sylt

Videoandacht 366 am 23.8.2026 · 12. Sonntag nach Trinitatis · Friesenkapelle, Sylt

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Videoandacht 366 am 23.8.2026 · 12. Sonntag nach Trinitatis · Friesenkapelle, Sylt
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Hätte Thomas Mann KI gemocht, Hanns Zischler?

 Der Begriff einer ‚biodeutschen‘ Identität ist eine Unverschämtheit.

Im Kinoereignis „Vaterland“ spielt Hanns Zischler den Literaturnobelpreisträger Thomas Mann. Mit Matthias Halbig spricht der Schauspieler über Manns Ringen um Heimat, über Wahrheit und Wahrhaftigkeit im Film und KI in der Kunst.

Der Film passt thematisch gut in eine Zeit, in der, was man nach der Erfahrung der NS-Zeit nie mehr für möglich gehalten hätte, die in Teilen gesichert rechtsextremistische Partei AfD im September in zwei Bundesländern – schwerpunktmäßig über das Thema Migration – als Wahlsieger hervorgehen könnte.

Für mich gilt: Deutschland ist ein Einwanderungsland, ohne Wenn und Aber. Und wir müssen uns alle auf Einwanderung einlassen. Der Begriff einer „biodeutschen“ Identität ist eine Unverschämtheit, so wie „Rasse“ ein Begriff aus der Pferdezucht ist. Die Einwandernden sind eine Hilfe für uns. Und das zu leugnen, ist unglaublich.

Würde ganz Deutschland rechts regiert – mit den entsprechenden Veränderungen einer deutschtümelnden Kulturpolitik – was würden Sie tun?

Natürlich bliebe ich im Land – und machte meinen Mund auf.

HAZ, this weekend
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Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt

»Bauhaus-Manifest« – Institutionen erinnern an Anfeindungen durch das Naziregime

Die AfD bringt sich gegen das Bauhaus in Stellung. Kulturschaffende verteidigen die Kunstschule jetzt in einem Papier. Und stellen sich gegen die Partei, ohne sie überhaupt zu erwähnen.

Die Autonomie künstlerischer Leistungen und Institutionen gehört zu den Grundbedingungen einer lebendigen Demokratie«, heißt es in dem Schreiben. »Stärken wir daher Theater, Museen, Bibliotheken, Konzerthäuser und andere Kulturorte als Räume des Perspektivwechsels, des Widerspruchs und des demokratischen Dialogs. Sichern wir ihre Eigenständigkeit und Unabhängigkeit gegenüber parteipolitischen Interessen und Einflussnahmen.«

SPON

Bauhaus-Manifest 2026
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Hospiz kündigt AfD-Kandidatin

Mission Lebenshaus in Jever sieht Verstoß gegen kirchliche Grundwerte – jetzt geht es wohl vor Gericht

Eine Kandidatur für die AfD ist nach Auffassung der Hospizgesellschaft Mission Lebenshaus, Trägerin des Friedel-Orth-Hospizes in Jever (Landkreis Friesland), nicht mit den Grundwerten der Diakonie vereinbar. Für Martina Müller hat das nun arbeitsrechtliche Konsequenzen: Weil sie an ihren Kandidaturen für den Kreistag Friesland und den Gemeinderat Wangerland für die AfD festhält, kündigte die Mission Lebenshaus ihr am 17. August außerordentlich und fristlos.

„Nach unserer Auffassung steht die aktive Kandidatur für eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Organisation in einem schwerwiegenden Spannungsverhältnis zu den Grundwerten und dem Auftrag von Kirche und Diakonie“, sagte der Sprecher. Zu den Grundwerten gehörten demnach die unantastbare Würde des Menschen, Respekt und „die besondere Verantwortung für Menschen in vulnerablen Lebenslagen“.

HAZ, today

Die Frau hat Glück, weil wir in einer gefestigten Demokratie leben. Früher wären da Begriffe wie Inquisition und Exorzismus im Eaum gewesen.
Ukrainische Flagge

Eine verhängnisvolle Spende

Dennis Radtke, Chef des
CDU-Arbeitnehmerflügels: Wer als
Christdemokrat zur Wahl der AfD aufruft und auch noch Geld spendet, kann nicht länger Mitglied unserer Partei bleiben.

Mitten im Wahlkampf: Ein CDU-Bürgermeister in Sachsen-Anhalt unterstützt offensiv die AfD

Die Partei, die in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft wird, träumt von einer Alleinregierung. Und in seinem Kampf dagegen hat Schulze es nun nicht mehr nur mit Angriffen des politischen Gegners zu tun, sondern mit gezielter Sabotage aus den eigenen Reihen.

Ein CDU-Kommunalpolitiker aus der Altmark torpediert den Wahlkampf seines Parteikollegen Schulze offen mit einer Aktion, die ihresgleichen sucht: mit einer 10.000-Euro-Wahlkampfspende an die AfD und einem öffentlichen Wahlaufruf für die rechte Partei.

Der Mann heißt Bernd Prange.

HAZ, tomorrow

Der Mann hat Glück, früher in totalitären deutschen Zeiten lebte er nicht mehr, wen diese Zeitung morgen sehr früh den Abonnenten zugänglich gemacht wird. Glücklicherweise leben wir in einer gefestigten Demokratie – auch in seiner Gegend, wo die Diktatur noch nicht so lange vorbei ist.
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AfD wirbt mit Kirchen: Mehrere Gemeinden in Niedersachsen distanzieren sich

Hannover.
Mehrere Kirchengemeinden in Niedersachsen haben sich von einer AfD-Werbung für die Kommunalwahlen mit Kirchengebäuden distanziert. „Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die politische Einstellung der ‚Alternative für Deutschland‘ und der christliche Glaube für uns nicht miteinander vereinbar sind“, heißt es zum Beispiel auf der Homepage des evangelischen Kirchenkreises Bramsche bei Osnabrück. Dort sei aufgefallen, dass auf Wahlplakaten der AfD Kirchengebäude aus dem Kirchenkreis und dem Nachbarkirchenkreis abgebildet waren, erläuterte Kirchenkreissprecher Kai Rolf dem Evangelischen Pressedienst (epd).

„Entgegen der behördlichen Einstufung als rechtsextremistisch versucht sich die AfD vor Ort als ganz normale Partei darzustellen“, erläuterte Hensel. „Bilder von AfD-Kandidaten vor Kirchen und historischen Dorfgebäuden sollen vermitteln, dass die Partei und ihr Personal zum Leben vor Ort dazugehören und dort verwurzelt sind.“ Ohne die Kirche politisch offensiv anzugreifen, wie es etwa im Wahlkampf der AfD Sachsen-Anhalt zu beobachten sei, würden Kirchenvertreter mit diesen Plakaten überdies zu einer öffentlichen Distanzierung gedrängt. Damit verschafften sie der Partei ungewollt zusätzliche Aufmerksamkeit.

HAZ, today
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We are Family

Straftaten und Extremismus, Filz und Vetternwirtschaft, interner Streit und offene Heuchelei: Auch ihre Anhänger wissen, dass es die AfD längst wilder treibt als die „Altparteien“. Warum schadet das der Partei nicht?

Die AfD hat sich im Bund und in den Ländern fast alles geleistet, was sie den „Altparteien“ und ihren anderen Feindbildern vorwirft – nur in vielfacher Potenz. Allein in den vergangenen Tagen wurde gegen einen AfD-Bundestagsabgeordneten ein Haftbefehl erlassen, weil er Prozesskosten nicht bezahlt hatte. In der Vorwoche soll der AfD-Europaabgeordnete Arno Bausemer Jugendliche verfolgt und sie mit einem Baseballschläger verprügelt haben. Einen Tag später wurde er bei einer Verkehrskontrolle angehalten – Verdacht: Alkohol am Steuer.

Die AfD hat sich eine Stammwählerschaft aufgebaut, für die die anderen Parteien keine echte Alternative mehr sind. Der Hallenser Politikwissenschaftler Marcel Lewandowsky beschreibt den Mechanismus so: AfD-Wähler misstrauen der Politik insgesamt. Vorwürfe halten sie entweder für „erfunden oder zumindest aufgebauscht“. Entscheidend sei, dass die AfD nicht nur vom Ärger über andere Parteien lebt. Sie profitiert von grundsätzlichem Misstrauen in die herrschende Politik.

HAZ, today
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Campact: Sachsen-Anhalt: Strategisch wählen gegen die AfD

Campact-Wahlempdehlung: AfD-Regierung verhindern Strategisch wählen! Mit Deiner Zweitstimme

Die AfD steht in Sachsen-Anhalt laut Umfragen kurz vor der absoluten Mehrheit im Parlament. Nach der Landtagswahl am 6. September könnte sie allein regieren – es wäre die erste rechtsextreme Regierung seit 1945. Doch es gibt einen Weg, das zu verhindern: Wenn viele Menschen gezielt Grüne oder SPD wählen, können wir eine absolute Mehrheit der Rechtsextremen abwenden. Lies hier, wie Du Deine Stimme strategisch gegen die AfD einsetzen kannst.

Mehr bei Campact.
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