Sind es mehr als 12.500 Hitzetote?

Der medizinische Geschäftsführer der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, hält die RKI-Schätzung von rund 12.500 hitzebedingten Todesfällen in diesem Sommer für zu niedrig. „Es sind sicherlich mehrere Tausend Todesfälle mehr“, sagte der Intensivmediziner. Viele Fälle würden nicht als hitzebedingt erfasst, weil auf Totenscheinen etwa Organversagen stehe. Er gehe deshalb davon aus, dass die Zahlen des Robert Koch-Instituts „nicht die gesamte Dramatik abbilden“.

HAZ, today

Die zunächst fünfstellig genannte Hitzetotenzahl ist demnach viel zu gering, aber auch das wird sicher niemanden „kratzen“.
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Nur so nebenbei: Fast 10.000 Hitzetote binnen einer Woche

Ende Juni starben in Deutschland mehr Menschen an den Folgen der Hitze als sonst in einem ganzen Jahr

Insgesamt erhöht sich die Zahl der hitzebedingten Sterbefälle in diesem Jahr laut RKI auf schätzungsweise 11.900, das heißt: Der Großteil ist auf die besonders extrem heißen Tage zurückzuführen. Dem RKI zufolge handelt es sich um eine konservative Schätzung.

In jedem Fall sind in diesem Jahr bereits deutlich mehr Menschen wegen der Hitze gestorben als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016. Die meisten Hitzetoten gab es zuvor demnach 2018 mit rund 9000 im gesamten Jahr.

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Die Hoffnung, Menschen über die spürbaren Folgen der Klimakrise – Hitze, Dürre, Extremwetter – wieder für Klimaschutz zu gewinnen, zerschlägt sich gerade. Das spüren nun auch die Aktivisten selbst: Apokalypse erzeugt offenbar keine Wut, sondern Apathie.

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Oder wie ich es auch schon vor einer Weile in zweierlei Maß sagte.
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Rekordhitze und Wasserkrise: Land bereitet sich auf mehr Extremwetter vor

Christian Meyer (Grüne), Niedersachsens Umweltminister: Die Klimakrise bricht mit voller Geschwindigkeit über uns herein — und sie führt zu einer Wasserkrise.

Mit einem neuen Masterplan will Umweltminister Christian Meyer Niedersachsen widerstandsfähiger gegen Folgen des Klimawandels machen. Dafür sind allerdings milliardenschwere Investitionen nötig.

Meyer sieht darin eine Investition in die Zukunft. Die Anpassung an den Klimawandel werde Milliarden kosten. Noch teurer wäre es aus seiner Sicht jedoch, nichts zu unternehmen. „Wir wissen nicht, wann und wo das nächste Extremereignis kommt. Aber wir wissen, dass es deutlich häufiger wird“, so der Minister.

HAZ, today
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Zum 100. Geburtstag

Sir David Attenborough sitzend auf Stein , blaue Hose, beige hochgekrenpelte Hose vor dem Great Barrier Reef<
Sir David Attenborough am Great Barrier Reef. Department of Foreign Affairs and Trade website – www.dfat.gov.au • CC BY 4.0

 

Attenborough war nicht der Erste, der auf die Folgen des Klimawandels hinwies, und auch nicht der Lauteste. Doch seit einigen Jahren warnt er mit einer Dringlichkeit, die früher kaum in seiner Stimme lag. Bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow im Jahr 2021 sprach er von einer „vom Menschen verursachten Katastrophe globalen Ausmaßes“ – und davon, dass „die Stabilität, von der wir alle abhängen, zerbricht“.

HAZ, today
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Zitat zum Morgen

Kritiker scheuen sich daher nicht, doch von Betrug zu sprechen, im moralischen Sinne. Gegenüber »Heimildin« urteilte Umweltingenieurwissenschaftler Mark Z. Jacobson harsch und verallgemeinernd: »DAC ist Betrug, CO?-Abscheidung ist Betrug, blauer Wasserstoff ist Betrug, E-Fuels sind Betrug.«

Tatsächlich sind all diese energieintensiven Techniken umstritten, weil sie mit der Hoffnung auf potenziell klimaschonende Kompensation in der Zukunft ein grünes Etikett für klimaschädliche Geschäfte heute liefern. Der hohe Aufwand lässt höchst fraglich erscheinen, ob das Versprechen der Kompensation damit jemals erfüllt werden kann, während viel günstigere erneuerbare Energien unter diesem Vorwand ausgebremst werden.

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Zitat am Nachmittag

Blohm sieht im weltweiten Rechtsruck einen Grund dafür, dass das Thema Klimakrise weniger wahrgenommen werde. „Wir hatten selten so viel Grund für Pessimismus“, sagt auch Stender und nennt als Gründe namentlich Donald Trump und Friedrich Merz. Am Koalitionsvertrag kritisiert er, dass Schwarz-Rot zwar Klimaziele einhalten wolle, die dafür nötigen Maßnahmen aber zurückfahre. „Es gibt keine Wirtschaft auf einem toten Planeten“, sagt der Aktivist.

Fridays for Future demonstriert in Hannover für Klimaschutz und gegen den Koalitionsvertrag von Schwarz-Rot. HAZ, this weekend
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Noch ein Zitat am Nachmittag

Luisa Neubauer über den Stellenwert der Klimakrise im Bundestagswahlkampf: Man möchte die Menschen offenbar für dumm verkaufen.

Der Baggersee, zu dem man immer gefahren und der jetzt ausgetrocknet ist. Der schöne Strand, an dem man sich verlobt hat, der auf einmal abgetragen ist. Es geht gar nicht nur um die monumentalen Katastrophen, sondern um die vielen, vielen kleinen Katastrophen, die uns in eine Realität katapultieren, für die wir gar nicht gemacht sind.
[…]
Sie ist längst in den Köpfen der meisten Menschen angekommen, auch wenn das einige von der CDU nicht wahrhaben wollen.

HAZ am Sonntag

Wählen kann Leben retten!
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