We are Family

Straftaten und Extremismus, Filz und Vetternwirtschaft, interner Streit und offene Heuchelei: Auch ihre Anhänger wissen, dass es die AfD längst wilder treibt als die „Altparteien“. Warum schadet das der Partei nicht?

Die AfD hat sich im Bund und in den Ländern fast alles geleistet, was sie den „Altparteien“ und ihren anderen Feindbildern vorwirft – nur in vielfacher Potenz. Allein in den vergangenen Tagen wurde gegen einen AfD-Bundestagsabgeordneten ein Haftbefehl erlassen, weil er Prozesskosten nicht bezahlt hatte. In der Vorwoche soll der AfD-Europaabgeordnete Arno Bausemer Jugendliche verfolgt und sie mit einem Baseballschläger verprügelt haben. Einen Tag später wurde er bei einer Verkehrskontrolle angehalten – Verdacht: Alkohol am Steuer.

Die AfD hat sich eine Stammwählerschaft aufgebaut, für die die anderen Parteien keine echte Alternative mehr sind. Der Hallenser Politikwissenschaftler Marcel Lewandowsky beschreibt den Mechanismus so: AfD-Wähler misstrauen der Politik insgesamt. Vorwürfe halten sie entweder für „erfunden oder zumindest aufgebauscht“. Entscheidend sei, dass die AfD nicht nur vom Ärger über andere Parteien lebt. Sie profitiert von grundsätzlichem Misstrauen in die herrschende Politik.

HAZ, today
Ukrainische Flagge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu