OpenAI verschiebt seinen Börsengang – und ruft unisono mit anderen Techfirmen nach mehr Vorsicht bei der KI-Entwicklung
Erst jetzt kommen diese Bedenken in einer breiteren Öffentlichkeit an. Innerhalb der Tech-Branche gibt es diese Sorgen jedoch schon lange. In Bezug auf die Entwicklung Künstlicher Intelligenz schrieb KI-Forscher und -kritiker Eliezer Yudkowsky in seinem 2025 erschienen Bestseller „If anyone builds it, everyone dies“: „So lernt die Menschheit normalerweise, Herausforderungen zu bewältigen: Wir leugnen das Problem, die Realität versetzt uns ein paar ordentliche Schläge, und dann beginnen wir, das Problem mit mehr Respekt zu behandeln.“ Genau das könnte jetzt eintreffen.
Yudkowsky kritisierte die KI-Entwicklung schon sehr früh. In einem knapp 20 Jahre alten Artikel pocht er darauf, dass die Priorität auf der Entwicklung „freundlicher KI“ liegen müsse. Er sagte, dass die Entwicklung von KI-Systemen, die nicht „gutmütig“ sind, „suizidal“ sei.
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Die Geister, die KI rief

Illustration of Der Zauberlehrling. From: German book, „Goethe’s Werke“, 1882, drawing by Ferdinand Barth (Künstler) (1842–1892) * Public Domain
Hat der alte Hexenmeister
Sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
Auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort’ und Werke
Merkt’ ich und den Brauch,
Und mit Geistesstärke
Tu’ ich Wunder auch.
Walle! walle
Manche Strecke,
Daß zum Zwecke
Wasser fließe,
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße!
Und nun komm, du alter Besen!
Nimm die schlechten Lumpenhüllen!
Bist schon lange Knecht gewesen;
Nun erfülle meinen Willen!
Auf zwei Beinen stehe,
Oben sei ein Kopf,
Eile nun und gehe
Mit dem Wassertopf!
Walle! walle
Manche Strecke,
Daß zum Zwecke
Wasser fließe,
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße!
Seht, er läuft zum Ufer nieder;
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
Und mit Blitzesschnelle wieder
Ist er hier mit raschem Gusse.
Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
Voll mit Wasser füllt!
Stehe! stehe!
Denn wir haben
Deiner Gaben
Vollgemessen! –
Ach, ich merk’ es! Wehe! wehe!
Hab’ ich doch das Wort vergessen!
Ach, das Wort, worauf am Ende
Er das wird, was er gewesen.
Ach, er läuft und bringt behende!
Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
Bringt er schnell herein,
Ach! und hundert Flüsse
Stürzen auf mich ein.
Nein, nicht länger
Kann ich’s lassen;
Will ihn fassen.
Das ist Tücke!
Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke!
O, du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh’ ich über jede Schwelle
Doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
Der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
Steh doch wieder still!
Willst’s am Ende
Gar nicht lassen?
Will dich fassen,
Will dich halten,
Und das alte Holz behende
Mit dem scharfen Beile spalten.
Seht, da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nun auf dich werfe,
Gleich, o Kobold, liegst du nieder;
Krachend trifft die glatte Schärfe!
Wahrlich, brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
Und ich atme frei!
Wehe! wehe!
Beide Teile
Stehn in Eile
Schon als Knechte
Völlig fertig in die Höhe!
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!
Und sie laufen! Naß und nässer
Wird’s im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister! hör’ mich rufen! –
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
Werd’ ich nun nicht los.
„In die Ecke,
Besen, Besen!
Seid’s gewesen!
Denn als Geister
Ruft euch nur zu seinem Zwecke
Erst hervor der alte Meister.“
Der Zauberlehrling von Johann Wolfgang von Goethe
Möge die KI-Techjunta weise im Sinne der Menschheit handeln, aber Murphy ist ja bekanntlich allgegenwärtig.

Vor Wahl in Sachsen-Anhalt: Wirtschaftsweisen-Chefin sieht massive Risiken bei AfD-Regierung im Bundesland
Sachsen-Anhalt wählt heute einen neuen Landtag. Die AfD liegt in Umfragen vorn. Die Chefin der Wirtschaftsweise, Monika Schnitzer, warnt: Eine AfD-Regierung könnte dringend benötigte Fachkräfte und Unternehmen vergraulen
Sollte die AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen, könnte dies nach den Worten der Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, dringend benötigte Fachkräfte abschrecken und somit schwere wirtschaftliche Folgen haben.
Die Münchner Ökonomie-Professorin wies darauf hin, dass in Sachsen-Anhalt in den nächsten Jahren viele Arbeitskräfte in Rente gehen. »Ohne Zuzug von außen werden deshalb bald viele Fachkräfte fehlen. Und ohne ausreichend Fachkräfte bleiben dringend benötigte Investitionen aus«, warnte Schnitzer.
Sachsen-Anhalt: Deutsche-Bank-Chef warnt vor Aufstieg populistischer Parteien
In Sachsen-Anhalt könnte die AfD die absolute Mehrheit erreichen. Der Deutsche-Bank-Chef Sewing mahnt, dass das dem Wachstum schade. Und: Merz schließt Koalition mit der Linken aus. Die Entwicklungen im News-Update.
Populistische Parteien geben vor, einfache Antworten zu haben«, sagte Sewing zum Auftakt des »Handelsblatt-Bankengipfels« in Frankfurt. »Tatsächlich propagieren sie Konzepte, die den Grundlagen unseres Erfolgs entgegenstehen: Offenheit, Vielfalt, ein starkes Europa, verlässliche Institutionen und internationale Zusammenarbeit.«
»Abschottung, Nationalismus und das Schüren von Misstrauen lösen kein einziges unserer Probleme«, warnte Sewing. »Vielmehr schwächt all das den Standort, schreckt Investitionen und Fachkräfte ab und gefährdet das Wichtigste, was wir jetzt brauchen, nämlich Wachstum.« Wachstum sichere Wohlstand, ermögliche Aufstieg und stärke den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ohne dieses würden Verteilungskonflikte härter, staatliche Spielräume enger und das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Demokratie schwächer.
Sara Peschke – Wie wir arbeiten wollen

Sara Peschke
Wie wir arbeiten wollen – Über Selbstbestimmung und Selbstausbeutung by
2022 Harper Collins
160 Seiten
15 EUR
ISBN 978-3-7499-0329-0
Sara Peschkes Buch „Wie wir arbeiten wollen“ von 2022 handelt vom Arbeiten. In der Zeit der COVID-Pandemie mit Sofort-Homeoffice und dem danach, was meist flexibles Arbeiten mit Office- und Homeoffice heißt.
Der Untertitel „Über Selbstbestimmung und Selbstausbeutung“ deutet es an: Das Spannungsfeld im Homeoffice mehr, länger und härter zu arbeiten, da das Wahrgenommen-Werden durch die digitalen Kanäle durchaus schwierig ist.
Oft werden diese Zahlen bemüht, die aber aus einem speziellen Prüfsetting stammen:
- 7 % verbal: gesprochene Wörter bzw.Inhalt
- 38 % paraverbal: Stimme, Tonfall,Lautstärke, Sprechtempo, Betonung
- 55 % nonverbal: Mimik und Körpersprache
Sara Peschke zeigt auf ohne den erhobenen Zeigefinger. Immer wieder macht sie deutlich, dass es nicht die eine Lösung gibt sowie ebenfalls, dass es für vordergründig ungünstiges Verhalten mitunter stichhaltige Gründe gibt.
»Die Generation Z wird sich in eine völlig andere Richtung entwickeln, als sich das Unternehmen oder die Politik vielleicht wünschen würden«, meint Scholz [Prof. Dr. Christian Scholz – „Leben, um zu arbeiten? Arbeiten, um zu leben? Der Zeitgeist unserer Jugend prägt uns fürs ganze Leben. wer im Personalmanagement erfolgreich sein will, muss das berücksichtigen.“]. Ich sehe es deshalb als eine Chance an, wenn diese jüngere Generation den Arbeitsmarkt mit ihren Erwartungen an eine Ausgewogenheit von Arbeit und Freizeit unter Druck setzt, sodass dieser sich gezwungen fühlt, sich und seine Strukturen zu überdenken und langfristig zu verändern. Bis dahin wird allerdings noch einige Zeit vergehen.
– S. 145
Peschke beendet ihr Buch mit einem interessanten psychologischen Gedankenexperiment, das mich schmunzeln ließ, aber der Fairness halber nicht preisgegeben wird.

Arbeitsmoral
Ich befürchte, dass die Entgrenzung von Arbeit und Privatem im Homeoffice hierzulande besonders starke Effekte auf das seelische und körperliche Wohlbefinden vieler Menschen haben könnte, weil sie häufig auf dieses typisch deutsche Arbeitsethos trifft: Ich arbeite, also bin ich. Deutsche gelten nicht umsonst im Rest der Welt als gewissenhafte Streber:innen, als ein Volk, das sich eher über Leistung als über Leiden-schaft, eher über Akribie als über Improvisation definiert. Wenn man so viel arbeitet, dass man genug Geld verdient, um sich ein schönes Auto und eine Doppelhaushälfte mit Garten kaufen zu können, dann hat man es geschafft. Dann ist man wer. Ein:e Deutsche:r funktioniert, und deshalb funktioniert Deutschland, so die Logik, die offenbar noch immer viele Menschen verinnerlicht haben.
Sara Peschke: Wie wir arbeiten wollen

Schrems III liegt in der Luft…
…aber anders, als wir dachten. Heise
Es sei an der Zeit, Verantwortung zu übernehmen und einen koordinierten Ausstieg der europäischen Wirtschaft aus der US-Cloud-Infrastruktur einzuleiten. bereits zweimal vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) Übereinkünfte zum EU-US-Datentransfer zu Fall gebracht.

Klare Worte
Kritik an der Teilnahme gibt es aus CDU und SPD. »Deutsche Unternehmen, die in Sankt Petersburg einen Kriegsverbrecher hofieren, konterkarieren unsere nationalen Sicherheitsinteressen und beschädigen Deutschlands internationale Glaubwürdigkeit«, sagte der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter dem »Handelsblatt«. Ein »katastrophales Zeichen« nannte der SPD-Politiker Sebastian Roloff die Teilnahme.
Wenn der Schreibtisch nebenan stresst

Neue Hirnforschung belegt, was viele Beschäftigte längst ahnen: Großraumbüros kosten mentale Kraft. In Deutschland warnen Arbeitsschutzexperten schon lange vor den Folgen.
Und David John, der nach eigenen Angaben regelmäßig Feedback von Büroangestellten sammelt, bringt es auf den Punkt: „Die meisten sagen mir, dass sie lieber von zu Hause arbeiten, weil sie sich dort produktiver fühlen.“
Forschende haben 26 Probandinnen und Probanden – zwischen Mitte 20 und Mitte 60 alt – mit drahtlosen EEG-Headsets ausgestattet und sie dabei beobachtet, wie ihr Gehirn auf verschiedene Arbeitsumgebungen reagiert
Das Ergebnis war eindeutig. In der Kabine sank die Gehirnaktivität im Frontalbereich – also genau dort, wo Konzentration und Aufmerksamkeit gesteuert werden – im Verlauf der Aufgaben kontinuierlich ab. Das Gehirn arbeitete sich gleichsam warm und wurde effizienter. Im Großraumbüro verlief es genau umgekehrt: Die Hirnaktivität stieg stetig an, das mentale Engagement nahm zu, ebenso die messbare Erregung. Kurz gesagt: Das Gehirn musste immer mehr Energie aufwenden, nur um dieselbe Leistung aufrechtzuerhalten
HAZ, today
Natürlich ist die Testgröße mit 26 Teilnehmenden recht überschaubar, aber der Artikel nennt weitere Studien mit zum Teil hohen fünfstelligen Teilnehmenden. Das Ergebnis ist immer gleich: Großraum macht unproduktiv und krank! Da kann man noch so viel Agile, New Work und anderes ranschreiben, die physikalischen und medizinischen Gegebenheiten ändern sich dadurch nicht.

Abfindung sichern oder Kündigung abwarten?

Stellenabbau verbinden Unternehmen oft mit attraktiven Angeboten für ein freiwilliges Ausscheiden.
Trotz des Fachkräftemangels planen und verkünden immer mehr Unternehmen Stellenkürzungen. Ob Volkswagen, SAP, Commerzbank, Bosch oder Deutsche Bahn – derzeit haben zahlreiche große, aber auch kleine Firmen Programme zum Personalabbau gestartet.
„Es besteht viel Unsicherheit auf dem Markt“, beschreibt er die derzeitige Situation. „Viele Unternehmen versuchen schon seit Längerem, mit Freiwilligenprogrammen Personalkosten zu sparen. Das bringt häufig Unruhe in die Belegschaft – und viele, die davon betroffen sind, suchen nun nach einer guten Strategie.“
Ein häufiger Fehler ist laut Slaghuis: „Viele sind zu voreilig mit ihrer Entscheidung. Oft befürchten sie, dass das Abfindungsangebot morgen nicht mehr gültig ist, und willigen deshalb zu schnell ein. Doch wenn die Reorganisation im Unternehmen ansteht, haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gute Verhandlungschancen. Diese sollte jeder für sich optimal nutzen.“
HAZ, this weekend
