AppleTV

Quo vadis Apple? Im letzten Jahr als Prototyp vorgestellt, was an sich schon ein Novum bei Apple ist, und nun ausgeliefert, hätte das AppleTV das Gadget mit Suchcharakter werden können, wie es die iPods dieser Welt vorgemacht haben. Warum Apple seine Settopbox „TV“ nennt, können wohl nur die Marketingstrategen aus Cupertino beantworten. Auf der einen Seite die Softwarevorbereitungen für Timeshift-Recording, auf der anderen Seite aber nicht willens, die nötige Hardware einzubauen. Sonst ist Apple nicht zimperlich, wenn es darum geht, fremde Elemente zu den eigenen zu machen, siehe auch die Dashboard-Widgets. Warum beim AppleTV nicht die Technik, die im Moment von Elgato mit seiner erfolgreichen EyeTV-Serie angeboten wird, verbaut wurde, ist unklar. Vielleicht will sich Apple auch nur den weiteren Verkauf von verbesserter Hardware nicht gleich verbauen, denn die Video-iPods gab es auch nicht zu Anfang.

Das AppleTV mit ungefähr halber Mini-Bauhöhe ist schnell verkabelt und an den Fernseher und die Stereoanlage angeschlossen. Vielleicht das schwierigste an dieser Aktion ist es, die Plastikabdeckungen beim HDMI-Kabel zu entfernen, damit dieses auch in die Anschlüsse passt. Nach Auswahl der Sprache wird dann die WLAN- Verbindung zum Mac respektive Windows-Rechner hergestellt. Warum die Auswahl von Deutsch als Sprache als vorletzter Eintrag erscheint und man sich durch die verschiedensten Bildspracheneinträge wühlen muss, ist unverständlich. Ob Cuperino Deutschland als Markt nicht ernst nimmt? Die WLAN- Verbindung ist schnell hergestellt, vielleicht nur sollte Apple das „Layer 8“-Kapitel ausbauen, denn nicht jedem ist vielleicht bewusst, dass beim Namen des WLANs durchaus auf Groß/Kleinschreibung geachtet wird. Auch ein großes „i“ sieht gleich aus wie ein kleines „l“, was die Erkennung einer WLAN-Phrase durchaus als Herausforderung erscheine lassen könnte. Schön ist, dass das AppleTV nicht noch danach fragt, ob es denn nun WPA oder WPA2 (von WEP mal abgesehen) ist. Nur Name des WLANs und Phrase, dann ist der Connect hergestellt. Den nun auf dem Fernseher erscheinenden 5-stelligen Zahlenschlüssel muss man in iTunes eingeben, danach kann man noch beim Vorhandensein einer AppleID das AppleTV gleich registrieren. Warum erst nach einem Neustart des Macs das AppleTV in iTunes erkannt wurde, bleibt im Dunkeln der Airport-Welt hängen, auch ein Neustart von iTunes brachte in diesem Zusammenhang kein Erfolg. Als das größte Problem stelle es sich heraus, Inhalte auf das AppleTV zu bekommen. Normalerweise synchronisiert iTunes das AppleTV automatisch, dieses muss noch nicht einmal eingeschaltet sein, sondern nur im Standby stehen. In dem Benutzerhandbuch des AppleTVs gibt es einen kleinen Hinweis auf die Mac-Firewall und die Notwendigkeit bei eingeschalteter, das iTunes Streaming zu erlauben. Nach Einschalten von letzterem (über Systemeinstellungen/Sharing) klappte die Synchronisation problemlos. Es kann beim Initialbetanken des AppleTVs durchaus sinnvoll sein, dieses per LAN an den Mac oder den Windows-Rechner anzuschließen, denn dann geht es doch ein wenig flotter.

Der Betrieb des AppleTVs ist, wie von Apple gewohnt, denkbar einfach, trotzdem als Softwareversion eine 1.0 in den Einstellungen prangert. Wie bereits aus dem Netz bekannt, kann das AppleTV problemlos auch nicht HDMI-Breitbildfernseher unterstützen. Eine alter 4:3-Röhrenschirm muss lediglich ein Component-Videoeingang besitzen. Das geht natürlich, ist dann aber so ähnlich, wie Kaffee ohne Dosenmilch, er schmeckt nämlich nicht sonderlich. Versuche, das AppleTV im laufenden Betrieb durch Ziehen des Netzsteckers zu beeinflussen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Es nimmt, wie man es für ein Consumer-Produkt erwarten kann, diese Kaltstarts gnadenlos hin, lediglich die AppleTV-Intro muss man sich dann nochmals ansehen und anhören. Warum Apple wie so viele Fernsehhersteller keinen richtigen Ausschalter mehr verbaut, ist rätselhaft. Alle Welt redet vom Klimakiller CO2, dann sollten wenigstens die Verbraucherprodukte ausschaltbar sein. Eine ausschaltbare Steckdosenleiste für das AppleTV ist daher quasi Pflicht. Ein eher moralischer Aspekt ist der, dass man natürlich durch den Einsatz des Fernsehers, den man für die Bedienung des AppleTVs braucht, mehr Strom verbraucht, als würde man nur seine Stereoanlage für die Beschallung gebrauchen.

Wer sollte sich jetzt ein AppleTV kaufen? Die Gemeinde der Apple-Jünger sowie der Tekkies, die sowieso jedes Spielzeug wie UMPC, Xbox, etc. haben, werden es sicherlich haben wollen. Für den normalen Konsumenten kann es sich durchaus noch lohnen zu warten, bis Apple endlich die nötige Unterstützung für Timeshift-Recording nachrüstet (und einen Brenner), damit das AppleTV den Festplattenrecorder im Wohnzimmer ersetzen kann. Ob Apple das kann und will, auf Grund der Lizenzpolitik für Spielfilme aus dem iTunes Store, bleibt abzuwarten. Ein fahler Nachgeschmack bleibt auf jeden Fall: Für 299 € bekommt man nur eine 40 GB Platte. Jeder handelsübliche iPod hat heute schon die doppelte Kapazität. Das ist einfach zu wenig, was Apple da für das Geld bietet. Natürlich kursieren schon Umbauanleitungen, wie man eine größere Platte einbaut, auch werden findige Apple-Händler diesen Part sicherlich bald als TuneUps anbieten, aber hier wäre Apple einfach in der Pflicht.

Steve Jobs – iCon

Da will ich doch mal “Restverwertung” betreiben. Hatte mir das Buch letztes Jahr schnell besorgt und wollt eine Rezension in der c’t platzieren, doch der Haus-und-Hof-Schreiber (Maik S.) war – glaube ich – wie immer schneller (was der anderes außer Rezensionenschreiben macht, ist mir schleierhaft), so daß das Thema erst einmal begraben wurde, doch dann packte mich dieses Jahr noch mal der Ergeiz. Klar, daß Hennig Behme die Rezension ablehnte. Wenn ich es schaffe und mein Web-Imperium endlich mal update, soll es auch hier erscheinen, aber das dauert sicherlich noch etwas.

2006
S. Fischer Verlag
456 Seiten
19,90 €

Jeffrey Young / William L. Simon
Steve Jobs und die Geschichte eines außergewöhnlichen Unternehmens

Bücher über den Mitbegründer von Apple sind schon viele erschienen – einschließlich einer frühen Biographie über Steve Jobs aus dem letzten Jahrtausend. Eines, dass sofort soviel Unmut des Apple-Firmenlenkers auf sich zog, dass es aus dem Apple Store verbannt wurde, dagegen noch nicht.

Dabei kommt wirklich richtig überraschend neues aus dem Job‘schen Leben auch durch Young und Simon nicht ans Licht der Welt. Steve Jobs war und ist ein Lichtgestalt der IT-Branche. Was soll man von jemanden halten, der in jungen Jahren auf einer Pilgerreise durch Indien fast ums Leben gekommen wäre, der sich kleine Erfrischungen für die Füße in Apples Toilettenkeramik gönnte und der bei Einstellungstest die ohnehin gestressten Probanden nach deren sexuellen Neigungen befragte? Jobs, der im Gegensatz zum anderen Steve (und zweiten von drei) Firmengründern keinen universitären Abschluss aufweist, hat es früh gelernt, Trends aufzuspüren und Produktinnovationen an sich zu reißen. So geschehen bei der Entwicklung des Macs, denn heute weiß kaum noch jemand, dass dessen geistiger Vater eigentlich Jef Raskin war. Auch wenn Bill Gates, der ewige Rivale, im Kreise der Superreichen um Längen vor Steve Jobs rangiert, so ist es doch der Apple Gründer, der für immer mit etlichen der coolsten Produkte der Welt in Verbindung gebracht werden wird.

Im Buch von Young und Simon erfährt der Leser auch vieles aus Jobs privater Welt. Typisch und bezeichnend für Jobs ist, dass dieser sich hartnäckig weigerte, Unterhalt für seine Tochter Lisa zu zahlen. Selbst noch zu einem Zeitpunkt, als er durch den Aktiengang Apples Millionär geworden war, so dass selbst der langjährige Mitstreiter Mike Markkula dieses missbilligend kommentiert. Ebenso sei die Knauserigkeit und der Geiz von Steve Jobs im Zuge des Aktiengangs von Apple erwähnt, den verdienten Mitarbeitern der ersten Stunde keine Aktienpakete zukommen zu lassen. Steve Wozniak zeigte an dieser Stelle Größe und Anstand, die Steve Jobs all zu oft vermissen lässt.

Die Biographie ist dreigeteilt. Im ersten Teil „Siege und Niederlagen“ wird von Jobs Kindheit bis zur Gründung Apples und dem Rausschmiss Jobs erzählt. Der Mittelteil „Neuanfang“ beschreibt die Zeit bei NeXT und den Kauf von Pixar und dessen erste Arbeiten. Den Schlussteil „Die Zukunft bestimmen“ zeigt die erfolgreiche Zeit bei Pixar, den Wiedereinstige bei Apple und dessen langsame Hinwegwendung von einem Computerunternehmen zu einer Life-Style-Company.

Wenn man eines Steve Jobs nicht vorwerfen kann, dann ist es seine Hartnäckigkeit, wenn es sich etwas vorgenommen hat sowie seine Kämpfernatur, auch aus den scheinbar ausweglosesten Situationen als Sieger hervorzugehen. Mit dreißig Multimillionär und von einem ehemaligen Brauseverkäufer aus seiner eigenen Firma rausgeekelt zu werden, mitanzusehen wie seine nächste Firma NeXT langsam vor die Wand fährt, um dann mit Pixar im Scheinwerferlicht Hollywoods Oscars entgegen zu nehmen als jemand, der im Show Biz eigentlich krasser Außenseiter ist. Sowie durch den Aufkauf NeXTs durch Apple genau dort wieder zu laden, wo er Jahre zuvor verdrängt wurde – nämlich in der Schaltzentrale Apples, wo er damit beginnt, Apple wieder zu dem zu machen, wofür es einmal gestanden hatte, aber lange Zeit nicht mehr gewesen war: Einem Trendsetter, der aus dem Stand heraus in der Lage ist, den lange etablierten MP3-Spieler-Markt aufzumischen und mit dem Gespann iPod/iTunes Markt- und Technologieführer wird.

Wer sich für die Geschichte von Apple interessiert, dem sei dieses Buch als nette Bahnlektüre angeraten. Die Übersetzung von iCon ist gut gelungen und lässt sich flüssig und zügig lesen. Die Jünger des Eintasten-Mauscomputers, die ohnehin alles über Apple verschlingen, werden auch an diesen Werk nicht vorbeigehen können. Bleibt eigentlich nur noch auf die eigene Biographie von Jobs zu warten, der uns seine Welt dann sicherlich durch seine narrzistische Brille zeigen wird. Warten wir es ab.

AppleTV – I got it!

Da habe ich doch seit letztem Donnerstag mein AppleTV. Am Samstag hatte ich endlich Zeit, es auszupacken und anzuschließen. Ist nett, muß ich mal so sagen. Ein ausführlicher Bericht folgt noch, natürlich ohne Bilder, die obligatorischen Wir-packen-Apple-Produkte-aus-Bilder überlasse ich anderen, denn bekanntlich ist dieses Weblog immer sehr spartanisch, daran soll sich auch so schnell nichts ändern. Ab dem 16.04. ist mit mehr Content zum AppleTV von mir zu rechnen. Warum dann, na vielleicht erscheint ja auch noch was von mir woanders, doch das soll ein andern Mal erzählt werden…