Das Klassikerhandbuch zum iPhone

iPhone-Buchcover

Das iPhone Handbuch zu Version iOS 14 ist mittlerweile ein Klassiker.

Ich fange mal ganz vorne und ganz hinten an: Klappentexte für die Gestensteuerung von Home-Button-Geräten (ja, werden auch noch gebaut und verkauft) ganz hinten im Buch und vorne im Buch jene Gestensteuerungen für die Face-ID-Geräte, denn beide Geräteklassen unterscheiden sich etwas in der Gestenbedienung. Und als Anwender habe ich nicht unbedingt alles immer “auf Tasche”.

Zum Formfaktor “Premium Videobuch” ist sicher auch schon einiges gesagt worden. Für mich ganz klar: Ich habe eine Handbuch und zusätzliche (ohne Aufpreis) bekomme ich ein Videotutorial gratis dazu. Einfach an den Stellen im Buch den QR-COde mit dem iPhone scannen und auf der Website das entsprechende Video schauen.

So ein iPhone ist ja immer ganz praktisch und ich persönlich habe wenig Probleme damit. Wenn aber, dann ist das 12. Kapitel “Energie und Probleme” überaus hilfreich. Klar, es gibt das Internet mit der nahezu unbegrenzten Vielzahl an Infos, aber genau hier liegt das Problem. Wenn ich ein entsprechendes Problem mit dem iPhone habe, kann ich am Anfang vielleicht gar nicht genau benennen, was das Problem aus macht, so dass eine Suchanfrage durch zigfachen Ballast überflutet wird.

Der Klassiker ist hier das Erzwingen eines Neustarts des iPhones, wenn es auf keine Eingaben mehr reagiert (S. 244 des besagten Kapitels). Dort werden auch wissenswerte Dinge zum Wiederherstellungsmodus genannt.

Das iPhone 12 Pro hat ein wirklich ausgezeichnetes Kameramodul für ein Smartphone. Es fällt mir immer auf, wie viel Licht das Modul einfängt, wenn ich selber die Umgebung im Schummerlicht deutlich dunkler wahrnehme. Das Kapitel “Kamera und Fotos” hatte dann auch für mich noch etwas Neues parat. Ich wußte nicht, dass sich die Kamera an drei Stellen aufrufen läßt. Die Stelle im Kontrollzentrum war mir immer verborgen geblieben. Ob ich sie jemals nutzen werde, sei dahingestellt. Das Beispiel zeigt aber, dass auch der langjährige iPhone-Nutzer, der sich selber gerne als versierten Nutzer sieht, noch viel aus dem Buch von Anton Ochenskühn ziehen kann.

Die vielen Beispiele, sehr ausführlich bebildert, wo nötig mit roten Zahlpunkten versehen, wo dann im Fließtext die Aktionen genannt sind. Darüber hinaus noch an vielen Stellen die Videotutorials, so dass eigentlich keine Frage mehr offen bleiben sollte. Wer mehr aus seinem iPhone holen möchte, der kann mit diesem Klassikerhandbuch zum iPhone viel lernen – der Lesespaß ist auch garantiert, denn Anton Ochsenkühn schreibt kurzweilig, kommt auf den Punkt und der Leser spürt etwas von der Begeisterung des Autors.

Spitzentitel zum aktuellen iPadOS

iPad-Buchcover

iPad sind und waren der Renner. Vielleicht hat es nicht jeder mehr so präsent, dass das iPad (2010) die Antwort von Apple auf die sogenannten Netbooks war. Von einigen liebevoll auch als “KannNix” tituliert. Apple hatte sich Zeit gelassen, denn die Netbooks gab es seit 2007. Kleine Nebenanekdote: Steve Jobs entschied damals, das Telefon vor den Tablet-PCs herauszubringen. Doch zurück zu den Netbooks. Diese sind seit 9 bis 10 Jahren Geschichte. Das iPad gibt es weiterhin und es ist erfolgreich.

Wir haben seit kurzem das neue iPad Air. Man ist das ein Bolide. Die Vergleiche von Apple, dass ein iPad es mit eine ausgewachsenen Notebook aufnehmen könne, hielt ich immer für übertrieben, denn unser in die Jahre gekommen iPad 3 ist schon recht betagt und altersschwach, nun muss ich sehen, dass das mitnichten eine Marketingaussage ist.

Auf dem iPad Air mehrer PDFs mit dem Apple Pencil unterschreiben, diese zu einem Dokument zusammenfügen und absenden, ist wirklich kinderleicht (GoodNotes App).

Für alle die Themen rund um das iPad ist Anton Ochsenkühn die richtige Anlaufstelle. Auch Dinge wie Splitt View (wie mach ich das noch mal, wenn ich das noch nie machte) oder die neuen Widgets. Die Ansicht rechts heißt übrigens Heute-Ansicht. Das über 6 Minuten lange Video (Premium Video Buch) zeigt hier alles Wesentliche.

Alle relevanten Einstellungen, alles rund um die Kommunikation (Mail, Nachrichten, FaceTime), surfen mit Safari, die verschieden Stores von Apple und noch viel mehr. Auf 214 Seiten zeigt Anton Ochenskühn in 11 Kapiteln die Dinge, die iPadOS ausmachen und den einen oder andern guten Trick.

Ich hatte einmal im Büro folgenden Umstand, ich wollte etwas präsentieren. Für das iPad mini wollte die “Orientierungssperre” setzen – also, dass beim Drehen von Hochkant zu Querformat sich nicht die der Bildschirm dreht. Ich kannte leider die Gestensteuerung des iPad nicht sonderlich gut. So z.B. auch nicht, dass bei der Fünffigergeste es zwei Stufen gibt mit dem Ergebnis Home-Screen bzw. App-Switcher. Bei mir gab es immer nur Home-Screen. Hätte ich einen Blick auf die Gestensterungsseite (ganz vorne im Buch bzw. ganz hinten) geworfen, hätte ich das sicherlich recht leicht gewußt bzw. hinbekommen.

Wichtig für mich ist auch das Kapitel “Energie und Troubleshooting” – immerhin 12 Seiten oder knapp 6% des Buches widmen sich diesem Thema. Etwa bei dem Punkt “Update über einen Computer” erwähnt Anton Ochsenkühn, dass das über iTunes erfolgt. Wer aber macOS Catalina oder macOS Big Sur hat, findet den Bereich zum iPhone in der Finder-Seitenleiste.

Das iPad Handbuch ist ein gelungen Werk zur Nutzung von iPadOS mit dem iPad. Die eingestreuten Videotutorials werten das ganze nochmals auf.

Wissenswertes über iCloud & Apple ID

Buchcover iCloud

Irgendwie hörte ich ihn reden, von weiter weg, recht leise. Er war klein, auch seine Hautfarbe sah mir irgendwie ungewohnt, ja vielleicht auch ungesund aus. “Es ist ein Energiefeld, das von allem Lebendigen erzeugt wird. Es umgibt uns und durchdringt uns. Es hält die Galaxie zusammen.” Schlagartig war ich hellwach. Star Wars – a new hope. Da drehte noch die LD im Player und ich war eingeschlafen. Die anderen waren auch längst weg. Chipstüten samt etwas Inhalt, Nachos und Bierpullen auf dem Boden. Mal gut, dass ich noch das ganze Wochende Zeit zum Bereinigen habe.

Dabei hatte es heute Nachmittag nach Feierabend ganz harmlos angefangen. Hatte in Anton Ochsenkühns neuen Werk zu iCloud & Apple ID gelesen. Ist wie immer gut geschrieben und mit den zahlreichen und behilflichen Screenshots ausgestattet. Als ich im Kapitel zu Apple One dann las, dass man sich seinen iCloud-Speicher verdoppeln kann (und es auch keinen Unterschied macht, ob nun iCloud Pass Speicher oder über One – iCloud ist iCloud), habe ich zugeschlagen. 400 GB (2*200 GB) wird erst einmal eine Weile reichen. Die 2 TB sind mir da einfach zu viel und normalerweise kommt ja nach 200 GB nix mehr dazwischen.

Ich war dann so begeister, dass die alten Japan LDs von Star Wars aufgelegt wurden. Doch wieder zurück zum iCloud & Apple ID Bändiger. Es versteht sich von selbst, dass all die Dinge des täglichen Gebrauchs zur iCloud und Apple ID erwähnt werden. Spannend finde ich immer Themen, die über den Tellerrand gehen. Etwa der Vergleich von iTunes Match und Apple Music. Ersterer kann nämlich deutlich punkten, wenn das Abo gekündigt wird. Die Titel bleiben in der iCloud erhalten. Beim Ende eines Apple Music Abos ist dagegen alles weg.

Für alle, die einfach mehr aus ihren Apple UNIX-Systemen (iOS, iPadOS, macOS) holen wollen, eine sehr empfehlenswerte Lektüre. Aber auch jenseits des dunklen Schleiers können PC-Nutzer wissenswertes erfahen. Habe neulich an einem PC ein Pages-Dokument weiterbearbeitet (iCloud.com), da kein Mac verfügbar war. Schnell den Dienst von Apple angesurft und mit Apple ID angemeldet. Die Welten wachsen mehr zusammen, als mancher aus jahrzentelangen Grabenkämpfen mürbe gewordener wahr haben möchte.

Hochkarätiges Werk zu macOS Big Sur, das den Titel Standardwerk zu Recht trägt

Coverbild macOS Big Sur

Das Standardwerk zu Apples PC UNIX ist wahrlich raumfüllend. Vorab der kurze AB-Check der beiden Bücher zu macOS Catalina und macOS Big Sur:

macOS Catalina
1,5 kg
576 Seiten
13 Kapitel, Anhang und Index

macOS Big Sur
1,4 kg
550 Seiten
13 Kapitel, Anhang und Index

Die augenfällige Straffung des des neuen Werkes tut diesem gut. Auch wenn die 100 g weniger an Gewicht sicher nicht so ausschlaggebend sind, so empfinde ich das Werk als wirklich gut und es „fehlen“ mir auch keine Seiten. Einen nich ganz unerheblichen Einfluß darauf haben die entsprechenden Videos (wie sagt es sich so schön: Ein Bild ersetzt 1000 Wort und wenn dann das Bild durch ein Video substituiert wird, werden knackige Sachverhalte auf einmal ganz einfach und bedürfen nicht der seitenweise Erörterung.).

Ich nutze Big Sur in der VM (Parallels 14, macOS Big Sur mit 8 GB RAM und witziger Weise 8 RAM-Bänken und nur 1 ist mit 8 GB gefüllt – so eine exotische und asymetrische Belegung habe ich im echten Leben noch nie gesehen) bereits eine ganze Weile privat und auch beruflich. Klar, anfangs war ich – aufgeschreckt durch den entsprechenden Heise-Artikel und Dauerhören der Vergleiche der Systemtöne – dem neuen System gegenüber mit deutliche Vorbehalten versehen. Aber je länger ich Big Sur nutze, desto mehr ist die positive Gewöhnung daran da. So plakative Dinge wie die mehr abgerundeten Fenster und Menüecken waren mir erst fremd, doch jetzt frage ich mich, warum das nicht immer so war. Aber Halt: macOS Classic kannte das ja bereits (die guten alten System 7 Zeiten).

Wie immer möchte ich auf Themengebiete aufmerksam machen, die das Standardwerk zu macOS wirklich erst zum Standardwerk machen. Wenn der Mac läuft, ist es prima. Man braucht dann quasi kaum bis keine Hilfestellungen. Wenn aber mal ein Problem da ist, dann ist das Kapitel Troubleshooting mit 19 Seiten sehr, sehr hilfreich. Dass man dort sieht, wie die meist im Verborgenen weilende Kernel Panic aussieht (wenn sie auftritt, dann bootet der Rechner nach sehr kurzer Zeit wieder, so dass sie gerne mal übersehen wird), ist recht hilfreich auch Themen zu UNIX Wartungsskripten und dem Terminal (die UNIX Shell, denn macOS ist ein echtes UNIX nach Berkeley Bauart (BSD) – nebenbei: macOS ist das erfolgreichste BSD UNIX und generell erfolgreichste UNIX auf dem PC, denn Linux ist kein UNIX.). Ganz profane Hilfen finden sich hier, wenn etwa ein Programm nicht mehr reagiert. Abhilfe kann gezieltes Löschen oder Verschieben von Dateien in dem Library-Ordner bringen.

Egal, ob man als Mac-Novize (meist angefixt durch ein iPhone) gerade erst beginnt, in der Mac-Welt Fuß zu fassen (Nebensatz: Es gibt 8 verschieden Arten, einen Screenshot über die systemweiten Shortcuts zu erstellen. Ich gebe zu, dass ich nicht alle immer parat habe.). Gerade wenn man von einem PC auf einen Mac umzieht, ist das Kapitel Migrationsassistent im Anhang gut. Auch wer vom Mac kommt, wird hier entsprechend bedient (Time Machine, alten Mac übertragen). Auch der eindringliche Hinweis, zwingend ein Backup zu machen, wenn man von einem älteren System mit HFS+ kommt, da ja nur noch – seit Catalina – AFPS (das neue Filesystem) gültig ist. Der Hinweis ist auch wirklich erst zu nehmen, denn einen Wechsel des Dateisystems bei der Migration ist kein Pappenstiel und Time Machine macht es dem Anwender sehr, sehr einfach, ein Backup zu erzeugen. Hier gibt es einfach keine Ausrede mehr. Es ist dann schlicht Dummheit!

Es sind manchmal die kleinen Dinge, die es wert sind, betrachtet zu werden. Im Kapitel zum Internet gibt es auch den Bereich zur Sicherheit im Internet. Hier wird innerhalb der Systemeinstellungen/Sicherheit die in macOS eingebaute Firewall vorgestellt und erläutert. Hier geht Ochsenkühn fein granular darauf ein, dass Apps ausgewählt werden können, die etwa aus dem Internet nicht erreicht werden sollen. Ich selber nutze für Nach-Hause-telefonierende Apps und seit einiger Zeit auch mit Firewall Little Snitch. Ein prima Programm, das mich nun deutlich länger als eine Dekade begleitet und ausgesprochen gut ist.

Für den Mac-begeisterten Neuling, so er nicht umbedingt aus der iPhone/iPad-Ecke kommt, sind Dinge wie Quick Look, Air Drop, Air Print, Hand Over, Mission Control oder Split View mit unter nicht wirklich bekannt. Exemplarisch das Video zu Splitt View. Dieses läßt für die Handhabung dieses Features keine Wünsche mehr übrig.

Wer mehr aus seinem Mac mit macOS Big Sur holen will und sich dann auch gut versorgt wissen möchte, sollte es einmal nicht so rund laufen. Ja, auch das kann am Mac passieren. Wer sich aber jemals durch Keys unter H_CURRENT_USER (oder anderen Abzweigungen in der Registry) „gewühlt“ hat, der wird die Fehlerbehandlung am Mac als durchaus angenehmer empfinden. Das Buch alleine ist schon spitze, die Videobeigaben des Videobuches machen es im Vergleich mit anderen Werken konkurrenzlos. Hier hat Anton Ochsenkühn erstklassige Arbeit geleistet.

Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit

Buch Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit
2021 Droemer Verlag
Mai Thi Nguyen-Kim
368 Seiten
ISBN 978-3-426-27822-2
20,00 €

Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit

Wahr, falsch, plausibel?
Die größten Streitfragen wissenschaftlich geprüft

Ein Wissenschaftsbuch, das mit 9 Kapiteln streitbare Themen beleuchtet von Mai Thi Nguyen-Kim.

Doch wer ist die Autorin?
Mai Thi war während ihres Studiums Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Weniger als 0,5 % aller deutschen Studenten werden von der Studienstiftung gefördert. Sie ist Wissenschaftsjournalistin für verschiedene Formate des ZDF. Sie startete mit YouTube-Kanälen zu Wissenschaftsthemen. maiLab als aktuelles Format hat ein Millionenpublikum (mehr als 1 Millionen Abonnenten im September 2020). Mai Thi hat u.a. 2020 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland bekommen.

Mai Thi nimmt den Leser mit. Das wird nicht allein durch die Du-Form erreicht, sondern durch die sehr erfrischende Schreibweise. Die zahlreichen Infoboxen lassen die wissenschaftlichen Inhalte und Fachbegriffe leichter verstehen und verdauen (etwa die 4 Phasen der wissenschaftlichen Studien (ohne Prästudien), Korrelationen, Genom, Belastungen bei Tierversuchen). Dass Mai Thi hier ein wissenschaftliches Sachbuch geschrieben hat, kann man fast vergessen, da ihre Sprache hier sehr stark bewirkt, dass der Leser gefesselt am Buch klebt.

Wissenschaftlichkeit heißt nicht, weniger streiten, sondern besser.

(S. 342)

Viele der Themen polarisieren. Das Thema „Videospiele und Gewalt“ ist so ein Stichwort. Hier hat sicherlich jeder eine dedizierte Meinung zu. Auf der einen Seite wird e-Sport als Möglichkeit gezeigt, Videospiele auf Vereinsebene im sportlichen Wettkampf auszutragen, auf der anderen Seite sind die Vertreter, die Korrelationen zwischen Amokläufern und Egoshootern sehen. Leider ist die wissenschaftliche Datenlage für das eine Lage oder das andere Lager objektiv betrachtet nicht wirklich weit auseinander. Hier werden dann auch – wie im weiteren Verlauf des Werkes auch – studienverzerrende Methodiken vorgestellt: P-Hacking, Publication Bias, HARKing.

Sehr schön sind die Fangfragen zu beginn von (fast) allen Kapiteln. Der Leser ist schnell geneigt, sich hier schon innerlich festzulegen. Mitunter kommt dann im weiteren wissenschaftlich unterfütterten Verlauf des Kapitels heraus, dass gegebenenfalls gar keine der in Aussicht gestellten Antworten auch nur ansatzweise richtig ist. Das kann dann zum Reflektieren der eigenen Auffassung führen. Und klar ist auch: Es besteht ein Hang zu klaren, einfachen Antworten. Leider ist die Welt und die Fragestellungen zu komplex, dass es hier immer einfache Lösungen gibt. Wer solche Anbiete, führt leider meist in die Irre.

Mai Thi möchte in ihrem Werk ein Verständnis für das wissenschaftliche Handwerkszeug erzeugen, so dass der Leser in einer Diskussion oder einem Expertendialog im Fernsehen erkennen und einschätzen kann, in wie weit die dargelegten Informationen wohl richtig sind. Dass der wissenschaftliche Konsens keine Abstimmung ist und dass bei einer Konsens-Studie keine Prozentzahl genannt werden kann, sollte dem Leser nach Durcharbeite des Werkes einleuchten. Auch dass ein Konsens nicht in „Stein gemeißelt“ ist, sondern bei neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen änderbar ist, sollte klar sein (das Paradebeispiel: Die Erde dreht sich um die Sonne). Es ist ihr ganz klar wichtig, dass der Leser wissenschaftliche Methodiken versteht bzw. einfordert, denn sonst sind wissenschaftliche Erkenntnisse wenig aussagekräftig. Auch das Verständnis für wissenschaftliche Fehlerkultur – also das Prinzip er Falsifizieren – ist essentiell und sollt bekannt sein.

„Wozu auf die Wissenschaft hören?“, hat sich so mancher währen der Corona-Pandemie gefragt, die irren sich doch eh ständig. Dabei übersehen wir, dass der Unterschied zwischen jemandem, der immer recht hat, und jemandem, der oft irrt, oft nur darin liegt, dass Letzterer seinen Irrtum einsieht.

(S. 340)

Ein Wort noch zu den Anmerkungen: Ganze 23 Seiten fassen die Anmerkungen, die die Fußnoten des Buches aufnehmen und auf weiterführende Literatur oder zitierte Literatur verweisen. Ein beachtlicher Fundus, der für sehr weite Exkursionen reichen sollte.

Mai Thi beendet das Werk mit der Feststellung, dass 2020 für sie ein verrücktes Jahr war, u.a. weil sie Mutter wurde und so an die Zukunft ihrer Tochter und die menschheitlichen Herausforderungen bangend denkt. Mit ganz unwissenschaftlicher Herangehensweise, wie sie betont, weigert sich Mai Thi zu glauben, dass die Pandemie und die Klimakrise nicht gemeistert werden, weil die Menschen doch noch vernünftig sein können und von der Wissenschaft lernen. Ihre Tochter wird irgendwann dieses Buch zur Hand nehmen und ihre Mutter fragen, warum jene damals so seltsam war.

Möge die Tochter wirklich zu dieser Überzeugung kommen, Mai Thi und die Welt wäre sicher sehr glücklich.

Erfolgreiches Publizieren für iPad, iPhone u.a.


2012 amac-buch Verlag
Johann Szierbeck, Anton Ochsenkühn
39,95 €
560 Seiten
ISBN 978-3-940285-48-5

Erfolgreiches Publizieren für iPad, iPhone u.a.

Digitale Zeitschriften, Magazine & Bücher herstellen und vermarkten

Der Siegeszug der Tablets und in vorderster Front Apples iPad hat dem Bereich eBook einen enormen Schwung gegeben. Wenn man die vereinzelten Reisenden bis vor wenigen Jahren mit ihren Schwarz-Weiß-eBook-Readern im 7″ Format eher als Außenseiter belächelte, ist es heute quasi en vogue im iBookstore nach den neusten Bestsellern oder Fachbüchern zu stöbern.

Was liegt da näher, als sich über die gebräuchlichsten Formate (PDF, ePub, Mobipocket) schlau zu machen und vielleicht auch selber anzufangen, eBooks zu erstellen – zumal die Kosten im Vergleich zum klassischen Buch sehr gering sind.

Spätestens seit iOS 5 und somit iBooks und der Kiosk-App im Zusammenspiel mit dem überaus gutem Retina-Display des neuen iPads ist es deutlich, dass iOS als ernstzunehmende Plattform für digitale Zeitschriften und Bücher zu sehen ist, die es den Contentlieferanten relativ einfach ermöglicht, wirklich gutes Geld zu verdienen.

Szierbeck und Ochsenkühn widmen sich diesem spannenden Thema gekonnt und zuweilen mit einer überragenden Ausführlichkeit. Die Ausführungen zu Apples Developer Portal (Zertifikate besorgen, Testgeräte registrieren, Provisioning Profile) nehmen 30 Seiten mit sehr, sehr vielen erläuternden Screenshots ein. Eine derartige Ausführlichkeit und Genauigkeit ist mir noch in keinem Buch zur iOS-Programmierung begegnet. Hier können keine Fragen mehr offen bleiben!

Das Werk ist zweigeteilt. Im ersten Abschnitt dreht sich alles Rund um das digitale Buch. Selbstredend, dass die drei gebräuchlichsten Formate samt Gegenüberstellung vorgestellt und bewertet werden. Ausführungen zu den Readern (Hard- wie Software) folgen. Ein Blick über den Apple-Tellerrand ist dabei natürlich obligatorisch (Kindlein, Galaxy Tab, Fire).

Eine Betrachtung der führenden Distributionskanäle samt Ausführungen zur Anmeldung und Einschätzung, wo man zwingend vertreten sein sollte, folgen im Kapitel zum Verkauf von eBooks. Elementares zum Verkauf erfährt der Leser natürlich auch. Etwa die Beantragung von ISBNs, den unterschiedlichen Mehrtwertsteuersätzen (Print und Online) oder was es mit vlb.de (Verzeichnis lieferbarer Bücher) auf sich hat. Wer noch nie publiziert hat, für den sind die Angaben recht brauchbar, wenn er oder sie dann beim ersten Beantragen der ISBN ob des Preises sicherlich ziemlich zucken wird. Diese Erkenntnis überlassen die Autoren den angehenden Verlegern.

Nach kurzen Angaben zu Hard- und Software zum Publizieren (dabei wird dem Mac nicht etwa der Vorzug vor einem Windows PC gegeben), geht es in den nun folgenden Kapiteln in die Vollen bei der eBook Erstellung als PDF, ePub und Mobipocket. Die Autoren stellen klar heraus, dass man etwa beim ePub-Finetuning durchaus in der Lage sein muss, die XML- oder CSS-Dateien bearbeiten zu können (also auch brauchbare Kenntnisse in XHTML haben sollte). Diese Kenntnisse vermittelt das Buch nicht. Das würde sicherlich nicht nur den Seitenrahmen sprengen.

Das Kapitel zu ePub nimmt von den drei Formaten den breitesten Raum ein. Dies ist aber nicht verwunderlich, denn ist es doch das von Apple für iOS priorisierte Dateiformat. Nach Darstellung der ePub-Datei und welche Contentformate in einem ePub vorkommen können, geht es an das Erstellen von ePubs mit InDesign, QuarkXPress, Pages. Klar, dass es zuweilen noch zu Nachbearbeitungen mit Dreamweawer und Calibre kommt. Das brandneue iBooks Author, das Apple im Januar rausbrachte, wird kurz angeteasert und mundgerecht wird das vom Verlag herausgebrachte Buch zu iBooks Author vorgestellt. Alles Wissenswerte zu dieser genialen Software (nutzt ePub 3.0) findet sich in jenem Werk.

Der zweite Teil des Buches zu den digitalen Zeitschriften und Magazinen beginnt mit dem eingangs gelobten Kapitel zum Apple Developer Portal. Jetzt fragt sich natürlich mancher, wozu man etwa ein Entwicklerzertifikat braucht, wenn man nicht mit Xcode wundervolle in Objective-C geschriebene Apps schreibt? Die Antwort ist einfach: Man “schreibt” mit InDesign und Quark App Studio Apps. Und hier kommen dann die vielen Zertifikate wieder ins Spiel. Der Grund, warum man seine eBooks als Apps herausgeben kann, ist der, dass man nicht den Beschränkungen des eBook-Formats unterlegen ist. Gerade für Zeitschriften verbietet sich das Format eBook und man setzt stringent auf Apps. Wer aber jetzt denkt, dass diese beiden Softwarelösungen relativ günstig etwa die Vereinszeitschrift im modernen Gewand unter iOS verfügbar macht, sollte einen kurzen Blick auf die jeweiligen Kostenunterkapitel werfen – das kann schnell ernüchtern.

Selbstverständlich fehlt das Kapitel zum Hochlade der Apps und Veröffentlichen im App Store nicht. Wer Programme (und ihre Handhabung) wie iTunes Connect oder den Application Loader nicht kennt, sollte hier ruhig einmal einen Blick riskieren.

Alles in allem ein klasse Buch zum Thema Publizieren für iPad & Co. Zum Teil sehr ausführlich mit sehr vielen und guten Screenshots, die keine Frage im Workflow offen lassen sollten. Wer ernsthaft darüber nachdenkt, Content für iOS zu produzieren, sollte einen Blick in dieses Werk werfen. Derjenige, der über ausreichend gute Webentwicklungskenntnisse verfügt, wird sicherlich ansprechende Ergebnisse produzieren, so er auch hinreichend erfahren in Grafikdesignthemen ist. Selbstredend, dass das Werk für den Kindle (bei Amazon) und als PDF und ePub beim Verlag zu haben ist.

Hackerbrause


o‘Reilly 2011
Kathrin Ganz, Jens Ohlig & Sebastian Vollnhals
144 Seiten
9,90 €
ISBN 978-3-86899-141-3 (Buch)
ISBN 978-3-86899-177-2 (eBook)

Erfrischungen für Geeks – Hackerbrause

In bekanntem Format präsentieren die drei Autoren ein kurz&geek Titel zu Hackerbrausen. Das sind jene Erfrischungsgetränke, die in Hackerkreisen schon lange etabliert sind, den meisten Leuten außerhalb der Szene aber eher unbekannt sind. Klar, Colas wie Fritz Kola oder Afri-Cola werden immer bekannter, denn auch der gut sortierte Getränkebereich eines Markensupermarktes hat sie mittlerweile im Angebot.

Das kleine Werk startet mit der Geschichte der Hackerbrausen. Die Geschichte beginnt in Hamburg, beim KGB, der mitnichten eine Regierungsorganisation ist, sondern schlicht ein Kollektiver Getränke Betrieb. Von Hamburg gelangte dann die Club-Mate, die Ur-Hackerbrause, nach Berlin. Interessant an der Geschichte ist, dass der Brunnen, der Club-Mate anbot, diese eigentlich gar nicht im Portfolio haben wollte und ihr den Garaus machen wollte, aber die Fans Sturm liefen, bis dem Geschäftsführer schlussendlich dämmerte, dass das ein echter Bringer ist und sich nebenbei gut verkauft – viel besser als sein Bier, was er lange Zeit nicht wahr haben wollte.

Nach der Aufklärung zu Wirkung und Nebenwirkung der Hackerbrausen wird auch gleich die Mate vorgestellt, die für sich in Anspruch nehmen kann, der Klassiker aller Hackerbrausen zu sein. Ausführliche Rezensionen finden sich dann auch zu Colas und Energy-Drinks. Die Autoren versichern (fast) alle Getränke getrunken zu haben. Nur bei einem war es ihnen nicht möglich (doch welches das ist, das wird nicht verraten, aber kleiner Tipp: Man kann es im Buch erfahren und wer nicht gerne liest: Klar o‘Reilly hat auch das entsprechende eBook.).

Abschließend gibt es noch coole Rezepte – in flüssiger wie fester Form. Etwa ein Club-Mate-Sorbet oder Drinks und Cocktails (natürlich verbleit – also mit entsprechender OH-Gruppe). Der Zielgruppe entsprechend werden make-Prozesse, Ant- und Maven-Skripte für die Erstellung der Hackerbrausen angesprochen. Lediglich ein CI wird vermisst (etwa ein Mate-Jenkins oder Mate-Hudson), um die Qualität des Outputs zu verbessern.

Ein rundum schönes Buch, das eine echte Marktlücke schließt. Für jeden, der für sich behaupten kann, einen Rechner anzubekommen, der Little Endian von Big Endian unterscheiden kann, der den Trick kennt, einen Intel rückwärts in Assembler zu programmieren, der die müslifressenden Mac-Programmierer verabscheute und heute doch eine Objective-C-Maschine nutzt (und Rosetta nicht für eine Putzfrau hält), ein absolutes Must have!

Steve Jobs Biographie

C. Bertelsmann 2011
Walter Isaacson
702 Seiten
24,99€
ISBN 978-3-570-10124-7

Steve Jobs

Die autorisierte Biographie des Apple-Gründers

„Steve Jobs war einer der größten amerikanischen Innovatoren – mutig genug, um anders zu denken, verwegen genug, um zu glauben, er könne die Welt verändern, und talentiert genug, es tatsächlich zu tun.“ So steht das Barack Obama Zitat plakativ auf der Rückseite der seitenstarken Biographie von Steven Paul Jobs, die es aus dem Stand auf Platz 1 der Amazon-Buchliste geschafft hat.

Was erwartet den Leser von dieser Biographie? Nun es hat im Leben von Steve Jobs schon so manches Buch über ihn gegeben, so dass man geneigt ist zu glauben, wirklich Neues in dem Werk von Isaacson nicht zu finden, doch dem ist nicht so. Es gab auch schon Biographien über den Apple Lenker, die es gar zu rühmlicher Ehre gebracht haben, schnell aus dem Apple Store geschmissen zu werden, weil sie den Zorn Steve Jobs auf sich gezogen haben. Im Gegensatz zu iWoz hat der zweite Steve (und einer von drei Firmengründern) sich aktiv um Walter Isaacson bemüht, was klar im Zuge seiner Erkrankung stand und dem Wunsch geschuldet ist, seinen Kindern eine Möglichkeit zu geben, auch nach seinem Ableben verstehen zu können, warum ihr Vater so war und um seine Entscheidungen begreifbar zu machen. Sicherlich ist es auch die Überzeugung, die „Geschichtsschreibung“ der eigenen Person selber in der Hand zu haben, ein nicht ungewichtiger Grund, denn dieses Buch wird für immer die einzig autorisierte Biographie sein. Mit Walter Isaacson hat sich Steve Jobs einen überaus renommierten Journalisten und Autor genommen (Aspen Institut, CNN, Time Magazine, Biographien über Einstein, Franklin und Kissinger). In der Einführung „Wie dieses Buch zu mir kam“ schildert er die Geschehnisse rund um die ersten Anbahnungen. Besondere Erwähnung gebührt hier Laurence Powell, Steve Jobs Frau, die dem Autor 2009 unmissverständlich klar machte, wenn er je eine Biographie über Steve Jobs schreiben wolle, dann jetzt, nachdem Steve Jobs schon 2004 mit Walter Isaacson Kontakt aufgenommen hatte, der es aber bislang abgelehnt hatte diese Biographie zu schreiben. So zeigt es sich sehr deutlich, dass es im Leben von Steve Jobs einige besondere Frauen gab. So auch seine erste, uneheliche Tochter Lisa, nach der der erste gefloppte GUI-Rechner von Apple benannt war. Bekannt ist die Geschichte, dass er, nach Börsengang Apples zum Multimillionär geworden, nicht bereit war, Unterhalt für seine Tochter zu zahlen, so dass sogar Mike Markkula, eine Art Vaterfigur für Steve Jobs, dieses missbilligend kommentierte. Wenn man sich dann das Bild vom Griechenlandurlaub 2006 u.a. mit Lisa (Bild 20) ansieht, scheint es so, als sehe man eine glückliche Patchwork Familie.

In über vierzig Interviews sind letztendlich 40 Kapitel geworden, die bekanntes zeigen: Den Visionär (aufrollen des angestammten MP3-Spieler Marktes mit iPod und iTunes, um damit Technologie- und Marktführer zu werden; aus dem Stand den Smartphone Markt neu zu erfinden und das, was wir heute als Smartphone kennen, erst zu etablieren), den Erfinder (einige dutzend Apple Patente zieren Steve Jobs Namen, wenn dahinter immer ein, in der Regel leider namenloses, sehr, sehr gutes Team steht), den Despoten (bekannt die Elevator Stories, die einen Apple Angestellten innerhalb von 40 Sekunden arbeitslos werden lassen konnten, wenn er zur falschen Zeit am falschen Ort war und nicht die richtigen Antworten parat hatte). Auch die Geschichte von Apple, NeXT und Pixar ist wohl bekannt. Besonders bei Pixar, dem Gelegenheitskauf von Georg Lukas, weil dieser auf Grund seiner Scheidung Geld brauchte, ist es bemerkenswert, dass Steve Jobs hier dem Team um John Lasseter nicht reinredete, so dass diese schlussendlich stark beachteten Erfolg mit ihren Animationsfilmen feierten und Steve Jobs als krasser Außenseiter Hollywoods Oscars entgegen nahm. Die wenigsten wissen vielleicht noch, dass Pixar eigentlich nur ihre Animationssoftware vermarkten wollte und die ersten Kurzfilme nur Demos waren, um zu zeigen, wozu die Software in der Lage war.

Aber in Walter Isaacson Werk zeigt sich auch ein überaus emotionaler, fast ist man geneigt zu sagen zerbrechlich wirkender Mensch. Als Referenz kann hier das Kapitel 31 „Music Man: Der Soundtrack seines Lebens“ herhalten.

„Zuerst hörten wir die üblichen Dylan- und Beatles-Stücke, dann tippte er auf «Spiritus Domini», einem von Benediktinermönchen gesungenen gregorianischen Choral. Eine Minute lang hörte er völlig versunken zu. «Das ist wunderschön», sagte er mit leiser Stimme. Es folgte Bachs Zweites Brandenburgisches Konzert und eine Fuge aus dem Wohltemperierten Klavier.“ Seite 489

Wie kein anderer Autor, der versuchte, sich der Person des Steve Jobs zu nähern, ist es Walter Isaacson gelungen diese Extreme des Steve Jobs aufzuzeigen. Auf der einen Seiten den knallharten Firmenlenker, der etwa bei Einstellungsgesprächen bei Apple die meist sichtlichen gestressten Probanden nach deren sexuellen Neigungen befragte. Der aber auch, das ist überliefert, sich Fußerfrischungen in Apples Toilettenkeramik verschaffte. Der zeitlebens dem Zen-Buddhismus verbunden war, auf seiner Indienpilgerreise (semisponsored by Atari) fast ums Leben gekommen wäre und die Erleuchtung doch nicht fand. Dem aber auch der Begriff des Reality distortion fields geschuldet ist (leicht zu überprüfen, man suche nur nach Ron Wayne als drittem Firmengründers von Apple auf deren Website).

Auf der anderen Seite ein Mensch, der die Musik der Beatles vergöttert. So ist das stringente Handeln Apples zu erklären, die Werke der Fab Four in den iTunes Store zu bekommen, was angesichts der gerichtlichen Aspekte Apple vs. Apple nicht immer einfach war. Schön, dass Steve Jobs noch zu Lebzeiten die Werke aus dem iTMS bekommen konnte, wenn er auch etliche Werke bereits zuvor von LP auf seine iPods/iPhones/iPads transferiert hatte. Jemand, der angesichts seines nahenden Todes, in sehr intimen Interviews seinem Gegenüber offenbart, dass er sich mehr um seine Familie hätte kümmern müssen. Was dem geneigten Leser ein Stück weit erahnen kann, wenn man sich die Reisefotos ansieht, auf denen der Vater einen Reise nur mit einer Tochter unternahm, was angesichts des überquellenden iCal-Kalenders von Steve Jobs hohen Stellenwert genießt.

In den vielen Kapitel stecken auch für eingefleischte Apple Fans manchmal noch Überraschungen, etwa der „thermonukleare Krieg gegen Googles Android“, der Verrat von Eric Schmidt an Apple oder das Geheimnis des nummernschildlosen Mercedes.

Wie es eingangs in Barack Obamas Zitat steht, war Steve Job einer der größten amerikanischen Innovatoren. Menschen, die das Glück hatten, ihn erleben zu können – etwa in einer Keynote -, von persönlichem Kontakt will ich hier gar nicht sprechen, sind meist berührt von ihm. Stellvertretend für viele ein Zitat von Jörg Kantel, dem Schockwellenreiter:

„Ich war vor etlichen Jahren von Apple einmal eingeladen, eine Keynote von Steve Jobs live in Paris zu hören. Es war ein Erlebnis, denn Jobs hatte Charisma und konnte seine Zuhörer begeistern. Er hinterläßt nicht nur bei Apple eine schmerzliche Lücke, denn Visionäre, besonders erfolgreiche Visionäre, sind in einer Welt, in der nur noch der Cash Flow und die Dividende zählen, sehr, sehr selten geworden.“ schockwellenreiter.de 06.10.2011

Auch die Reaktionen im Netz zum Tode Steve Jobs waren in dieser Form außergewöhnlich. Wenn ein Staatenlenker stirbt (Ost wie West) wird dieses von den Agenturen gemeldet – Print, TV wie Internet. Bei Steve Jobs waren nicht nur alle Apple Sites weltweit gleichgeschaltet, auch bei Amazon und bei Google war dieses traurige Ereignis sofort auf der Website sichtbar. Die Web 2.0 Sites seien an dieser Stelle einmal nicht sonderlich erwähnt, einzig dieses Zitat

„The fact that Steve Jobs‘ photo is still the entire homepage during 4S, iOS 5, iCloud says a lot about Apple“ Apple Spotlight auf Twitter am 12.10. 2011

Abschliessend die Empfehlung: Nicht nur Apple Jünger, sondern auch dem Lifestyle Unternehmen eher kritisch eingestellte Menschen werden diese über 700 Seiten sicherlich gerne lesen und einen Einblick in die Person Steve Jobs bekommen, der für immer mit außergewöhnlichen Errungenschaften des 21. Jahrhunderts verknüpft sein wird. Zukünftige Generationen werden vielleicht sagen: „Ja Apple, das ist die Firma, die den PC erfunden hat (Apple II), den MP3-Spieler (iPod), das Smartphone (iPhone) und den modernen Fernseher (iTV).“ Nichts davon ist wahr, aber die generelle Aussage stimmt: Apple ist ein Lifestyle Unternehmen, das Trends setzt und Innovationen schafft, die es zuvor nicht gab.

Eins, das hat Steve Jobs klar zum Ausdruck gebracht, war ihm wichtig: Seine Firma soll auch nach seinem Ableben innovative Produkte entwickeln und vorankommen. Als großes Vorbild hat er dabei immer Hewlett Packard gesehen, denen er in seiner Jugend Elektrobauteile abschwatzte. Es scheint so, als habe er ganze Arbeit geleistet.

„Die Menschen, die verrückt genug sind zu denken, sie würden die Welt verändern, sind diejenigen, die es tun werden.“ „Think different“-Spot 1997

Win7

book
Unterschleißheim 2010
Microsoft Press
352 Seiten
9,90 €
ISBN 3-86645-870-3
Jerry Joyce, Marianne Moon
Windows 7 – Auf einen Blick

Viele sagen, dass Windows 7 das erste „richtige“ Windows seit XP ist, nicht nur dass Vista auf Netbooks nicht lauffähig ist, auch die vielen permanenten Sicherheitsabfragen der Benutzerkontensteuerung in Vista nervten doch viele. Windows 7 ist schlank, elegant und einfach anders. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass Microsoft Press zum Start ihres neuen Babies ein günstiges Einsteigerwerk auf dem Markt bringen.

Das Buch ist so gegliedert, dass man es nicht an einem Stück verschlingen muss. Das großzügige Stichwortverzeichnis (immerhin 14 Seiten lang) lässt das gesuchte schnell finden. Auch die zahlreichen Querverweise im Buch helfen dabei, ein Thema gründlich bearbeiten zu können.

Dabei belassen es die Autoren nicht nur dabei, das neue System Schritt für Schritt mit vielen farbigen Bildschirmfotos vorzustellen, sondern gehen auch auf Themen wie Kommunikation (E-Mail-Clients, Webmailer und Windows Live Mail), Bildbearbeitung und –verwaltung (etwa mit Windows Live Fotogalerie) oder Multimedia (etwa Windows Media Player oder Windows Media Center). Themen rund um das Arbeiten mit Windows wie etwa Konfiguration von Windows 7, Netzwerke, den Rechner als Arbeitsplatzrechner nutzen oder das Thema Sicherheit runden „Windows 7 – Auf einen Blick“ ab..

Gut gelungen ist die grafische Aufmachung des Werkes. Die in den Text eingestreuten Boxen „Tipp“, „Siehe auch“ (für einen Querverweis) und „Achtung“ (für eine potentielle Gefahrenstelle) sind gute Hilfestellungen für den Leser.

Joyce und Moon schreiben locker und direkt. Wie bereits im Vorwort erwähnt, findet sich in diesem Werk keine Computerfachsprache, womit es sich in erster Linie an den Heimanwender richtet, der – eventuell auch vor Kauf von Windows 7 – sich mit den neuen Features vertraut machen möchte. Aufgrund des günstigen Verkaufspreises sicherlich eine lohnende Investition.

iLife ’09

ilife
2009 amac-buch Verlag
Anton Ochsenkühn, Johann Szierbeck, Uwe Schrödersecker
iLife ´09
iPhoto, iTunes, iWeb, GarageBand, iMovie, iDVD
494 Seiten
29,95€
ISBN 978-3-940285-08-9

Die seit mehreren Jahren jedem neuen Mac beiliegende Software-Suite ist schnell eingesetzt und ansehnliche Resultate erzeugt. Mit dem vorliegendem Werk geben die Autoren einen sehr detaillierten Überblick über die einzelnen Programme von iLife inklusive iTunes.

Sehr schön sind die durchgehend zahlreichen Screenshots sowie die unterschiedlichen Farben für die einzelnen Bereiche der beschriebenen Programme, was unter Umständen den Umweg über das Inhaltsverzeichnis oder den sehr umfangreichen Index ersparen kann.

Ganz klar, die medienträchtigen Neuerungen – etwa die automatische Personenerkennung in iPhoto – werden anschaulich erklärt. Aber auch das automatische Laden von Covern in iTunes oder dessen Genuis-Funktion werden erwähnt zusammen mit dem Hinweis, dass persönliche Daten hierbei an Apple übermittelt werden, was mancher eventuell nicht möchte und deshalb lieber auf diese Funktionalitäten verzichtet.

Nach dem Durchlesen von iLife ´09 steht dem professionellen Einsatz dieser Software-Suite nichts mehr im Weg. Den einen oder anderen Kniff vermitteln die Autoren, die schon lange im Mac-Lager tätig sind und entsprechende Erfahrungen u.a. in verschiedenen Buchprojekten zum Thema Mac aufweisen. Für das Offline-Lesen etwa bei langen Zugfahrten eignet sich das Buch ausgezeichnet, aber auch beim Experimentieren am Mac sollte das Buch nicht fehlen. Der Umfangreiche Index sorgt dafür, dass das Werk auch später noch als Referenz im Regal gute Dienste tut.