Charlotte Knobloch über die AfD

»Ich sehe in vielen Bereichen keinen Unterschied zur NSDAP«

Charlotte Knobloch empfiehlt, ein Verbotsverfahren gegen die AfD zu prüfen. Die Partei ähnele zunehmend der NSDAP. Im Kampf um die Demokratie hält die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden radikale Mittel für angemessen.

»Auch die NSDAP hat einmal klein angefangen und ausprobiert, was alles möglich ist. Exakt das passiert bei der AfD: Ihre Politiker testen aus, was zumutbar ist. Und wir sehen: Sie wachsen mit zunehmender Radikalität«, sagte Knobloch. »Ich sehe in vielen Bereichen keinen Unterschied mehr zur NSDAP, bevor diese an die Macht gekommen ist. Ich habe viele schreckliche Parteien erlebt, NPD, Republikaner, DVU. Sie sind gekommen und wieder verschwunden. Keine war so gefährlich, wie es die AfD ist.«

SPON

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AfD-Anträge gegen Wahlausschluss abgewiesen

Die AfD-Politiker Stephan Bothe und Martin Sichert dürfen vorerst nicht bei der Landratswahl antreten.

Die Verwaltungsgerichte in Lüneburg und Oldenburg haben die Eilanträge der AfD-Politiker Stephan Bothe und Martin Sichert gegen den Ausschluss von den Landratswahlen in Friesland und Lüneburg abgelehnt

Die Gerichte erklärten, Entscheidungen, die unmittelbar das Wahlverfahren betreffen, könnten grundsätzlich erst nach der Wahl in einem Wahlprüfungsverfahren überprüft werden. Eine Kontrolle schon vor der Abstimmung sei nur stark eingeschränkt möglich. Einen offensichtlichen Fehler, der später zur Ungültigkeit der Wahl führen könnte, sahen die Kammern nicht.

HAZ, tomorrow
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„Deutschland muss Druck ausüben“

Menschen suchen für ihre Probleme Sündenböcke - und Juden wird diese Rolle seit der Antike zugeschrieben.

Israels Ex-Botschafter Stein hofft auf eine Abwahl Netanjahus – und die Konfrontation mit der AfD

Er inszeniert sich als starker Mann, der für Israels vermeintliche absolute Sicherheit sorgt. In Wahrheit tut er dem Land aber nicht gut. Ich halte ihn schon seit Langem für gescheitert: Er hat seine Kriegsziele – sowohl in Gaza, als auch im Iran – verfehlt und Israel in eine totale Abhängigkeit von Donald Trump geführt. Seine Koalition mit Populisten und Rechtsradikalen hat die politischen Möglichkeiten verengt. Aber er hat nach wie vor Siegeschancen, weil ihn viele noch immer als „Mann der Sicherheit“ sehen. Nach dem Trauma des 7. Oktober 2023, das Israel noch längst nicht bewältigt hat, ist das für viele Wähler entscheidend. Andere Themen haben kaum eine Chance. Dass davon Netanjahu profitiert, wirkt absurd.

Nur weil die AfD sich zu Israel bekennt, ist sie nicht weniger gefährlich für Juden. Wenn die AfD Muslime ablehnt, können sich Juden genauso wenig sicher fühlen. Trotzdem halte ich die Brandmauer inzwischen für gescheitert. Ideen kann man nicht aus den Köpfen verbannen. Man muss sich mit ihnen auseinandersetzen und Menschen von den Gefahren überzeugen, die die AfD für die freiheitliche demokratische Gesellschaft darstellt. Das gilt auch für die jüdische Community, die ein integraler Bestandteil der Gesellschaft ist.

HAZ, today

Und nebenbei: Jesus ist Jude.

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Verleumdungskampagne gegen Politiker vor Wahlen – gesteuert von Russland?

Stefan Politze (SPD), Vorsitzender der Landtagsfraktion: Wer Kandidatinnen und Kandidaten mit erfundenen Vorwürfen überzieht, manipuliert freie Wahlen und unsere Demokratie.

Mord, Missbrauch, Korruption: Der Verfassungsschutz berichtet von manipulierten Vorwürfen – auch in Niedersachsen vor der Kommunalwahl. Betroffen sind bislang CDU, SPD, Linke, FDP und Grüne.

Nach Angaben der Deutschen Welle (DW) zeigt ein Faktencheck, wie gefälschte Inhalte auf Social-Media-Kanälen gezielt Kandidatinnen und Kandidaten vor Wahlen in vier Bundesländern verleumden. „Wir haben beobachtet, dass die Desinformationskampagne zuletzt an Fahrt aufgenommen hat, sowohl quantitativ als auch hinsichtlich der Narrative“, sagte Joscha Weber, Leiter von DW Faktencheck. „Auffällig ist, dass die Verleumdungen immer heftiger werden: Mord, sexueller Missbrauch oder Korruption werden den unterschiedlichsten Kandidaten vorgeworfen, um sie zu diskreditieren.“

Das Ausmaß ist alarmierend“, sagte Politze. Von AfD und BSW gebe es keine Fakes. „Dass putinhörige Politiker nicht betroffen sind, ist kein Zufall“, sagte Politze. Dass falsche Posts laut DW bei Meldung besonders lange bei Elon Musks X stehen blieben, spreche ebenfalls Bände. Weder Russland noch die Big-Tech-Konzerne aus den USA hätten ein Interesse an einem starken Europa, welches sich ihren Plänen entgegenstelle, sagte Politze.

HAZ, today
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Vorgestern vor 65 Jahren wurde der antiimperialistische Schutzwall hochgezogen

Brandenburger Tor mit Mauer davor
Fotorechte bei Friedhelm Poschadel

Erinnerung Bernauer Straße an den fliehenden DDR-Grenzer nach Westberlin.
Erinnerung bei der Bernauer Straße.

Roter großer Aufsteller zur Berliner Mauer mit Todesstreifenabbildung. Daneben ein Stück Mauer mit Graffities.
Ein Mauersegment und Erinnerung an den Todesstreifen.

Die sog. Berliner Mauer war vieles wie das Sinnbild der deutschen Teilung, die Manifestierung der Welt in zwei Machtbereiche, den Warschauer Pakt (Legacy), NATO und den Rest, der Eiserne Vorhang, die Grenze des westlichen Konsums und weiterer Technik .
Schwarz-Weiß-Bild: Walter Ulbrich stehend in der Mitte, links und rechts sitzen je ein SED-Politiker.
Walter Ulbricht während der Pressekonferenz am 15. Juni 1961, Bundesarchiv, Bild 183-83911-0002 / CC-BY-SA 3.0

"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten"

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Die Berliner Mauer war während der Teilung Deutschlands ein Grenzbefestigungssystem der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), das vom 13.August 1961 bis zum 9.November 1989 bestand, um West-Berlin vom Gebiet der DDR hermetisch abzuriegeln. Sie trennte nicht nur die Verbindungen im Gebiet Groß-Berlins zwischen dem Ostteil („Hauptstadt der DDR“) und dem Westteil der Stadt, sondern umschloss alle drei Sektoren des Westteils vollständig und unterbrach damit auch seine Verbindungen zum sonstigen Umland, das im DDR-Bezirk Potsdam lag. Die Mauer verlief dabei zumeist einige Meter hinter der eigentlichen Grenze. Von der Berliner Mauer ist die ehemalige innerdeutsche Grenze zwischen Westdeutschland(alte Bundesrepublik Deutschland) und der DDR zu unterscheiden.

Die Mauer wurde auf Geheiß der SED-Führung unter Schutz und Überwachung durch Volkspolizisten, Soldaten der Nationalen Volksarmee und zum Teil Angehörigen der Kampfgruppen von Bauarbeitern errichtet – entgegen den Beteuerungen des Staatsratsvorsitzenden der DDR, Walter Ulbricht, auf einer internationalen Pressekonferenz am 15. Juni 1961 im großen Festsaal des Hauses der Ministerien in Ost-Berlin.[38] Die Journalistin Annamarie Doherrvon der Frankfurter Rundschau hatte dort damals die Frage gestellt:

„Ich möchte eine Zusatzfrage stellen. Doherr, Frankfurter Rundschau: Herr Vorsitzender, bedeutet die Bildung einer freien Stadt Ihrer Meinung nach, dass die Staatsgrenze am Brandenburger Tor errichtet wird? Und sind Sie entschlossen, dieser Tatsache mit allen Konsequenzen Rechnung zu tragen?“

Walter Ulbricht antwortete:[39][40]

„Ich verstehe Ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja? Mir ist nicht bekannt, dass [eine] solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen und ihre Arbeitskraft dafür voll ausgenutzt wird, voll eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. Wir sind für vertragliche Regelung der Beziehungen zwischen Westberlin und der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik. Das ist der einfachste und normalste Weg zur Regelung dieser Fragen.

Die Staatsgrenze verläuft, wie bekannt, z. B. an der Elbe usw. Und das Territorium Westberlins gehört zum Territorium der Deutschen Demokratischen Republik. In gewissem Sinne gibt es selbstverständlich staatliche Grenzfragen auch zwischen Westberlin und der Deutschen Demokratischen Republik, wenn die Neutralisierung Westberlins erfolgt. Aber es besteht ein Unterschied zwischen den Regelungen, die für die Staatsgrenze mit Westdeutschland gelten, und den Regelungen, die für Berlin getroffen werden.“

Dokumente zur Deutschlandpolitik IV/6 (1961), 925 ff.

Ulbricht war damit der Erste, der den Begriff „Mauer“ in diesem Bezug öffentlich verwendete – zwei Monate, bevor sie überhaupt stand. Über den Bau der Mauer war zu jenem Zeitpunkt jedoch noch nicht entschieden.

Wikipedia

„Ein Zeitzeuge erinnert sich: So war der Mauerbau 1961 in Berlin.“ (Vorwärts)“

Der legendäre und so nie genau gesagte Satz „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört.“ bei der ersten und einzigen friedlichen Revolution in Deutschland, die zur Absetzung der Terrordiktatur führte, bleibt in Erinnerung. Es bleibt zu hoffen, dass Willy Brandt Weitsicht bewies, denn andere, die blühende Landschaften sahen, taten das wohl alleine.

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Die AfD entzaubert sich nicht

Sollte die AfD in Sachsen-Anhalt ans Ruder kommen, kann sie im Land leicht umsetzen, was sie angekündigt hat.

In Sachsen-Anhalt könnte die Partei einiges durchsetzen

Dass die französischen Rechtspopulistin Marine Le Pen sich von der AfD in Deutschland distanziert, weil ihr diese zu rechtsextrem ist, kümmert die deutschen AfD-Wähler auch nicht. Damit sich die AfD in einer Alleinregierung in Sachsen-Anhalt selbst entzaubern würde, müsste sie sich vermutlich personell so zerlegen, dass es keinen Anführer für diese Politik mehr gibt.

HAZ, this weekend
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„Kommt in die Dörfer“

Ein Mann zieht in seine ländliche Heimat zurück und engagiert sich dort. Langweilig? Nicht, wenn es der Sänger Monchi von Feine Sahne Fischfilet ist, der ein Buch über das echte Leben in AfD-dominierten Gegenden schreibt.

„Ich will nicht bewerten, was andere Bands machen, vielleicht habe ich auch völlig unrecht. Aber wenn 10.000 ,Fuck AfD‘ rufen, habe ich oft das Gefühl, dass es dabei dann bleibt. Mir sind fünf Leute lieber, die in der Provinz kontinuierlich was reißen und da auch immer wieder auf Widersprüche klarkommen müssen, als 10.000, die in ihrer Großstadtblase bleiben und sich dabei gut fühlen.“

HAZ, day before yesterday
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