Macoun 2015

Das Klassentreffen der 474 Apple-Entwicklernerds aus 9 Ländern.

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Die Macoun ist im deutschsprachigen Raum einmalig. Vielleicht sogar im europäischen Vergleich. Hier trafen sich am Wochenende 24./25.10.15 Entwickler, Nerds und Freunde des Apfels zum 8. Mal in Frankfurt am Mainufer in der dortigen Jugendherberge, um an zwei Tagen mit umfangreichen Talks, Kaffee und natürlich legendären Kirschkuchen ein Stelldichein unter Freunden vegetarischer UNIX-Systeme zu zelebrieren.

Es hat nicht nur den Anschein eines jährlichen Klassentreffens, es ist wahrlich so, dass sich viele Entwickler seit Jahren kennen und zum Termin in Frankfurt gerne und zahlreich zusammenkommen. Dass die Preisgestaltung des Macoun-Teams um Chris Hauser und Thomas Biedorf sehr moderat und äußerst fair ist (so stieg er Preis des Early Bird Tickets für Einzelpersonen nur um einen Euro auf 79 Euro), zeigt sich schnell, wenn man hier etwa Preise der JAX oder WJAX heranzieht. Die Macoun ist einfach unschlagbar günstig bei durchaus guten bis sehr guten Vorträgen und einem (noch) familiären Charme.

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Chris Hauser und Thomas Biedorf führten wieder durch die Keynote. Dabei durfte ein wenig Statistik nicht fehlen, die mal sinnenhaft (Teilnehmer aus Ländern) und mal nur der Unterhaltung diente, etwa die 1864 getrunkenen Kaffeebecher der letztjährigen Macoun. Dass die Veranstaltung erwachsen und etabliert ist, beweisen die 130 Vorträge und 60 Sprecher bisher. Dieses Jahr gab es 44 Sprecheranmeldungen, wovon es 24 auf das Podium schafften. Die Veranstalter bedauerten, dass keine Frau dieses Jahr unter dem Sprechern ist und appellierten an eben jene und junge Entwickler, die Chance zu nutzten, damit nicht nur die alten, etablierten („die alten Säcke“) Vorträge halten.

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Thomas Biedorf erläuterte noch das Problem des Payments beim Kartenkauf und die ungünstigen Auswirkungen auf die Macoun GbR, die zeitweilig deutliche Außenstände deswegen hatte.

Ein Novum in 8 Jahren Macoun-Geschichte freies WiFi in der gesamten Jugendherberge wurde abschließend noch erwähnt, ehe die einzelnen Channel mit den Talks starteten.

Wer jetzt erwartetet hätte, etwa vorab am Programm orientiert, dass viele, vielleicht sogar sehr viel Beispiele in Swift vorgetragen würden, der sah sich getäuscht. Die Tendenzen, die der TIOBE-Index oder RedMonk aufzeigen, spiegeln scheinbar nicht ganz die Wirklichkeit der Macoun-Sprecher wider. Klar es gab die Swift-Talks wie „Swift Reflexion für Value Types“ oder „Funktional mit Swift entwickeln“, aber viel der anderen Vorträge nutzten als Sprache eben doch noch Objective-C.

Die Armbanduhr

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Ortwin Gentz stellte mit „Entwickeln für die Uhr“ die beiden gebräuchlichsten Smart Watches in Apples Kosmos vor: Natürlich der Apple eigene Handschmeichler und die Pebble. Neben den betriebswirtschaftlichen Motivations-faktoren für diese Geräte zu entwickeln, ist es sicher auch bei Apples Uhr die Notwendigkeit im „Uhrenstore“ auch vertreten zu sein. Die Pebble ist deutlich günstiger zu haben, so dass hier der Spielfaktor sicher auch eine Rolle spielen kann. Wenn auch bei der Pebble keine Entwicklerlizenzen fällig werden, so ist es mit der IDE bei dieser Smart Watch nicht so komfortabel wie bei Apple. Vom reinen Texteditor und Bauen im Terminal über Pebbleex in Xcode bis zur „Webentwicklung“ mit Cloud Pebble kann hier alles gewählt werden. Wobei, das ist anzumerken, die Pebble im guten alten C programmiert wird.

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Bleibt festzuhalten: Die beiden Smart Watches bedienen unterschiedliche Zielgruppen, so dass beide Plattformen sinnvoll und ihre Berechtigung haben. Aber auch hier ist die (fast) perfekte Integration bei Apple deutlich besser.

To sync or not to sync?

Dem durchaus lästigen Thema Synchronisieren stellten sich Frank Illenberger und Kai Brüning. Nachdem sie die theoretische Herleitung mit den verschiedenen Arten, wie man Synchronisieren kann, dargelegt hatten, brachten sie entsprechende Beispiele, die mal mehr oder weniger gut funktionierten.

Schlagworte wie konsistentes Mergen, Intentionserhaltung oder offline Kollaboration fielen in diesem Zusammenhang. Alleine die Fragegestellung, wie vorgegangen werden soll, wenn an einem in Kollaboration bearbeiteten Dokument Änderungen zurückgenommen werden (Apfel-Z-Modell), ist nicht ad hoch zu beantworten. Hier taten die netten Folien mit dem Kirschkuchen, seinem sich ändernden (geplanten) Gewicht und weiteren Macoun-Parametern einiges, um das doch sehr trockene Thema interessant rüber zu bringen.

Das Fazit der beiden: Es gibt keine allgemeine Sync-Lösung. Hier bleibt der Rat, nach programmatischen Lösungen zu suchen, ggfls. die Businesslogik anzupassen, auf unique Contrains zu verzichten und das Ganze gestaltet sich eher schwer und langwierig, als dass schnelle eine Lösung erzielt wird.

Pimp my App

Wie man mit Core Animation richtig nette Animationen für die bisher vielleicht eher spröde App erstellen kann, zeigte Thomas Wolters in seinem Talk. Die vorgestellten Codesegmente waren allesamt in Objective-C gehalten und wurden im Simulator ausgeführt. Die Transitions wurden entsprechende überarbeitet, so dass bei bei Falscheingabe beim Login der ganze Button Feuer fing und abbrannte. Möglich machte das der Einsatz von SVG mit entsprechendem Framework.

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Der Schlüssel zum Glück

Klaus M. Rodewig stellte keine Techniken für glückliche Apps vor, sondern Basics, wie Glück entstehen kann, da Apps sicher sind. In sofern ist dieser Vortrag essentiell wichtig bzw. das dargelegte Handwerkszeug für jeden Entwickler.

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Zunächst bedauerte auch er, dass keine Vorträge von Frauen dieses Jahr auf der Macoun zu hören seien und ermunterte ebenso dazu, dieses doch nächstes Jahr einmal zu probieren.

Da er nur Objective-C-Beispiele benutzte, kam dann auch die entsprechende Swift-Bashing-Folie.

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Am echten Beispiel einer auditierten Firmen-App zeigte er die Tücken und Fallstricke, wenn unbedarft vorgegangen wird. Dass SHA-1 und MD5 als gebrochen und damit unsicher gelten (Rainbowtables), ist sicher weithin bekannt. Dass sich aber durch Salten deutlich mehr Sicherheit erzeugen lassen, da dann gegebenenfalls die ersten Bytes des Cipher nicht unverschlüsselt bleiben (kein entsprechendes Padding), war schon in der Demo sehr interessant zu sehen. Auch Keychain, NSFileProtection, TLS Certificate Pinning und TLS 1.2 wurden erklärt und mit Inhalt gefüllt. Das Ganze dann natürlich immer mit praktischen Ausflügen in Xcode.

Auch der Verweis auf BSI TR-02102 Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen fehlte nicht.

Alles Retro

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In der 30-Jahre-Macintosh-Ausstellung des Verein Digital Retro Park, die auch in diesem Jahr wieder mit zahlreichen nostalgischen Unikaten aus dem erweiterten Apple-Universum bestaunter war, konnte man nicht nur nette alte Hardware bewundern, sondern sein Spielglück auch an einem alten Atari-Spielautomaten testen.

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Wer sich etwas die NeXT Cube genauer ansah, der konnte neben der User Experience des UI klar erkennen, dass viel von NeXT in OS X eingeflossen ist. Ein kurzer Blick in das About des Workspace Managers zeigt, dass auch Bertrand Serlet schon zu NeXT-Zeiten dabei war.

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Party by Macoun und DREIMANNZELT

Die schon legendäre Macoun-Party fand wieder im benachbarten „Lokalbahnhof“ statt. Die Bedienungen hatte – gerade anfangs – mächtig viel zu tun. Die Gunst der Zeitumstellung und der Umstand, dass am Sonntag die Konferenz erst um 11:00 Uhr begann, ließen Raum für viele Gespräche (und das ein oder andere Bier).

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Im Gegensatz zum letzten Jahr war der Macoun-Bereich mit Obergeschoß und Zelt draußen etwas eng, so dass wohl nicht alle Platz fanden. In 2014 half natürlich der Kalender (die Macoun war im September) und somit das sommerliche Wetter der Draußenparty enorm, das Ganze gut zu verteilen.

Ich glotz TV!

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Am Sonntagvormittag stellte Alexander von Below nicht nur das Apple TV 4 (oder auch schlicht „the new Apple TV“ im Apple-Speak) vor, dass sicher jeder schon gesehen hat (und sei es nur im Apple-Konferenzvideo). Überraschend war die „Ausbeute“ auf die Frage, wie viele denn nun der anwesenden Entwickler ein Gerät „gewonnen“ hätten (die obligatorischen 1 US-$). Es waren ca. 30 – 40 Anwesende.

Als Aufhänger hatte er ein Job’s Zitat zum Apple TV (Fernseher gemeint) aus der offiziellen Isaacson-Biografie genommen, in dem Jobs sagte, das Thema Fernseher vergeigt zu haben. Zusammen mit der Parallele des Intel-Mac-Prototypen (Transition Kit aus 2005) und dem Umstand, dass die „verlosten“ Apple TVs die ersten Vorabmodelle seit einer Dekade sein, stelle er die Frage in den Raum, ob das nicht etwas ganz großes sei?

Für ganz groß sind aber einige Unannehmlichkeiten dabei – etwa kein WebKit und oAuth so nicht möglich (wobei es mit Alternativen mit Credentials oder 3-Party-Devices gibt), keine Notifikationen. Die Einschränkungen wie nur 200 MB Cache, kein Persistieren (nur per CloudKit). Wer jetzt in Hifi-Gedanken an den fehlenden TOSlink denkt, wird sicher auch nicht wirklich glücklich sein.

Auch die Ablehnungen von App-Einreichungen, sei im Moment durch Apple absurd (O-Ton Alexander von Below), da etwa die Human Interface Guidelines vorschreiben, dass ein Pause-Button unterstützt werden müsse. Eine entsprechende App, die das tat, wurde aus eben diesem Grund abgelehnt.

Alexander von Below hat seine Demos dann in Swift gehalten, aber er beließ es nicht alleine beim Simulator. Das Live-Coding eines recht kruden Pong-Spiels (umgesetzt mit SpriteKit) und Ausführung dieses direkt auf dem Apple TV, war schon sehr interessant. Zumal das Publikum manche Typos erst nach Compilerfehler korrigierend aus dem Auditorium einwarfen, doch Alexander von Below ganz routiniert ließ sich davon nicht beirren.

Siri sei für viele Spiele keine Alternative, ist im Moment auch nicht wirklich vorstellbar, wie man Siri zur Steuerung eines Action-Games einbinden soll. Da aber Apples neue Siri-Fernbedienung gleichzeitig auch ein Gamepad ist, wurde dieses (und ein „echter“ Game Controller auch) programmatisch angesprochen, um Pong zu steuern.

Auch wenn eingangs klargestellt wurde, dass es keine WebKit-Unterstützung gibt, so stehen doch folgendes zur Verfügung: TVMLKit Framework, TVML und TVJS Framework. Bei letzterem ist die App nur ein Launcher für das JavaScript auf dem Server.

Drei Variationen über Webviews

Clemens Wagner zeigte Möglichkeiten, zu Webviews, um in Apps bestehende Webseiten anzeigen zu lassen und das durchaus auch in Apps. Das kann sinnvoll sein, wenn bestehende Inhalte ohne viel Aufwand dargestellt werden sollen, es entsprechen einfach und bildet dazu bestehende Prozesse gut ab. Die oft beschworene Plattformunabhängigkeit ist ebenso gegeben.

Aktuell gibt es 3 Varianten:

UIWebKit -> ab iOS 2 (iPhoneOS 2)
WKWebKit -> ab iOS 8
SFSafariViewController -> ab iOS 9

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Bei der letzten Variante SFSafariViewController handelt es sich um die Möglichkeit, schnell in Apps Webseiten anzeigen zu können. Etwa in Mail in eine Webseite gesprungen (und die Navigation oben links „zurück zu Mail“). UIWebKit hat im Moment noch die Abgrenzung zu WKWebKit, dass Protokolle (also etwa HTTPS, FTP) genutzt werden können.

Wie viele Sprecher waren die Demos von Clemens Wagner in Objective-C gehalten.

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Für die drei Varianten war eine Demo-App als Mini-Wikipedia geschrieben worden, um zu zeigen, wie entsprechend die HTML-Seite gepimpt werden kann, damit sie mehr nach App aussieht.

Die Kunst bestand nun darin, das Erzeugen der Website erst zu verhindern, so dass das Markup entsprechen geändert werden konnte (mehr App-like gestalten) und dann an die Webview geben.

Wir coden uns unsere VR

Orculus Rift et al sind in aller Munde. 3D ist trendig und die Macoun wäre nicht Macoun, wenn nicht hier auch ein wenig Anregung käme. Diese Anregung und Kurzweile verschaffte Matthias Krauß den Zuhörern. Zunächst gab es etwas Theorie zur stereoskopischen 3D-Bilddarstellung, die aber mit netten Folien untermalt wurden.

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Da Cardbords mit ca. 3 US-$ so angenehm günstig sind, sind sie für eigene VR-Experimente gut geeignet. Allerdings gibt es auch einige Fallstricke, wie etwa das farbliche Ausfransen von Objekten am Rand, die Kissenverzerrungen, etc. Da aber fast alle Plastiklinsen sehr ähnlich sind, gibt es hier schon gute bekannte Parameter.

Von Grund auf in mehren Micro-Sprint näherte sich Matthias Krauß einem durchaus annehmbaren Ergebnis gemessen an der Kürze der Vortragszeit.

Dass das ganze Thema spannend ist, zeigten die sich im Anschluß an den Vortrag ergebenden ad hoc „Einzelgespräche“.

Prototypisch

Marco Köppel und Marius Bulla zeigten in ihrem Vortag, warum Prototypen in der Entwicklung (egal ob Hard- oder Software) ihre Berechnungen haben. Die beiden hatten eine recht lange Herleitung, mit den verschiedenen Arten von Prototypen, ihrem „7 Phasen der Prototypen“, das sich sehr am Agilen orientiert.

Ihr Prototyp, eine Werbeeinheit (an ein reales Projekt aus dem Automobilbereich angelehnt), die per BLE und einer iPhone App die Möglichkeiten der erweiterten Papierbroschüre zeigten, wurde mit Beifall aufgenommen, da es zunächst nicht funktionierte, aber mit viel verbalem Einsatz und entsprechenden Überprüfen dann doch noch an den Start gebracht werden konnte.
Der Verweis auf Cocopods fehlte natürlich nicht.

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Fazit

Die Macoun ist lange erwachsen, die Macoun ist ein Muß für jeden, der im Apple-Kosmos entwickelt und meint, an einem Wochenende Neues kennen und ausprobieren zu wollen, der eventuell auch Vor-Ort-Expertenrat im Rahmen der Werkstatt (hier geht es analog der Labs der WWDC um echte Problemstellungen und Lösungen hierfür) erhalten möchte und der vielleicht ein wenig Netzwerken (oder auch nur Wiedersehen) betreiben möchte.

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Es gibt einige Konferenzen zur iOS und OS X Programmierung, aber keine ist so wie die Macoun in Deutschland: Nett, spannend und doch so familiär. Sie gleich als kleine WWDC zu bezeichnen, wie das Christian Schmitz das tut, ist wohl (noch) etwas zu viel gesagt. Auf jeden Fall, und das steht fest, ist die Macoun 2016 im Kalender vorzumerken!

Anki Overdrive

Anki Overdrive - The Future of Gaming (neXGam Review)

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Anki Overdrive – seinerzeit auf der WWDC vorgestellt und nun bald auch bei uns.

Wieder darauf aufmerksam geworden bin ich durch Rob Vegas.

Heute beim iGod-Tempel@everywhere

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Da bin ich doch auffällig zufällig heute in Hamburg und nahm heute Abend die U3, die mich zum Rathaus brachte. In der Mönckebergstraße war ein geschäftsmäßiges Treiben, aus einem Saxophon erklang Laras Melodie, die in den 60iger Jahren zahlreiche Leute in die Kinos zu Dr. Schiwago gebracht hat. Kein äußerliches Anzeichen, dass Apple heute die Welt (so wie Apple sie sieht) neu erfindet. Auch letzten Freitag erkannten nur wenige, dass die Telekom auch die Welt neu erfand: Nämlich Magenta. Aber Apple ist deutlich gewichtiger als der Telcoprovider aus Deutschland, so dass ich zumindest beim Börsenschwergewicht Apple mehr als nur Grundrauschen in der Öffentlichkeit erwartet hätte. Zudem spricht ABC davon, dass die Veranstaltung historisch sei – und das schon im Vorfeld!

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Nun sitze ich im Apple Store Jungfernstieg und warte ob der Dinge…

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19:00 Uhr und das historische Event beginnt mit Bildaussetzern und einem Testscreen. Der Rest kann aber noch kommen…

Hier im ersten der zwei iGod-Tempel Hamburgs ist übrigens nicht sonderlich viel los. Keine Leinwand, Schnittchen, Prosecco. Die Apple-Angestellten beraten noch einige Kunden, keine erregte Anspannung, keine von Apple gekauften Power-Jubler, kein Fernsehn „Freies Hamburg“, nix.

Nur neben mir ein paar Apple Freaks, die wohl niemals Rosetta kannten und sicher durch den Halo-Effekt des iPhones angefixt wurden.

Doch das 6er und 6 Plus werden gezeigt und ich weiß ehrlich nicht, wie die in meine Hosentasche passen sollen. ;-(

Die 4,7 und 5,5 haben sich somit bestätigt.

Warum ich im Store nicht auf den (online) Store zugreifen darf, weiß wohl nur Apple.

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Das Problem legte sich später und das gewohnte „We’ll be back soon“ zeigte sich.

17.9. iOS 8, die Phones ab dem 19.9. natürlich auch in Deutschland.

Dass Apple jetzt die Pay World neu erfunden hat, ist sicherlich eine typische Apple PR-Ansage, jedoch glaube ich nicht, dass Apple Pay die cutting edge Innovation ist. We’ll see…

Der kleine Jungfernstieg-Laden leert sich merklich, da kurz vor 20:00 Uhr. Muss ich dem Herrn Koch außerhalb des iGod-Tempels via iDevice huldigen?

„One more thing“ – The Apple Watch…

So gehypt diese Uhren auch werden, sie müssen meist 1 – 2 Mal pro Tag an den Strom. Zumindest die, die es schon gibt.

Ja, der freundliche iGod-Tempelhüter macht mich auf den Ladenschluss kurz nach 20:00 Uhr aufmerksam und bittet mich als einen der letzten verbliebenen Jünger zu gehen. Auch mein Einwand: „Typisch deutsch!“ und ich kenne die Akkukapazität der Apple Watch noch nicht, halfen nicht. Es wurde ausgekehrt.

Natürlich habe ich den Rest dann noch miterlebt. Hamburg hat halt nette Coffee Shops und Kneipen.

Neulich auf der CeBIT

Im Vorbeigehen an einem dieser typischen IT-Stände so aufgeschnappt:

Und wissen Sie, Android-User, das ist ja allgemein bekannt, haben einen schlechteren Score, Geo-Score natürlich auch, denn wo die wohnen… Chronisch überzogene Dispos, verdienen natürlich weniger. Ist ja auch klar, wegen des Scores und so. Aber das beste, habe ich die Tage im Health Care Blog von Pfizer gelesen: Android-User haben schlechteren Sex. Hat irgendwie was mit der GUI des Handys und den überanstrengten Hirnregionen zu tun. Und leben dadurch natürlich auch nicht so lang.

Ich schaute mich im Vorbeigehen nach dem Sprecher der eben gehörten Sätze um. Ganz der Typ beschlipst, bekoffert und mit Anzug. Fällt eigentlich nicht auf im IT-Dschungel der CeBIT. Nur das Goldfon, das er liebevoll in seiner Hand hielt, verriet ihn. 😉

iPhone 5 ist scheiße

extra 3 Song Das iPhone 5 ist scheiße + Subtitles / Untertitel / Lyrics

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Endlich wird mal Tacheles gesungen – sehr gut! 😉

Traut sich ja sonst niemand.

Quo vadis Apple?

iPhone Parade (4th and 6th generation)

Da schlug ich doch heute die HAZ auf und schaute nach dem iPhone-Artikel. Auf der Rückseite des Hauptteils (im Vermischten) fand ich ihn dann auch. Es war aber mitnichten einer jenen „riesige Schlangen, wahnsinnige Verkäufe“ Artikel, auch wenn das ebenfalls kurz angerissen wurde. Nein, der Fokus lag mehr auf dem Thema, das viele, wahrscheinlich sehr viele Apple-Gläubige, Apple-Jünger, Switcher und jene, die einfach nur cool sein wollen, da man ja ein Apple-Produkt heute haben muss (wenn auch die allermeisten nicht einmal wissen, dass hinter den meisten Fassaden dieser iProducts ein monolithischer Mach-Kernel werkelt, der Unterbau Darwin heißt und dass das ganze ein waschechtes UNIX ist, das mitunter schon mehr als 40 Jahr auf dem Buckel hat, was man dann nicht wirklich als taufrisch bezeichnen kann), nie wirklich andenken.

Es ging vielmer um das Thema Arbeitsbedingungen bei Foxconn und den vielen anderen chinesischen Zulieferern. Klar Apple hat ein „Code of conduct“, will sagen: Nur mit Zuliefern, die Mindeststandards einhalten in Bezug auf Entlohnung, Arbeitssicherheit, Arbeitszeit, etc. ist Apple gewillt zusammenzuarbeiten. Leider sieht die Realität sehr deutliche anders aus. Wem sind die Nachrichten der Suizide bei Foxconn nicht noch im Ohr, als sich verzweifelte Arbeiter vom Dach der Fabrikhalle stürzten. Das ist tragisch und somit klebt symbolhaft an jedem iPhone chinesisches Arbeiterblut. „Deadly dust“ – tödlicher Staub. Eine Umschreibung für Gold bei Karl May.

Doch zurück zu Apple. Die Fertigungskosten sind, am Verkaufspreis eines iPhones gemessen, relativ gering. Es geht von wenigen Dollar bis ca. 25 Dollar. Ein Unternehmen, das das reichste der Welt ist, dessen Barreserven die Eurokrise mit einem Schlag mehr als nur etwas mildern könnten, sollte, was den sozialen Umgang angeht, eigentlich mehr bieten. Die Thematiken des Umgangs von Apple und dessen Firmenleitung zu Mitarbeiten, Konkurrenten und Kunden sind hinlänglich bekannte. Als Quelle dienen zahlreiche Veröffentlichungen (iGod, die offizielle Jobs Biographie oder die von Blumenthal, Inside Apple – die Liste ließe sich noch rech lange weiterführen).

Auch wenn mancher Kolumnist das nächste Große Ding von Apple sucht (etwa Alexander von Below die iCamera, andere das iCar oder das legendäre iTV), so ist ein ganz einfaches „One more thing“ für Apple zwar monetär aufwending, doch der Reputationsgewinn scheint immens.

Ein kurzer Rückblick auf die „Think different“ Kampagne:

Here‘s to the crazy ones.
The misfits.
The rebels.
The troublemakers.

The round pegs in the square holes.
The ones who see things differently.
They‘re not fond of rules.
And they have no respect for the status quo.
You can quote them, disagree with them, glorify or vilify them.
About the only thing you can‘t do is ignore them.
Because they change things.
They push the human race forward.
And while some may see them as the crazy ones,
We see genius.
Because the people who are crazy enough to think
they can change the world,
Are the ones who do.

Und etwas neueren Datums:

„Steve Jobs war einer der größten amerikanischen Innovatoren – mutig genug, um anders zu denken, verwegen genug, um zu glauben, er könne die Welt verändern, und talentiert genug, es tatsächlich zu tun.“ So steht das Barack Obama Zitat plakativ auf der Rückseite der seitenstarken Biographie von Steven Paul Jobs, die es aus dem Stand auf Platz 1 der Amazon-Buchliste geschafft hat.

Apple war und ist ein Unternehmen, das auch immer der amerikanischen Politik, in erster Linie der der Demokraten (Eine unbequeme Wahrheit), nahestand, wenn das auch nicht unbedingt öffentlich gelebt wird.

Somit wäre ein wahrlich „One big more thing“, wenn sich Apple seiner nationalen Rolle bewußt würde, seinen „Code of conduct“ wirklich leben würde und die schönen, von vielen fast als goldenes Kalb angebeteten iGadgets endlich wieder in den USA fertigen würde, zusammen mit Barack Obama ein konjunkturförderndes Signal geben würde (und diesem nebenbei zu seiner 2. und letzten Amtszeit verhelfen würde).

Wie sagte Obama noch: „Steve Jobs war einer der größten amerikanischen Innovatoren – mutig genug, um anders zu denken, verwegen genug, um zu glauben, er könne die Welt verändern, und talentiert genug, es tatsächlich zu tun.“

Da Mr. Jobs nicht mehr unter den Lebenden weilt, setzen wir anstelle seines Namens sein Baby (das, wir wissen es, noch von 2 weiteren Mitstreitern gegründet wurde) ein – und schon paßt es.

Apple würde schlagartig von vielen Amerikanern (die den Demokraten gesonnen sind) Sympathie bekommen. Und selbst die politischen Gegner hätten keine Argumente nationaler Art mehr in der Hand. Greenpeace hätte Tränen in den Augen (wenn nicht, so wollen wir nicht hoffen, abermals billige, gesundheitsgefährdende Chemikalien aus dem iPhone 5 diffundieren).

Zum Abschluß wäre Apple erwachsen geworden und hätte sich von seinem Übervater, dem iGod, gelöst. Die viel beschworene normative Kraft des Faktischen würde aus der Lifestyle Company mit schmutziger Weste, ein Idealbild eines amerikanischen Unternehmens machen, dem neue Käuferschichten nur so zufliegen würden. Und nebenbei bemerkt, würde sich Barack Obama mit einer sicherlich nicht zu verachtenden Steuererleichterung für Apple bedanken, so er die Wahlen gewonnen hätte.

Es muß nicht immer ein iGadget als „one more thing“ sein. Immaterielle Werte und Normen sind mitunter doch mehr wert als Industrieschrott, den nun einmal auch die Firma aus 1 Infinity Loop, Cupertino herstellt.