Die KI-Prediger sparen nicht mit Heilsversprechen, wie schon öfter bemerkt wurde, etwa angesichts von Äußerungen charismatischer Figuren wie dem Tech-Investor Peter Thiel und dem Open-AI-Gründer Sam Altman. Letzterer hatte das Ziel ausgegeben, „magische Intelligenz im Himmel zu schaffen„. Auch mit Vorstellungen vom „Transhumanismus“ knüpfen Gestalten aus dem Silicon Valley an tech-noreligiöse Überzeugungen an, die in den Sechzigerjahren oder noch viel tiefer in der Moderne wurzeln.
FAZ, yesterday
Es wird dann so kommen können (eine von vielen möglichen Zukunftsausgestaltungen), dass die Wirtschaftsblase um KI implodiert, die weltweite Wirtschaft in einer nie dagewesene Art und Weise runterreißt, das das als Extrembrandbescheuniger für Not, Hunger, Elend, Tod und Krieg dienlich ist. Die boliden Hyperscaler werden dabei auch bedenklich ins Wackeln kommen.
Schade nur, dass nach einer längeren Phase der Rekonvaleszenz das Spiel von vorne losgehen wird.
Während eine Expertenkommission noch debattiert, wächst der politische Druck für eine Social-Media-Altersgrenze. Die CDU will nun auf ihrem Parteitag darüber reden, Kanzler Merz ist ebenso dafür wie die SPD. Aber: Ist das eigentlich sinnvoll?
In der EU geht die Angst um, dass der US-Präsident die Tech-Konzerne als Waffe einsetzt. Behörden und Firmen könnten von jetzt auf gleich lahmgelegt sein. Und doch ist die Furcht, auf europäische Lösungen umzusteigen, noch größer
Die US-Konzerne reagieren längst auf Europas Sorgen. Microsoft, Amazon und Google betreiben inzwischen große Rechenzentren auf dem Kontinent und bewerben diese als sichere Lösungen – Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) eröffnete erst im Januar eine Amazon-Niederlassung in Brandenburg.
Kritiker sprechen von einer Scheinlösung. Denn der US Cloud Act verpflichtet amerikanische Anbieter, Daten auf Anordnung von Gerichten oder Behörden herauszugeben – auch dann, wenn die Server in Europa stehen. Geese rät zur Vorsicht: „Politiker können behaupten, sie hätten für digitale Souveränität gesorgt – ohne einen Finger zu rühren.“ Das sei bequem. Aber echte Souveränität gebe es nur mit echten europäischen Lösungen.
Online-Plattform setzt gezielt Suchtreize, die insbesondere Kinder und Jugendliche abhängig machen können. Nun reagiert die EU. Dem Konzern drohen empfindliche Strafen.
HAZ, this weekend
Wie es Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer schon sehr lange sagt. Vielleicht wird die EU die ihr eigenen z.T. sehr scharfen Schwerter einmal einsetzen. Den jungen Menschen ist das auf jeden Fall zu wünschen, nur glauben mag ich es nicht, da die EU bisher immer eingeknickt ist.
Zu Spitzer siehe auch hier oder hier. Auch nicht ganz unerwähnt soll folgendes bleiben.
Kurz vor halb 10 Uhr dachte ich: „Huch, an was hat sich denn Perplexity verschluckt?“
Ich hatte eine Frage einggetatzelt und wollte eine Antwort, doch da kam nix mehr. Hatte ich noch nie, doch es sollte nicht lange dauern, da wußte ich den Grund.
Ich kenne noch den Marketing-Talk des Hyperscaler: Sollte eine Region Probleme machen, kann in einem Hot Swap Roll Over auf eine andere geografische Region gewechselt werden. Es wurde mininmalinvasive Verwerfungen in den Raum gestellt, die sich nahezu nicht in Schicht 7 bemerkbar machen. Gut, soweit zur Theorie, das gerade erlebte sieht anders aus. SPON berichtet auch bereits, so dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass das nerdige Tekkie-Thema auch in den Nachrichten des Oberschichten-TVs behandelt wird.
Es waren zwei sehr gelungen Tage, die viel Spaß machten, wenn auch das Lernen bei mir auch anstrengend war. Das soll aber eben auch aus didaktischen Gründen so sein. Dafür hatte ich Mitstreiter, die meine Schwächen ausglichen zu vollem Teamerfolg.
Es war einer jener grauen Herbstabende in der NRW Stadt Paderborn. Wenn nicht Heinz Nixdorf gewesen wäre, wäre sicherlich kaum Notiz von der Stadt genommen worden.
Er saß zusammen mit einem Kommilitonen in der Szenekneiipe „Zum freien Bit“. Sie waren schon seit Stunden aufgebracht in einer Diskussionssession, der durch die Kneipe ziehende Rauchgeruch (man kann auch deutlich sagen: Eine völlig verräucherte Spelunke) störte sie nicht im geringsten. Und anstelle des Programmierpils wurde Cola nach alter imperialistischer US-Tradition vom nicht mit Apple aufs ärgste verbundenen Brauseliieferanten getrunken.
„Also, ich hab da DIE Software die Tage gefunden, Intergalaktisch! Mosaic heißt sie. Kommt aus der Schweiz, also eigentlich aus CERN. Die Bude ist was, was die Physiker machen, Aber 1A auf UNIX entwickelt. Auf dem NeXT. Kaufe ich mir auch, wenn mein Mac dann in die Jahre gekommen ist. Sind extrem gute Maschinen. Klar, designed by Steve eben. And made in Japan.
Als ich noch mit dem Atari ST rumbastelt, habe ich mir schon eine Hypertext-Software gekauft. Dann mit dem Mac endlich Hypercard. Wir habe das ja in Neuronale Netze kennengelernt. Du traversierte durch den gerichteten Baum (ob binär oder höherer Ordnung sei ganz egal).“
Der andere schaute erwartungsfroh in sein Glas braune Zuckerbrause und hatte an den entscheidenden Stellen (NeXT, CERN, Mosaic) ein flüchtiges Lächeln auf dem Gesicht. Er war derjenige der beiden, der nicht so nerdig war. Schließlich wurde ja Wirtschaftsinformatik unterrichtet. Er hatte im Geiste schon einen kleinen Businessplan zurechtgezimmert. Er, der Denker, Lenker und das Gesicht des aufstrebenden Imperiums. Der andere, der nerdige, schlaksige war da der Macher – also Codierer – der Programmierer. Irgendwie wie bei Apple, dachte er, nur dass der andre zu schlank war, um den Vergleich „rund“ zu machen.
„Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass man mit – sagen wir 10.0000 – gleichzeitigen Mosaic-Sessions eine Zieladresse ansteuert, um sie durch die Vielzahl der Anfragen zu überlasten. Ich nenne das mal „Ki-Bulp-Infection“.“
Er grinste: „Ki, ist mein Namenskurzzeichen und außerdem kann es auch für künstliche Intelligenz stehen. Also Rechnersysteme, die ohne menschliches Zutun anhand von gelerntem Wissen, in der Lage sind in Grenzen natürlich, Neues zu schaffen. Turing etwa mit seinem alten Test: „Hey, bist Du Mensch oder Maschine?“ Oder aber auch Eliza von Weizenbaum. All das gibt es ja schon. Wir müssen nur den Missing Link finden, um ganz groß ins Geschäft einsteigen zu können. Da brauchen wir natürlich Geld. Mit dem Thema „Runterreißen von Mosaic-Adressen durch geballte Kraft, schaffen wir Aufmerksamkeit. Dann können wir unsere Sicherungssoftware anbieten. Mir schwebt vor, dass wir Mosaic-Server auf allen Kontinenten haben und Kunden als „Stütze“ für Ihre eigenen Adresse bieten, damit sie resistenter werden gegenüber Attacken. Zudem ist die Seite dann überall auf der Welt gut erreichbar.“
Der Business-made-Kommilitone staunte nicht schlecht, der Nerdige hat ja richtig Businesspotential. Vielleicht war das der Beginn einer langanhaltenden Freundschaft.
Anmerkung: Den Abend im herbstlichen Paderborn in der ersten Hälfte der 90iger hat es natürlich geben. Nicht überliefert ist die Nachweisbarkeit, dass beide Studierende jene fiktive Kneipe im erstkatholischen Bistum auch besuchten. Raucherkneipen, der Begriff wurde erst später erfunden, gab es damals immer, da Rauchen in Kneipen und Restaurants in Deutschland erlaubt war. Die vorgetragene Gedanken sind so akademisch-fiktiv, dass es reale Ausprägungen der genannten Softwaresysteme sicher nie geben wird.
Europäische Regelwerke wie die DSGVO bieten – unabhängig davon, ob der Anbieter aus den USA oder der EU stammt – wirksame Instrumente zur Wahrung von digitaler Souveränität. Letztlich bedeutet digitale Souveränität nämlich, in Kenntnis von Sach- und Rechtslage, eine souveräne Entscheidung zu treffen. Gerade im Cloud-Bereich mag das keine einfache Aufgabe sein, aber eine lösbare.
Klar, der Regenbogen im Schriftzug. Wer lange genug zurückdenkt, weiß ja auch, dass Apples 2. Logo, nach dem Newton-Bild vom vergessenen 3. Gründer der Firma, einen Regenbogen hatte. Das hatte manchem in der Produktion (der Apple II wurde beim Auftragsfertiger anfangs gefertigt), große Schweißperlen auf die Stirn gezaubert.
Aber spätestens seit der Vokabel DEI (Diversity, Equity and Inclusion) wissen wir, dass das das meint, was jeder heute darunter versteht: Diversität, Miteinander und Gemeinschaft im Sinne von Demokratie und Teilhabe.
Und dann ist da seit dem 20. Januar 2025 Trump reloaded und sein Vorgehen bei DEI. Die Frage ist: Wann knickt (auch) Apple ein? Wer das obige Foto betrachtet, sieht deutlich, dass das Titansignet, der stilisierte Apfel, nur noch unten leicht vom Regenbogenschriftzug darunter „angestrahlt“ wird. Selber ist er nicht (mehr) regenbogenfarben – ein Schelm, wer böses dabei denkt!
Tim Cook sollte, so meine Vorstellung eines großen multinationalen Konzerns, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, besser für die Welt zu sein („Think different„), hier keine platte Anbiederung an den Despoten ausüben, sondern klar sagen und machen, wofür ein weltoffener Großkonzern stand, steht und stehen wird. Anbiederung kann man in dem Code of Conduct von Apple dort nicht nachlesen.
Ein anderes Thema ist die Namensgebung. Hatte Apple etwa nix aus den Gebaren aus Redmond zu dessen OS der 95er Version mitgelernt?
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