Typo3

Mal wieder etwas Resteverwertung: Für die iX waren diese beiden Rezensionen zu alt. Habe wohl etwas lange auf den Addison-Wesley-Schinken geschlafen.

2008 Addison-Wesley
Franz Ripel, Melanie Meyer, Irene Höppner
Das Typo3 Profihandbuch
692 Seiten
49,95 €
ISBN 978-3-8273-2322-4

Content Manangement Systeme erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, möchte man der eigenen Seite mehr als nur statischen Content einhauchen. Typo3 gehört zu den reiferen Content Managment Systemen und erfreut sich gerade im deutschsprachigen Raum einer großen Beliebtheit.

Franz Ripel, Melanie Meyer und Irene Höppner, alle seit Jahren im Typo3-Umfeld tätig, haben mit dem Profihandbuch ein fundiertes Werk geschaffen, das allerdings noch in Version 4.1 fundiert einführt. Wahrlich ist das Profibuch kein Werk für den Einsteiger, sondern für den versierten Entwickler und Administrator gedacht, denn vieles wird vorausgesetzt und gegebenenfalls nur angerissen und nicht in aller Tiefe erläutert. 

Sehr schön ist, dass wenn man das Buch beim Verlag registriert, eine Spende in Höhe von einem Euro an die Typo3 Association geht das ist gelebte Unterstützung von Open Source und beileibe bei IT-Büchern nicht Standard.

Nach der obligatorischen Installation von Typo3 wird in eigenen Kapiteln auf das Typo3 Frontend und Backend eingegangen. In über 200 Seiten wird in den beiden Kapiteln auf die wesentlichen Dinge eingegangen, zum Beispiel TypoScript-Syntax und -Semantik oder die TCE (Typo3 Core Engine).

Einen breiten Raum haben die Autoren dem Thema Extension gewidmet. Gleich 2 längere Kapitel beschäftigen sich hiermit. Zum einen geht es um die Erstellung von Extension, wo keine Fragen unbeantwortet bleiben bis hin zu den Coding Guidlines. Im Kapitel „Extension TOP 10 (für Entwickler)“ werden 10 von dem Autorenteam ausgewählte Extensions vorgestellt. 

Abgeschlossen wird das Profihandbuch durch ein Kapitel zu Spezialthemen. Hier finden sich so Dinge wie Sicherheit, Typo3 im Intranet mit Singel Sign On oder Ausführungen zu Last und Performance. 

Wer als Entwickler oder Administrator ein fundiertes Werk zu Typo3 sucht, wird mit dem Profihandbuch des Autorengespanns eine gute Wahl getroffen haben. Eins sei aber angemerkt: Das Profihandbuch ist nichts für Einsteiger, fundiertes Wissen einer älteren Typo3-Version kann sehr hilfreich sein, ansonsten natürlich ein gesundes IT-Wissen. Typo3-Redakteure sollten wie auch von den Autoren erwähnt zum Typo3 Anwenderbuch aus dem gleichen Verlag greifen. Alles in allem erste Wahl für den versierten Typo3 Entwickler wie auch Administrator. Auf der beigelegten CD befindet sich das offizielle Typo3-Dokumentationsmaterial, die zum Zeitpunkt des Drucks aktuellsten Typo3-Pakete sowie die im Buch besprochenen Extensions.

November 2006 Addison-Wesley
Video2Brain
Irene Höppner
TypeScript
7 1/2 Stunden Videotraining
49,95 €
ISBN 978-3-8273-6069-4

Wer mehr über TypeScript lernen möchte, dem sei dieses Videotraining der Coautorin des Typo3 Profihandbuches Irene Höppner ans Herz gelegt. 

Als Systemvoraussetzung wird ein Pentium III mit 500 MHz oder ein G3 erwartet mit Win98/2000 oder XP bzw. Mac OS X 10.1 oder höher, selbstredend natürlich auch ein DVD-Laufwerk, will man sich das Videotraining nicht nur am Fernseher ansehen, sondern auch den DVD-ROM-Teil nutzen

Das Videotraining beinhaltet ein 24-seitiges sehr ausführliches Booklet, das Inhaltsverzeichnis der einzelnen Videos der DVD, Angaben zu UTF-8 und dessen Einsatz in der Praxis sowie Erläuterungen zu TypoScript-Editoren.

Wer sich in Typo3 einarbeitet und mehr zu TypoScript erfahren möchte, sei dieses Videotraining ans Herz gelegt, stellt es doch den idealen Begleiter zum Typo3 Profihandbuch aus dem gleichen Verlag dar.

Leopard III

Januar 2008 Addison-Wesely
Video2Brain
Thomas Kraetschmer
Mac OS X 10.5 Leopard
12 Stunden Videotraining
39,95 €
ISBN 978-3-8273-6088-5

Dieses Videotraining von Thomas Kraetschmer führt in den Leoparden ein. Dabei betont der Trainer in seinem Einführungskapitel, dass diese Videotraining aufgrund der Fülle der Videos auch als Referenz genutzt werden kann. Zu jedem Thema hat er einen erklärenden Teaser angeführt, so dass auch der unbedarfte Mac-Neuling schnell das gewünschte Video-Kapitel finden kann.

Als Systemvoraussetzung wird ein Pentium 4 mit wenigstens 2,6 GHz erwartet oder ein G4 ab 1 GHz, 512 MB RAM, selbstredend ein DVD-Laufwerk, wenn man sich das Werk nicht nur am Fernseher per DVD-Spieler ansehen möchte, was natürlich auch geht. Die Bildschirmauflösung von 1024×768 ist eher gemächlich. Als Betriebssystem können XP/Vista bzw. Mac OS X ab 10.1 zum Einsatz kommen.

Neben den reinen Mac OS X Themen wie Oberfläche und Bedienung, Technologie des Mac OS X, Arbeitsumgebung und Netzwerk bzw. der Mac im Internet widmet sich ein Kapitel dem neuen iLife ‘08 und iWork ‘08. Diese beiden Themen kommen sonst meist nicht in Einführungswerken zu Mac OS X 10.5 vor.

Im Kapitel „UNIX, Scripting und X11“ geht Kraetschmer auf das Terminal, AppleScript, Automator und X11 ein. Für einen UNIX-Novizen bietet dieses Kapitel genügend Tiefgang, um einfache Aufgaben unter der Shell erledigen zu können. Für weiterführendes gilt natürlich das gleiche wie für die beiden Leopard-Bücher, ein Blick in ein UNIX-Fachbuch bleibt dem neugierigen User nicht erspart.

Das Videotraining beinhaltet ein 24seitiges sehr ausführliches Booklet, das das Inhaltsverzeichnis der DVD-Produktion, ein Kapitel zu DotMac und eines zu Leopard Server beinhaltet

Nett von Kraetschmer ist, dass jedes Kapitel mit einem Multiple Choice Test schliesst, so dass man gleich in der Lage ist, sein erworbenes Wissen zu testen.

Sehr schön ist, dass man sich als registrierter Kunde dieses Videotrainings unter www.video2brain.com weitere Trainingskapitel herunterladen kann. Das rundet den sehr positiven Gesamteindruck ab. Alles in allem kann man sagen, Kraetschmer reisst die Themen mundgerecht an, die Darstellung ist gut gelungen. Auch alte Hasen horchen bei dem einen oder anderem Tipp auf, dennoch ist diese DVD-Produktion für den Einsteiger bzw. den Windows-Switcher gedacht, der sich solides Mac-Wissen aneignen möchte.

Leopard II

2008 Addison-Wesley, München
Uthelm Bechtel
Apple Mac OS X 10.5 Leopard
Der Powerfinder für Ihren Mac
400 Seite
29,95 €
ISBN 978-3-8273-2467-2

Dieses Werk zu Leopard vermittelt dem Leser neben einer fundierten Einführung zum neuen System von Apple eine Menge über Technik rund um die PowerPC und Intel Macs sowie einiges zum drunterliegendem Darwin-Teil.

Zunächst führt Bechtel in die Geschichte des Mac ein. Dabei werden allerdings die sich leider hartnäckig haltenden Anekdoten verbreitet (der Apple I entstand in der Jobs‘schen Garage, Apple wurde von den beiden Steves gegründet).

Im Abschnitt zur Technik wird ebenso auf Prozessorarchitektur wie auch die verschiedenen Programmumgebungen (Cocoa und Carbon) eingegangen. Es ist gespickt mit technischen Details rund um den Mac, etwa was es mit den Programmbundles auf sich hat oder dem Paar Type und Creator. Sehr schön ist, dass die die Aktionen des Mac beim Programmstart mit Screenshot (die reichlich im Werk vorhanden sind und alle farbig) erläutert werden (BootX bzw. boot.efi bis zum Loginwindow).

Den größten Raum lässt Bechtel zweifelsohne dem Praxisteil zu Leopard. Nach der obligatorische Installation von Leopard und den Grundeinstellungen (hier wird der Migrationsassistent angesprochen) kommt ein Kapitel für Windows-Switcher. Ebenso wird natürlich die Möglichkeit, andere Betriebssysteme zu fahren per Boot Camp oder in der Virtualisierung angesprochen (als Exoten reißt Bechtel kurz DarWINE an). Neben den GUI-Kapiteln und Erläuterungen zu Mac OS X (Arbeiten mit Fenstern, der Finder, das Dock) geht der Autor auch auf die Shell und X11 ein, wenn gleich hier dasselbe wie für das Buch der Ochsenkühns gilt: Das Thema UNIX wird kurz dargestellt, ein entsprechendes weiterführendes Fachbuch wird der geneigte Leser aber benötigen, möchte er sich mehr Hintergrundwissen aneignen.

Einen größeren Raum im Praxisteil nimmt das Thema Netzwerke ein. Gleich drei Kapitel widmen sich dem Thema (Das Netzwerk, Mit dem Mac ins Internet und File-Sharing über das Netzwerk). Weitere Themen sind die Handschrifterkennung Ink, die der Mac vom legendären Newton geerbt hat, und Automatisierungsprozesse mit Automator und AppleScript.

Abgeschlossen wird das Werk mit einer Referenz, wo man alles zu Mac OS X findet – vom Apple-Menü bis X11. Im Anhang finden sich Tastaturbelegungen, Tastenkürzel sowie Angaben zur Ordnerstruktur und eine Auflistung des Library-Ordners.

Den Powerfinder – nur echt mit dem Leopardenfell auf dem Buchdeckel – kann bedenkenlos jedem Mac-User empfohlen werden. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Windows-Switcher oder schon um einen Mac OS X User handelt. Für diejenigen, die einen tieferen Blick in die Technik nicht scheuen, ist der entsprechende Abschnitt lesenswert. Auch nach Erststudium von Leopard bleibt das Buch durch seinen Referenzteil ein wertvoller Helfer im Mac-Alltag. Ein kleiner Wermutstropfen: Auf Grund des schnellen Erscheinen des Werkes nach der finalen Version von Leopard, war wohl nicht viel Zeit für das Lektorat, was man vereinzelten Sätzen anmerken kann.

Wie auch beim Ochsenkühn‘schen Werk angemerkt, wäre auch bei diesem Leopard-Buch eine kritischere Betrachtung der neuen Betriebssystemversion von Apple angeraten gewesen, wahrscheinlich ist das Thema wie beim anderen Buch auch nicht aufgenommen, da die Bücher mit Erscheinen von Leopard auf den Markt kamen, so dass diese Themen zu dem Zeitpunkt nur wenigen bekannt waren.

Leopard I

Nun möchte ich doch mal wieder zum Jahresende ein wenig Resteverwertung vornehmen. Diesmal aus der Reihe: Leopard. Leider haben sie es nie in die iX geschafft, da Herr Behme immer andere Bücher wichtiger fand. Nun ja, wie heißt es so schön: Man kann nicht immer siegen und manchmal gewinnen die anderen!

November 2007
amac-Buch-Verlag
Anton & Simone Ochsenkühn
Mac OS X 10.5 Leopard
544 Seiten
29,95 €
ISBN 978-3-94028501-0

Das vorliegende Werk zur Leopard-Inkarnation des Apple Betriebsstems ist nicht das erste, das das Autorengespann Ochsenkühn zu einem Major Release von Mac OS X geschrieben hat. Gekonnt souverän und für den Mac-Neuling als Windows-Umsteiger oder auch Computerneuling ebenso geeignet wie dem versierten User einer Vorversion von Leopard.

Zunächst wird mit der Installation von Leopard gestartet. Hierbei erfährt der Leser alles wichtige zum Thema. Nett bei der Erörterung der Fragestellung „Firmeware-Kennwort vergessen – was nun?“ ist, dass die Ochsenkühns hier Hilfe per Mail anbieten. Ein Gang zum Apple Händler ist in einem solchen Fall sonst nicht zu vermeiden.

In den weiteren Kapitel wird die GUI-Handhabung von Fenstern, dem Dock und dem Finder erläutert. Langjährige Mac OS X User können diese Kapitel schneller überfliegen und sich die Neuerungen von Leopard wie etwa Coverflow im Finder oder Übersicht (Quick Look) zu Gemüte führen. Ausführlich wird auch auf das Thema Systemeinstellungen eingegangen.

Die Ordnerstruktur von Mac OS X bekommt einen eigenen Abschnitt. Auch wenn die zu Grunde liegende Struktur des UNIX-Dateisystems nicht erläutert wird (einen Abschnitt zum Terminal gibt es aber dennoch, mit dem man sich auf Entdeckungsreise machen kann), erfährt der Leser doch nützliches, wie man beispielsweise eine Zuordnung einer Dateiextension einer anderen Applikation zuordnen kann.

Im Kapitel Programmrundgang werde die mit Leopard ausgelieferten Programme näher vorgestellt. Wer jetzt allerdings eine Erläuterung zur iLife-Suite, die ja nur auf neu erworbenen Mac vorinstalliert ist und nicht zum Lieferumfang von Mac OS X gehört, wird nicht fündig – mitunter füllt sie auch ganze Bücher. Terminal wird u.a. erwähnt und die Handhabung hierzu erläutert. Selbstredend dass natürlich auch Boot Camp ausführlich behandelt wird, stellt es doch einen wesentlichen Grund für so manche Switcher dar, sich einen Mac anzuschaffen.

Weitere Kapitel widmen sich noch den Themenbereichen Benutzer, Spotlight, dem Netzwerk und dem Internet sowie dem Gespann Adressbuch/iCal/iSync. In diesem Kapitel steht auch etwas zur Synchronisation von verschiedenen iPods und dem iPhone mit iTunes.

Schön ist auch das abschließende Kapitel Troubelshooting, in dem Anton Ochsenkühn seine langjährige Erfahrung als Mac-Consultant und -Trainer einfließen lassen kann. Es dient als Anlaufstelle für allerlei Ungemach, das einem (leider) auch auf dem Mac widerfahren kann. Das Buch schließt dann mit dem Screenshot einer Kernel Panic und dem Wunsch, dass dieses dem Leser doch in seinem Mac-Leben erspart bliebe.

Alles in allem ein rund um gelungenes Werk zum Leopard, das auf Grund seiner zahlreichen Screenshots gut zu lesen ist und sich nicht nur zum Einarbeiten in Leopard eignet, sondern auch später noch wertvolle Dienste leisten kann. Vielleicht hätte an der einen oder anderen Stelle noch etwas mehr kritische Betrachtung des Betriebssystems (Firewall-Problematik oder auch Timemachine-Kinderkrankheiten) stehen können. Dennoch: Für den „normalen“ Mac-User, der sich nicht für die UNIX-Administration, Shell-Handhabung und UNIX-Skripting interessiert, ist das Buch genau richtig, um mit Leopard richtig Fahrt aufzunehmen.