Dieser Wachturm der DDR Grenztruppe war einer von 27 Türmen an der Ostsee der DDR. Er diente der Überwachung der Küste und der See (bis zu 12 Seemeilen). Dass die für 4 Soldaten ausgelegte Kanzel Schießscharten besitzt, ist selbstredend, Republikflüchtige todsicher am unerlaubten DDR-Verlassen zu hindern.
Der Turm wurde 1990 gerettet und ein Verein verhinderte den geplanten Abriß. Sicher nicht, um Spuren des DDR-Unrechtssystens zu vernichtrn, sondern sicherlich wegen anderer Gründe.
Der Verein Grenzturm e.V. betreibt seit 2013 ein kleines Museum neben dem Turm, das die Situation um Flucht und Fluchtversuche beschreibt. Ein außergewöhnlicher Fall war der des Peter Döbler, denn er durchschwamm 1971 die Ostsee und erreichte nach etwa 25 Stunden in Freiheit und nahezu unversehrt die 40 km entfernte Insel Fehmarn. Döbler hat die längste Strecke überwunden, die je ein DDR-Flüchtling schwimmend bei der Flucht zurücklegte.
Der Hochhauskomplex in Lichtenhagen direkt an der vierspurigen Schnellstraße zwischen Warnemünde und Rostock gelegen, hat eine beschämende Vergangenheit.
Hier fanden die schlimmsten rassistisch, fremdenfeindlich motivierten Angriffe in der Bundesrepublik Deutschland (ehemalige Staatsgebiet der DDR) nach Ende der Nazi-Diktatur in Deutschland statt. In den 5 Tagen zwischen dem 22. – 26.08.1992 fanden die Ausschreitungen gegen die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZAst) und ein Wohnheim für vietnamesische ehemalige Vertragsarbeiter im sogenannten Sonnenblumenhaus statt.
Ausgehend von einigen hundert rechtsextremen Randalierern und von mehreren Tausend applaudierenden und gutheißenden Zuschauern, die die Polizeiarbeit massiv störten, entwickelte sich der beispiellose Anschlag. Es eskallierte, als am 24.08. der braune Mob das Sonnenblumenhaus mit Moltowcocktails gegen die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZAst) und ein Wohnheim für vietnamesische ehemalige Vertragsarbeiter im sogenannten Sonnenblumenhaus mit Molotowcocktails in Brand warf. Die mehr als 100 Bewohner sowie ein ZDF Fernsehteam waren auf sich alleine gestellt, da die Polizei sich zurückzog. Das hat schon sehr starke Züge eines Pogrom. Über Beweggründe kann hier nur spekuliert werden, denn die Vopos hatten noch altes DDR Material, wie man in dem zugänglichen Videomaterial deutlich sehen kann. Das ist aber keine Entschuldigung, denn die Vopos waren nicht mehr dem in Teilen faschdoiden DDR-Regime unterstellt, sondern hatten einen Eid zum Wohle der demokatischen Bundesrepublik Deutschland geleistet.
Es wäre ein leichtes gewesen nahezu Instant aus Hamburg, Hannover oder Berlin (West) echte Spezialeinheiten kommen zu lassen, um der Lage sehr schnell Herr zu werden, die faschistoiden Kriminellen festzunehmen, um ihnen dann alsbald den Prozess zu machen. Und der Welt und dem Mob – dort oder am TV – klar zu machen: Nie wieder! Die Bundesrepublik läßt sich nicht vom braunen Mob zum Spielball machen, sondern greift sehr deutlich durch.
Es kam anders. Die fast durch Lynchjustiz ermordeten Vietnamesen mussten erst eine kaum polizeilich geschützte Irrfahrt von einigen Autos des Mobs verfolgt, in einer Turnhalle ohne Verpflegung drei Tage einquartiert, dann in ein Landschulheim. Der stellvertretende Bürgermeister der CDU erließ eine Anweisung, dass sie ins Sonnenblumenhaus zurückkehren sollten.
Den deutschen Mietern hat man damals einen mietfreien Monat als Entschädigung gegeben. Die attackierten Vietnamesen bekamen keinerlei Entschädigung. Man schob sie ab – zumindest von den allermeisten ist das bekannt.
Das Land der Dichter und Denker hat sich von seiner braunen Fratze gezeigt. Empörend, schandhaft, schamvoll und von der Welt sehr genau wahrgenommen.
Folgender Abschnitt zur Medienreaktion ist so der Wikipedia entnommen:
In der internationalen Presse wurden die Ausschreitungen mit der Zeit des Nationalsozialismus in Verbindung gebracht. So schrieb die norwegische Zeitung Dagbladet von der „deutschen Kristallnacht 1992“, das Svenska Dagbladet fühlte sich an die „erschreckenden Bilder aus dunkler Geschichte“ erinnert und die italienische La Repubblica sah in Deutschland das Land des „rassischen Terrors“.[99] In der Bild-Zeitung hieß es dazu: „Das Ausland prügelt wieder auf die Deutschen ein“ und: „Stasi steuert Rostock-Chaoten!“[100] Andere deutsche Medien sahen eine „Zäsur in der Nachkriegsgeschichte“ (taz).[99]
Die Medien transportierten, nicht zuletzt im Ausland, das Bild des „hässlichen Deutschen“. Besonders bekannt wurde ein von Martin Langer aufgenommenes Bild des Rostockers Harald Ewert vor dem brennenden Haus auf den Titelseiten der Weltpresse. Dieser trug ein Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft mit schwarz-rot-goldenen Applikationen sowie eine augenscheinlich urinbefleckte Jogginghose und zeigte mit der rechten Hand den Hitlergruß.[101]Das Foto wurde unter anderem in die Sammlungen des Hauses der Geschichte in Bonn und des Deutschen Historischen Museums in Berlin aufgenommen.
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