Margot Friedländer im Spitzengespräch 2024 »Es ist in eurer Hand, dass das nie wieder geschieht«
Sie tauchte unter, wurde von den Nazis verschleppt, überlebte den Holocaust. Im vergangenen Jahr sprach Margot Friedländer mit Markus Feldenkirchen über ihr Leben – und die Bedrohung durch die Rechtsradikalen unserer Zeit. SPON
80 Jahre Kriegsende: „Ich dachte, wir hätten aus der Geschichte gelernt“ Am 8. Mai jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs und der Nazi-Herrschaft zum 80. Mal. Kein Grund, sich zurückzulehnen, meint der Historiker Wolfgang Benz. Er sieht Deutschlands Demokratie akut in Gefahr. Vorwaerts.de
80 Jahre Kriegsende in Europa
Schuld und Asche
Am 8. Mai 1945 endete der Krieg in Europa, die Deutschen hatten Zerstörung und Tod über den Kontinent gebracht. Filmaufnahmen aus Städten wie Warschau, Belgrad und Coventry zeigen das Ausmaß der Katastrophe.
»Es ist geschehen, folglich kann es wieder geschehen. Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.«
Mit diesen Worten warnte der italienische Schriftsteller und Auschwitz-Überlebende Primo Levi einst davor, im Gedenken an den Holocaust und den Zivilisationsbruch der Nazis nachzulassen. Lapidare Sätze, die auf den Punkt bringen, worum es gerade heute geht.
Auch wenn sich die Führung auf den Turm niemals bis ins Detail planen lässt, ist eines jedes Mal gleich, sagt Holger Belz: „Die Stimmung ist stets eine ganz besondere, wenn wir im obersten Stock ankommen und den weiten Blick über Elbe und Wiesen haben. Es scheint, als würde jedem Menschen hier oben bewusst, wie viel Wert die Freiheit hat.“
In Darchau und Neu Bleckede sind zwei Grenztürme an der Elbe wieder zu besichtigen. HAZ, tomorrow
Mit Errichtung und Ausbau der Sperranlagen an der Innerdeutschen Grenze waren Beobachtungstürme oder Grenztürme ein wichtiger Bestandteil des Grenzsicherungssystems. Die Türme dieser Art dienten in der DDR hauptsächlich dazu, die Flucht von DDR-Bürgern zu verhindern und befanden sich meistens unmittelbar hinter den vordersten Grenzanlagen (Grenzzaun oder Grenzmauer). Die ursprünglich aus Holz errichteten Beobachtungstürme wurden ab etwa 1969 durch Betontürme ersetzt. Diese Türme bestanden aus vorgefertigten Betonelementen und einer Beobachtungskanzel. Versetzte Metallleitern führten über zwei bis drei Zwischenebenen aus geriffelten Stahlblechböden nach oben. Die Kanzel bot Platz für vier bis fünf Soldaten. Neben den Sitzgelegenheiten und Waffenständer gehörten Luftfilteranlage, Signalmittel, Dienstbuch und Kartenmaterial sowie das Kennzeichenverzeichnis des BGS zur Ausstattung. Eine Fernmeldestandleitung zum Grenzmeldenetz und die Elektroheizung sowie Notfall- und Rettungsausrüstung waren zur Verbindung und Versorgung vorhanden. Für den besonderen Fall stand eine Abseilhilfe zur Verfügung. Die Dachterrasse war durch eine Stahlrohrreling gesichert und konnte über eine verschließbare und luftdichte Stahlblech-Luke betreten werden. Auf der Dachterrasse befand sich ein schwenk- und fernbedienbarer Suchscheinwerfer (Elevation ± 90 Grad, Azimut 360 Grad).
Auch an der Seegrenze der DDR an der Ostsee wurden durch die Grenzbrigade Küste Beobachtungstürme errichtet. Mit den aufgesetzten Scheinwerfern konnte man bei Nacht und entsprechenden Wetterbedingungen die gesamte Küstenlinie und die küstennahe Ostsee nach Flüchtlingen absuchen.[1]
Nach der Öffnung der Grenze im Herbst 1989 und dem anschließenden Abbau der Grenzanlagen wurden auch die meisten Beobachtungstürme abgerissen. Heute findet man entlang der ehemaligen Grenze noch einige Türme, die als Teil von Grenzmuseen auch besichtigt werden können. Einige Türme befinden sich auch in privatem Besitz.
„Wir haben gewußt, daß wir Kämpfer gegen die Diktatur und gegen den Faschismus waren. Wir haben gewußt, daß wir um eine neue Welt ringen wollten, daß wir ein neues Leben aufbauen wollten, in dessen Mittelpunkt wir den Menschen stellten. Aber jene Schar von Unzählbaren, die in Öfen verbrannt und in Lagern gemartert wurden, jene unzählige Anzahl von Kindern, deren bloße Füßchen blutend durch die Schneefelder des Ostens in das Verderben hineingetappt sind — sie wußten nicht, warum sie in dieses Verderben gingen —; sie gingen nur, weil eine [jüdische, anm.] Mutter sie geboren hatte.“
Otto Wels • Unknown (Bain News Service, publisher) • Public domain
Es ist Donnerstag, der 23. März 1933. Auf der Tagesordnung steht die Beratung über das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“, das sogenannte Ermächtigungsgesetz. Mit ihm soll sich das Parlament selbst entmachten, die Legislative auf die Reichsregierung übertragen und die Gewaltenteilung aufheben. […] Er [Otto Wels] fügt unter Schmährufen der Nationalsozialist*innen hinzu: „Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten.“ Und weiter: „Wir deutschen Sozialdemokrat*innen bekennen uns in dieser geschichtlichen Stunde feierlich zu den Grundsätzen der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Sozialismus.“ Schließlich fällt der legendäre Satz: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“
Hans Rosenthal (um 1970) • Autor/-in unbekannt/Unknown author • CC BY-SA 3.0 de
Hans Rosenthal, wäre am am 2. April 100 Jahre alt geworden. Durch den Blick in SPON, bin ich darauf aufmerksam geworden.
Hans Rosenthal war mir mit Dalli Dalli als beste Samstabendunterhaltungssendung Donnerstagabendunterhaltungssendung für die gesamte Familie ein Begriff und bei der Oma sogar immer in Farbe. Oma hatte immer einen ordentlichen Markenfernseher, nicht so wie zu Hause.
Damals wußte ich nicht, was der große deutsch Entertainer in diesem, seinem Deutschland erlitten hatte. Sein gesamte Familie wurde von den Nazis – ausgelöscht. Entweder ermordet oder direkt oder indirekt an den Folgen der Mißhandlung gestorben. Rosenthal überlebte die zwei letzten Jahre des Dritten Reichs nur, weil er sich in der Kleingartenkolonie „Dreieinigkeit“ in Berlin versteckte und von Berlinerinnen unterstützt wurde.
Es ist eine Geisteshaltung, die eine Hingabe, Gelassenheit und Vergebung nur erahnen läßt. Rosenthal in einem Nachkriegsdeutschland inklusive Westberlin am Samstagabend Donnerstagabend seine republikausfüllenden Unterhaltungssendungen zeigend, Politik und Geschichte ausklammernd und doch im Land der Kinder der Täter und Mörder lebend und den“ ganz normalen Antisemithismus“ immer erlebend. Dabei für das große Fernsehpublikum immer den frohen, verständlichen, einenden Fernsehunterhalter gebend. Das zeugt von wahrer Größe. Eine Haltung, so man seine Vergangenheit kennt, die erst einmal „ausgehalten“ werden muss.
Hans Rosental hätte sichtlich Spaß in einer großen Sendung im ZDF jetzt dabei zu sein und junges Publikum von „Dalli Klick“ überzeugen zu können, da bin ich mir ziemlich sicher, denn „…und Sie sind der Meinung, das war spitze!‘
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