Courage

Schwarz-Weiß-Porteait von Otto Wels.
Otto Wels • Unknown (Bain News Service, publisher) • Public domain

Es ist Donnerstag, der 23. März 1933. Auf der Tagesordnung steht die Beratung über das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“, das sogenannte Ermächtigungsgesetz. Mit ihm soll sich das Parlament selbst entmachten, die Legislative auf die Reichsregierung übertragen und die Gewaltenteilung aufheben.
[…]
Er [Otto Wels] fügt unter Schmährufen der Nationalsozialist*innen hinzu: „Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten.“ Und weiter: „Wir deutschen Sozialdemokrat*innen bekennen uns in dieser geschichtlichen Stunde feierlich zu den Grundsätzen der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Sozialismus.“ Schließlich fällt der legendäre Satz: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“

aus „Otto Wels‘ legendäre Rede: Als die SPD dem Terror der Nazis trotzte“

Courage – damals so wichtig wie heute!
Ukrainische Flagge

Noch ein Zitat zur Nacht

Annalena Baerbock, künftige Präsidentin der UN-Generalversammlung: Mir wurde wenig zugetraut.

Russland hat die Ukraine noch nicht angegriffen, aber Truppen in der Nähe der Grenze zusammengezogen. Baerbock verweigert beim Mittagessen den angebotenen Wodka. In der Pressekonferenz spricht sie dann kühl von „fundamentalen Meinungsverschiedenheiten“. Der erfahrene, als strategisch klug geltende Lawrow konnte nicht punkten.
[…]
Manche Aussage gerät so zugespitzt, dass der Trubel darüber die inhaltliche Debatte überlagert. In einem Interview mit dem US-Fernsehen bezeichnet sie Chinas Präsident Xi Jinping als „Diktator“ – die chinesische Staatsführung reagiert empört. Nicht falsch, kritisieren politische Gegner, aber einfach undiplomatisch.
[…]
Und wo Scholz zögerlich bleibt, fordert Baerbock immer wieder Waffenlieferungen an die Ukraine. Sie ist eine der ersten Ministerinnen, die nach dem Angriff nach Kiew reist.

HAZ, tomorrow

Wer einmal die Chance hatte mit Analena Baerbock persönlich gesprochen zu haben, wird merken, dass da etwas an Mehr ist, was eine Talkrunde – live vor Ort aus der Konserve – nicht vermitteln kann. Ich nenne es eine nahbare Authentizität, die ich so noch nie erlebte.
Ukrainische Flagge

Pack den Ami bei den Eiern#4

»Dieser Scheiß war definitiv ein Nazigruß«

Den derzeitigen Kurs der Trump-Regierung, den ihr Vater ausdrücklich unterstützt, nennt sie »karikaturhaft böse«. »Es ist erschreckend, was sie nicht nur der trans Gemeinschaft antun, sondern auch Migranten, People of Colour und so vielen marginalisierten Gemeinschaften.« Diese würden von der neuen Regierung systematisch ins Visier genommen werden, ihr Schutz aufgehoben. [..] »Er ist ein erbärmlicher, unreifer Mann«, sagt Wilson – und dass er weder eine Rolle in ihrem Leben spiele, noch dass sie Angst vor dessen Macht als reichster Mann der Welt habe. Menschen wie Musk würden von der Furcht anderer leben.

Vivian Jenna Wilson, SPON
Ukrainische Flagge

100 Jahre

Scharz-Weibild von Hans Rosenthal im schwarzen Sacko mit weißen StreifenHans Rosenthal (um 1970) • Autor/-in unbekannt/Unknown author • CC BY-SA 3.0 de

Hans Rosenthal, wäre am am 2. April 100 Jahre alt geworden. Durch den Blick in SPON, bin ich darauf aufmerksam geworden.

Hans Rosenthal war mir mit Dalli Dalli als beste Samstabendunterhaltungssendung Donnerstagabendunterhaltungssendung für die gesamte Familie ein Begriff und bei der Oma sogar immer in Farbe. Oma hatte immer einen ordentlichen Markenfernseher, nicht so wie zu Hause.

Damals wußte ich nicht, was der große deutsch Entertainer in diesem, seinem Deutschland erlitten hatte. Sein gesamte Familie wurde von den Nazis – ausgelöscht. Entweder ermordet oder direkt oder indirekt an den Folgen der Mißhandlung gestorben. Rosenthal überlebte die zwei letzten Jahre des Dritten Reichs nur, weil er sich in der Kleingartenkolonie „Dreieinigkeit“ in Berlin versteckte und von Berlinerinnen unterstützt wurde.

Es ist eine Geisteshaltung, die eine Hingabe, Gelassenheit und Vergebung nur erahnen läßt. Rosenthal in einem Nachkriegsdeutschland inklusive Westberlin am Samstagabend Donnerstagabend seine republikausfüllenden Unterhaltungssendungen zeigend, Politik und Geschichte ausklammernd und doch im Land der Kinder der Täter und Mörder lebend und den“ ganz normalen Antisemithismus“ immer erlebend. Dabei für das große Fernsehpublikum immer den frohen, verständlichen, einenden Fernsehunterhalter gebend. Das zeugt von wahrer Größe. Eine Haltung, so man seine Vergangenheit kennt, die erst einmal „ausgehalten“ werden muss.

Hans Rosental hätte sichtlich Spaß in einer großen Sendung im ZDF jetzt dabei zu sein und junges Publikum von „Dalli Klick“ überzeugen zu können, da bin ich mir ziemlich sicher, denn „…und Sie sind der Meinung, das war spitze!‘
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