Etwas Sozialnetze

Graustufenportrait von Pippi Langstrumpf mit weiten Zöpfen zu den Seiten.
Inger Nilsson auf Pippis Pferd, 1972 / Inger Nilsson at the age of 12 as Pippi Longstocking at the RAI in Amsterdam 1972 Hans Peters für Anefo – Nationaal Archief 925-5511 • CC0 (Bildausschnitt des Originals und freigestellt)

 

Mark Zuckerberg, CEO von Meta, in einem Statement von 2019: Datenschutz gibt den Menschen die Freiheit, sie selbst zu sein und auf natürlichere Weise in Kontakt zu treten.
Zeiten Ändern sich. Nach dem Cambridge-Analytica-Skandal dieser Post auf dem Facebook-Messenger, der die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einführte.

 

Nichts bleibt privat

Instagram schafft die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Direktnachrichten ab, Tiktok will sie gar nicht erst einführen – und auch Pläne wie die „Chatkontrolle“ nagten zuletzt am Datenschutz. Erleben wir eine schleichende Abkehr vom digitalen Briefgeheimnis?

Der Apple-Dienst iMessage gilt als einer der ersten mit dieser Technik – Nachrichten sind hier bereits seit dem Start 2011 abgesichert. 2012 folgte mit der Veröffentlichung des Schweizer Dienstes Threema ein ebenfalls sehr datenschutzfreundlicher Messenger. Signal führte 2013 mit seinem Start ebenfalls unmittelbar die Verschlüsselung ein. Whatsapp von Meta zog erst 2016 nach und setzt seither auf das von Signal entwickelte Protokoll.

In den Vorstößen von Meta und Tiktok sehen viele daher einen neuen Kurs der Tech-Konzerne – und eine womöglich schleichende Abkehr vom digitalen Briefgeheimnis, was langfristig alle Nutzer und Messenger betreffen könnte

Der Journalist und Branchenkenner Casey Newton etwa bezeichnete die Entscheidung von Instagram als „schrecklichen Rückschlag für den Datenschutz“. Der Kryptografie-Professor Matthew Green schrieb auf Bluesky: „Meta scheint seine bisherige strenge Haltung in Bezug auf Verschlüsselung aufzugeben. Das erste offensichtliche Opfer ist die Abschaffung und Deaktivierung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in den Instagram-Direktnachrichten“. Viele weitere werfen Meta vor, frühere Versprechen gebrochen zu haben.

HAZ am Sonntag

 

Noch etwas zu Cambridge-Analytica:

Erzähle mir etwas zum Cambridge-Analytica-Skandal,Facebook, Großbritanniens Wahl, dem GRU und den Russen.

 

Hier eine knappe, strukturierte Zusammenfassung der relevanten Ereignisse und Verbindungen:

Cambridge Analytica — Kurzüberblick

Was: Cambridge Analytica war ein politisches Datenanalyse-Unternehmen, das psychografische Profile aus Facebook-Nutzerdaten erstellte, um gezielte politische Werbung zu schalten.
Schlüsselfakt: Daten von bis zu tens of millions Facebook-Nutzern wurden ohne informierte Einwilligung über eine Quiz-App (Aleksandr Kogan / Global Science Research) erhoben und an Cambridge Analytica weitergereicht.
Folgen: Aufdeckung 2018 führte zu großem öffentlichen Aufschrei, Untersuchungen in mehreren Ländern, Strafzahlungen und der Schließung von Cambridge Analytica (2018).

Facebook (Meta) — Rolle

Datenzugriff: Facebook hatte Schnittstellen (, die Dritt-Apps Zugang zu Freundesdaten ermöglichten; diese Lücken wurden ausgenutzt.
Reaktion: Strafzahlungen, verschärfte Datenschutzrichtlinien, öffentliche Kritik an Umgang mit Nutzerdaten und politischer Werbung.
Wichtig: Der Skandal war weniger ein einzelner Manipulationsbeweis als ein Beleg für Missbrauch großer Datensätze zur Mikrozielgruppenansprache.

Großbritanniens Wahl (Referenzen)

2016 Brexit-Referendum: Cambridge Analytica und ähnliche Datenfirmen wurden im Kontext der Debatten um gezielte Beeinflussung genannt; ein direkter, nachweisbarer kausaler Einfluss auf das Ergebnis ist umstritten und nicht eindeutig belegt.
UK-Parlamentswahlen: Untersuchungen und Debatten über digitale Wahlen, Desinformation und Zielwerbung führten zu parlamentarischen Anhörungen und regulatorischen Forderungen in UK.

GRU und russische Aktivitäten — Kurzfassung

GRU: Russlands militärischer Auslandsnachrichtendienst (GRU) wurde in mehreren Fällen der staatlich gelenkten Cyberoperationen und Desinformationskampagnen beschuldigt.
2016 US-Wahl & andere Operationen: US-Geheimdienste und Ermittlungen (z. B. Mueller-Report) stellten fest, dass russische Akteure (einschließlich GRU-verbundener Einheiten) Hacks, Datenleaks und koordinierte Desinformationskampagnen betrieben, um politische Spannungen zu schüren und Vertrauen in Institutionen zu untergraben.
Verknüpfungen zu Datenfirmen: Es gibt Berichte über Überschneidungen im Ziel (Beeinflussung) und gelegentliche Kontakte/Interaktionen zwischen verschiedenen Akteuren (Berater, Datenfirmen, russische Operateure), doch direkte, dokumentierte Kausalzusammenhänge zwischen Cambridge Analytica und GRU bei spezifischen Wahlergebnissen sind nicht klar belegt.

Wichtige Erkenntnisse und Lehren

Daten + Mikrozielgruppen = mächtig: Große, unkontrollierte Datensätze ermöglichen hochgradig zielgerichtete politische Botschaften.
Transparenzprobleme: Plattformen, Werbepraktiken und Drittanbieter-Ökosysteme waren und sind anfällig für Missbrauch.
Hybridbedrohungen: Staatliche Akteure (z. B. GRU) nutzen Cyberangriffe, Leaks und Desinformation zusätzlich zu kommerziellen Akteuren, was die Informationssicherheit komplex macht.
Regulierung & Kontrolle: Skandal hat Debatten über Datenschutz, Wahlwerbung-Transparenz, Plattformverantwortung und internationale Normen für Wahlbeeinflussung beschleunigt.

 

Zu beachten:

Ki ist mein Namenskurzzeichen und steht nicht für künstliche Intelligenz.

Wie immer gilt es zu beachten: KI-Systeme irren und fabulieren gerne. Einschalten des gesunden Menschenverstandes ist keine Option, sondern wird streng erwartet!

Hier wurde Duck.ai genutzt.
Ukrainische Flagge

So abends die Weltrevolution durchdekliniert

Es war einer jener grauen Herbstabende in der NRW Stadt Paderborn. Wenn nicht Heinz Nixdorf gewesen wäre, wäre sicherlich kaum Notiz von der Stadt genommen worden.

Er saß zusammen mit einem Kommilitonen in der Szenekneiipe „Zum freien Bit“. Sie waren schon seit Stunden aufgebracht in einer Diskussionssession, der durch die Kneipe ziehende Rauchgeruch (man kann auch deutlich sagen: Eine völlig verräucherte Spelunke) störte sie nicht im geringsten. Und anstelle des Programmierpils wurde Cola nach alter imperialistischer US-Tradition vom nicht mit Apple aufs ärgste verbundenen Brauseliieferanten getrunken.

„Also, ich hab da DIE Software die Tage gefunden, Intergalaktisch! Mosaic heißt sie. Kommt aus der Schweiz, also eigentlich aus CERN. Die Bude ist was, was die Physiker machen,  Aber 1A auf UNIX entwickelt. Auf dem NeXT. Kaufe ich mir auch, wenn mein Mac dann in die Jahre gekommen ist. Sind extrem gute Maschinen. Klar, designed by Steve eben. And made in Japan.

Als ich noch mit dem Atari ST rumbastelt, habe ich mir schon eine Hypertext-Software gekauft. Dann mit dem Mac endlich Hypercard. Wir habe das ja in Neuronale Netze kennengelernt. Du traversierte durch den gerichteten Baum (ob binär oder höherer Ordnung sei ganz egal).“

Der andere schaute erwartungsfroh in sein Glas braune Zuckerbrause und hatte an den entscheidenden Stellen (NeXT, CERN, Mosaic) ein flüchtiges Lächeln auf dem Gesicht. Er war derjenige der beiden, der nicht so nerdig war. Schließlich wurde ja Wirtschaftsinformatik unterrichtet. Er hatte im Geiste schon einen kleinen Businessplan zurechtgezimmert. Er, der Denker, Lenker und das Gesicht des aufstrebenden Imperiums. Der andere, der nerdige, schlaksige war da der Macher – also Codierer  – der Programmierer. Irgendwie wie bei Apple, dachte er, nur dass der andre zu schlank war, um den Vergleich „rund“ zu machen.

„Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass man mit – sagen wir 10.0000 – gleichzeitigen Mosaic-Sessions eine Zieladresse ansteuert, um sie durch die Vielzahl der Anfragen zu überlasten. Ich nenne das mal „Ki-Bulp-Infection“.“

Er grinste: „Ki, ist mein Namenskurzzeichen und außerdem kann es auch für künstliche Intelligenz stehen. Also Rechnersysteme, die ohne menschliches Zutun anhand von gelerntem Wissen, in der Lage sind in Grenzen natürlich, Neues zu schaffen. Turing etwa mit seinem alten Test: „Hey, bist Du Mensch oder Maschine?“ Oder aber auch Eliza von Weizenbaum. All das gibt es ja schon. Wir müssen nur den Missing Link finden, um ganz groß ins Geschäft einsteigen zu können. Da brauchen wir natürlich Geld. Mit dem Thema „Runterreißen von Mosaic-Adressen durch geballte Kraft, schaffen wir Aufmerksamkeit. Dann können wir unsere Sicherungssoftware anbieten. Mir schwebt vor, dass wir Mosaic-Server auf allen Kontinenten haben und Kunden als „Stütze“ für Ihre eigenen Adresse bieten, damit sie resistenter werden gegenüber Attacken. Zudem ist die Seite dann überall auf der Welt gut erreichbar.“

Der Business-made-Kommilitone staunte nicht schlecht, der Nerdige hat ja richtig Businesspotential. Vielleicht war das der Beginn einer langanhaltenden Freundschaft.

Anmerkung: Den Abend im herbstlichen Paderborn in der ersten Hälfte der 90iger hat es natürlich geben. Nicht überliefert ist die Nachweisbarkeit, dass beide Studierende jene fiktive Kneipe im erstkatholischen Bistum auch besuchten. Raucherkneipen, der Begriff wurde erst später erfunden, gab es damals immer, da Rauchen in Kneipen und Restaurants in Deutschland erlaubt war. Die vorgetragene Gedanken sind so akademisch-fiktiv, dass es reale Ausprägungen der genannten Softwaresysteme sicher nie geben wird.

Ukrainische Flagge

Kritzelheft again under attack

Wordfence-Tabelke mit Anzahlen für Angeiffe auf das Blog.

The Wordfence Web Application Firewall has blocked 106 attacks over the last 10 minutes.

Wordfence is blocking these attacks, and we’re sending this notice to make you aware that there is a higher volume of the attacks than usual.

Below is a sample of these recent attacks:
Juni 22, 2025 12:41pm 1X.X.X.X (Singapore) Blocked for Known malicious User-Agents

Meine kleines WAF ist nicht das Allerheilmittel, aber immer ein guter Anfang.
Ukrainische Flagge

Lightweight under fire

Wordfence Statistik der Angriffe auf das Blog: Tag/Woche/Monat.
Performanceauswertung von IONOS zur Verfügbarkeit des Blogs der letzten 7 Tage.
Down- und Upmail zum Blog vom Überwachungsservice Uptimia.
Auch wenn ich einige wenige Dinge beherzige, so ist dieses kleine digitale Kritzeltet doch im Handstreich platt, wenn es jemand nur wirklich darauf anlegt. Auch die markigen Werbesprüche meines Webkrauters, hier mit DDoS-Schutz-Sicherheit zu bieten und ähnliches, werden da sicher nicht helfen. Zudem heißt auch nicht jedes Unternehmen Spamhaus, das muss klar gesagt werden. Und dass ich mir ein „paar Kohlen“ bei Akamai dazu kaufen kann, wie es die großen GAFA-Unternehmen, immer wieder Apple bei Mammutveranstaltungen wie der WWDC machen, ist auch nicht gegeben. Das würde mein Budget sehr deutlich sprengen.

Gut, ich könnte ein CDN wie etwa Cloudflare nutzen, will ich aber gar nicht. Das hat weniger etwas mit der durchaus guten Technologie zu tun, sondern mit DSGV. Was ich nach Erprobungen deutlich feststellte (nativ Cloudflare und innerhalb von IONOS angeboten).
Ukrainische Flagge

Pentesting

Finderscreenshot, der die Dateien von ZAP bezüglich des Pentestings zeigt.
Da hatte ich doch vor ein paar Tage mit ZAP angefangen, das Blog zu pentesten, wie ich es ja schon mal machte (etwa hier, hier oder hier). Das ganze zog sich über einige Tage hin. Mein kleines WAF dreht ordentlich auf und bestrafte ZAP mit bannig vielen 404 und mich mit etlichen Warnmeldungen.

Ob ich mir aber jemals die knapp 30 GB Session Data ansehen werde, mag bezweifelt werden. ZAP hat ja den kruden Scharm einer Linux-Konsolenanwendung, der man (scheinbar) mit AWT eine GUI verpass hat. Ich werde es aber weiter nutzen, auch wenn die Software immer mal wieder durchgereicht wird, d.h. den Eigenümer wechselt.
Ukrainische Flagge

Gehackt! Komisch nicht, dass klar erwartet.

Wir haben uns auf verschiedensten Wegen die Identitäten der Patientinnen und Patienten besorgt (…), wir haben uns auf verschiedensten Wegen die Praxisidentitäten besorgt (…) und damit hatten wir wirklich alles beisammen, um auf (…) alle 70 Millionen Akten zuzugreifen.“

Was Kastl und Tschirsich auf der CCC-Bühne demonstrierten, war ein Angriff auf die privatesten Daten, die Mensch überhaupt haben: die eigenen Gesundheitsdaten. Die beiden Hacker haben diese Angriffe ausprobiert, um Sicherheitslücken aufzudecken – doch schon bald könnten die Schwachstellen auch von Kriminellen ausgenutzt werden.
..
Der Chaos Computer Club kommt angesichts der Erkenntnisse zu einem vernichtenden Urteil. Der Verband fordert ein „Ende der EPA-Experimente am lebenden Bürger“.

HAZ, tomorrow

Chapeau! CCC, denn schon vorm Start der elektronischen Patientenakte einen Supergau-Hack. Das zeigt wieder einmal und sehr erwartet: Security made in Germany sucht ihresgleichen in der internationalen IT-Landschaft.

Wenn es nicht so extrem bitter wäre, würde ich glatt drüber lachen.

Mehr findet sich noch bei Heise.
Ukrainische Flagge