50 Jahre jung und kein bisschen leise

Fotomontage vor altem Apple-Regenbogen mit Ron Wayne, Steve Wozniak und Steve Jobs, unten steht 'Uräpfel'.
Fotocredits: Ron Wayne, 2009 Macworld Expo San Francisco, Aljawd CC BY-SA 3.0 (Bildausschnitt) • Steve Wozniak (eigenes Bild), Apps World Berlin 2015 • Statue von Jobs im Graphisoft Park, Budapest, Derzsi Elekes AndorCC BY-SA 3.0 (freigestellt)

 

Steve Jobs war einer der größten amerikanischen Innovatoren mutig genug, um anders zu denken, verwegen genug, um zu glauben, er könne die Welt verändern, und talentiert genug, es tatsächlich zu tun.

Barack Obama

So steht das Barack Obama Zitat plakativ auf der Rückseite der seitenstarken Biographie von Steven Paul Jobs, die es aus dem Stand auf Platz 1 der Amazon-Buchliste geschafft hat.

Die berühmten Worte zu Design, der Namensgebung der Company oder der von vielen wenig beachtete späte Sieg. Der von Jobs so sehr gewollte thermonukleare Krieg hat in der Form nie wirklich stattgefunden.

Woz ist der einzige on den dreien, den ich mal sah.

Apple als Firma, Arbeitgeber, Trendsetter und als Business Unit mit Anstand und Gewissen (zumindest für eine ganze Weile) hat auch Zeichen gesetzt.

Kein Apfel mehr nach Ausbruch des völkerrechtswidrigen Kriegs gegen die Ukraine für den faschistoiden Aggressor.

– Mein kleiner unvollkommener Abriß zur Apple Sinfonia oder wie ich es mit Apple halte.

Apple und FFP2-Masken zur Pandemiezeit,

– Ein Unternehmen, das sich immer anders sah als andere: Perspektiven, auch zuweilen nicht den Arsch in der Hose hatte.

– Wie meist bei einem solchen Unternehmen ist Apple nicht nur gut, Underdog, böse, der (vermeintliche) Saubermann, hat spleeninge Ideen oder strahlt eine gewisse Ambivalenz aus.

Ein Frühpost zu Apple noch bei blogall, bei der Plattform hatte ich 2004 begonnen. Leider schlitterten diese Anfang 2006 in die Insolvenz und ich zu WordPress.

Bei Apple gab es immer wieder sogenannte Kipp-Punkte in der Unternehmensgeschichte, die über Sieg oder Untergang oder einfach auch nur über gut oder böse entscheidenden Anteile hatte.

Einer davon war der 20.12.1996. Der Tag als die Sites von Apple und NeXT „gleichgeschaltet“ wurden. Wer damals die Animation auf der Apple-Seite (natürlich mit einem Netscape Navigator auf einem Mac) sah, wußte sofort: Alle Karten auf Sieg!

NextStep braucht all das mit, was Apples Mac OS Classic nicht hatte (und all die Versuche – BeOS inkludiert – nie hinbekamen): Preemtives Multistasking, ein echter UNIX-Unterbau, Speicherschutz (das Klassikerthema unter Mac OS Classic mit Kooperativen Mulitasking). Und vielleicht das allerwichtigste, was weder Jobs noch Gates im Xerox PARC gesehen und verstanden hatten: Objektorientierung!

 

Es kann mit Fug und Recht gesagt werden, dass die Rückkehr von Jobs samt seines modernen UNIX-Systems Apple rettet, in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. In der Jobs typischen Art, hat der den (durchaus glücklosen) Apple CEO nach nur einem halben Jahr aus dem Konzern gedrängt und Apple wieder zum dem gemacht, für das das Unternehemen einst stand: Einen Trendsetter, der aus dem Stand angestammte Bereiche aufgreift und sich nach kurzer Zeit zur Leitfigur in dem Segement macht. Lange hatte Apple von Ursprung und den Erfolgen gelebt, aber auf die Straße nur Mittelmaß und schlechtes gebracht. Eine Ausnahme bildet der Apple MessagePad Newton. Gerade als der Newton den Break Even erreicht, wurde er gekillt, weil die Hardwarevoraussetzungen damals nicht für die Software gegeben waren und Steve Jobs das Baby, welches nicht seins war, den Garaus machte.

Vorgestern vor 25 Jahren begann die Zukunf

Am legendären 24.01.1984 wurde der bedeutendste Werbespot zum Super Bowl präsentiert. Darin wird „Macintosh“ (immer ohne Artikel) angekündigt. Kein einziger Hinweise darauf, dass es ein Computer ist und was dieser kann, nur das Ridley Scott Video. Dabei war das Board of Directors bei Apple echt angepißt ob der teuren Werbezeit zum Super Bowl und wollten das ganze nicht. Nur weil nur 1/3 der Sendezeit verkauft werden konnte, kam der Spot, denn Apple „saß“ auf der Restminute. Der Rest ist sehr legendär und in die Geschichte eingegangen.

 

An dieser Stelle sei auf „Beifang“ von Lisa Brennan-Jobs verwiesen. Ein sehr intimes, ehrliches und überaus bewegendes Buch (Link1, Link2). Das Mädchen, nachdem die LISA (der erste, gefloppte GUI-Rechner Apples) benannt war oder war es anders herum? Sie löst es in ihrem Buch nicht zu früh auf.

Mitunter sind es aber auch ganz zwischenmenschliche Töne, die, gemessen an Steve Jobs wohl narzisstischem Habitus, auch böse Schläge bedeuten konnten. Etwa der Hawaii-Urlaub, der mitten im Halbjahr zur High School Zeit Lisas stattfand. Der Karottensalat war nicht gut genug und die Kellnerin brach schließlich in Tränen aus. „Wenn er es auf jemanden anderen abgesehen hatte, war man nirgends sicherer als in seiner Nähe.“ Oder wie Lisa auch beschreibt: „Ich begann zu verstehen, dass in meinem Vater zwei Seiten miteinander im Wettstreit lagen: die eine achtsam und so empfindlich wie ein Nerv eines Zahns, die andere unsensibel, stumpf und emotionslos.“

Aus der Rezension der iX.

 

Eine Sache am Rande. Durch meine kleine Petition, wurde ich nicht als Entwickler beim Apple Developer Program rausgeschmissenes – dafür bin ich zu unbedeutend. Ich bekomme nur keine einzige Mail mehr von der Firma seit der Zeit. Ob der Chefkoch mir das übel nahm?

Abschließend die Empfehlung: Nicht nur Apple Jünger, sondern auch dem Lifestyle Unternehmen eher kritisch eingestellte Menschen werden diese über 700 Seiten sicherlich gerne lesen und einen Einblick in die Person Steve Jobs bekommen, der für immer mit außergewöhnlichen Errungenschaften des 21. Jahrhunderts verknüpft sein wird. Zukünftige Generationen werden vielleicht sagen: „Ja Apple, das ist die Firma, die den PC erfunden hat (Apple II), den MP3-Spieler (iPod), das Smartphone (iPhone) und den modernen Fernseher (iTV).“ Nichts davon ist wahr, aber die generelle Aussage stimmt: Apple ist ein Lifestyle Unternehmen, das Trends setzt und Innovationen schafft, die es zuvor nicht gab.

Rezension zur Jobs Biographie von Walter Isaacson

 

„Tu einfach das Richtige“, habe Steve Jobs seinem Nachfolger aufgetragen. „Frag nie, was ich tun würde.“ Und auch wenn Cook betont, dass er diesem Rat des Apple-Mitbegründers gefolgt sei, wird in dem Interview doch deutlich, wie sehr er sich dem Erbe von Jobs verpflichtet fühlt. Dieser sei eine Person gewesen, „wie sie einmal in tausend Jahren vorkommt“, sagt er. Und seine größte Erfindung sei nicht ein Produkt gewesen, sondern Apple selbst.

Heise.de

Und wer denkt, dass Apple vor macOS kein UNIX hatte, der irrt. Denn wie sehr viele – auch Microsoft – hatte Apple Ende der 80iger begonnen, A/UX rauszubringen. Ein klassisches POSIX-konformes UNIX. Damals auf System V Basis und nicht BSD wie NeXTstep bzw. macOS.

Ukrainische Flagge

Ambivalent

Apple WWDC25 in regenbogenfarben auf weißer Apple Internetseite.

Klar, der Regenbogen im Schriftzug. Wer lange genug zurückdenkt, weiß ja auch, dass Apples 2. Logo, nach dem Newton-Bild vom vergessenen 3. Gründer der Firma, einen Regenbogen hatte. Das hatte manchem in der Produktion (der Apple II wurde beim Auftragsfertiger anfangs gefertigt), große Schweißperlen auf die Stirn gezaubert.

Aber spätestens seit der Vokabel DEI (Diversity, Equity and Inclusion) wissen wir, dass das das meint, was jeder heute darunter versteht: Diversität, Miteinander und Gemeinschaft im Sinne von Demokratie und Teilhabe.

Und dann ist da seit dem 20. Januar 2025 Trump reloaded und sein Vorgehen bei DEI. Die Frage ist: Wann knickt (auch) Apple ein? Wer das obige Foto betrachtet, sieht deutlich, dass das Titansignet, der stilisierte Apfel, nur noch unten leicht vom Regenbogenschriftzug darunter „angestrahlt“ wird. Selber ist er nicht (mehr) regenbogenfarben – ein Schelm, wer böses dabei denkt!

Screenshot CNN von der Machtergreifung von Donald Trump - das Foto zeigt den weißhaarigen Tim Cook deutlich in der Menge der den neuen Präsidenten anbetenden.
Bildquelle

Tim Cook sollte, so meine Vorstellung eines großen multinationalen Konzerns, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, besser für die Welt zu sein („Think different„), hier keine platte Anbiederung an den Despoten ausüben, sondern klar sagen und machen, wofür ein weltoffener Großkonzern stand, steht und stehen wird. Anbiederung kann man in dem Code of Conduct von Apple dort nicht nachlesen.

Ein anderes Thema ist die Namensgebung. Hatte Apple etwa nix aus den Gebaren aus Redmond zu dessen OS der 95er Version mitgelernt?
Ukrainische Flagge

No Apple in Russia

Apple Store mit Ukrainischer Flagge

Bildrechte (Apple Store) bei Pauline Saletzki

Apple setzt den Verkauf von Waren und Dienstleistungen in Russland aus und folgt damit dem Beispiel vieler anderer Unternehmen weltweit. Schön wäre noch ein deutlich sichtbares Zeichen auf den weltweiten Apple Sites, um die klare Haltung gegen den Agressor und Kriegstreiber Russland deutlich zu machen.

Erinnerungen an einen unvergessenen Visionär und amerikanischen Innovatoren

Steve Jobs bei der WWDC (2010)Steve Jobs bei der WWDC (2010)

MetalGearLiquid, based on File:Steve_Jobs_Headshot_2010-CROP.jpg made by Matt Yohe • CC BY-SA 3.0

Steve Jobs war einer der größten amerikanischen Innovatoren mutig genug, um anders zu denken, verwegen genug, um zu glauben, er könne die Welt verändern, und talentiert genug, es tatsächlich zu tun.

Barack Obama

So steht das Barack Obama Zitat plakativ auf der Rückseite der seitenstarken Biographie von Steven Paul Jobs, die es aus dem Stand auf Platz 1 der Amazon-Buchliste geschafft hat.

Here‘s to the crazy ones.
The misfits.
The rebels.
The troublemakers.
The round pegs in the square holes.
The ones who see things differently.
They‘re not fond of rules.
And they have no respect for the status quo.
You can quote them, disagree with them, glorify or vilify them.
About the only thing you can‘t do is ignore them.
Because they change things.
They push the human race forward.
And while some may see them as the crazy ones,
We see genius.
Because the people who are crazy enough to think
they can change the world,
Are the ones who do.

Aus der “Think different Kampagne“.

Zukünftige Generationen werden vielleicht sagen: “Ja Apple, das ist die Firma, die den PC erfunden hat (Apple II), den MP3-Spieler (iPod), das Smartphone (iPhone) und den modernen Fernseher (iTV).” Nichts davon ist wahr, aber die generelle Aussage stimmt: Apple ist ein Lifestyle Unternehmen, das Trends setzt und Innovationen schafft, die es zuvor nicht gab.

Steve Jobs Biographie

Steven Jobs wird für immer mit vielen Innovationen in Verbindung gebracht werden. Er konnte anspornen, das beste aus seinen Teams herausholen, despotisch sein (legendär die elevator pitches), das hinter dem Technik stehende Design sehen und einfordern. Er konnte sein Team fast in den Wahnsinn treiben, etwa mit dem Festhalte der damals brandneuen und schwer lieferbaren 3,5″ Diskettenlaufwerke von Sony für die Einführung des Macs 1984. Auf der anderen Seite war er ein sehr emotionaler Mensch, der seine Familie liebte wie auch die Musik liebte.

Auf der anderen Seite ein Mensch, der die Musik der Beatles vergöttert. So ist das stringente Handeln Apples zu erklären, die Werke der Fab Four in den iTunes Store zu bekommen, was angesichts der gerichtlichen Aspekte Apple vs. Apple nicht immer einfach war. Schön, dass Steve Jobs noch zu Lebzeiten die Werke aus dem iTMS bekommen konnte, wenn er auch etliche Werke bereits zuvor von LP auf seine iPods/iPhones/iPads transferiert hatte. Jemand, der angesichts seines nahenden Todes, in sehr intimen Interviews seinem Gegenüber offenbart, dass er sich mehr um seine Familie hätte kümmern müssen. Was dem geneigten Leser ein Stück weit erahnen kann, wenn man sich die Reisefotos ansieht, auf denen der Vater einen Reise nur mit einer Tochter unternahm, was angesichts des überquellenden iCal-Kalenders von Steve Jobs hohen Stellenwert genießt.

Steve Jobs Biographie

Steve Jobs Memorial Video (2012) - Apple.com

•••• Mit Klick auf die Abspielschaltfläche wird das Video im eingebetten IFrame gestartet. Das Vorschaubild kann schon auf diesem Blog vorhanden sein, so dass erst beim Abspielen eine Verbindung mit YouTube aufgebaut wird und Daten übertragen werden. ••••

Steve Jobs Memorial Video (2012) – Apple.com

Official Video – Apple Inc.
I dedicate this video to Steve Jobs
Letter from Tim Cook:

Steve’s passing one year ago today was a sad and difficult time for all of us. I hope that today everyone will reflect on his extraordinary life and the many ways he made the world a better place.
One of the greatest gifts Steve gave to the world is Apple. No company has ever inspired such creativity or set such high standards for itself. Our values originated from Steve and his spirit will forever be the foundation of Apple. We share the great privilege and responsibility of carrying his legacy into the future.
I’m incredibly proud of the work we are doing, delivering products that our customers love and dreaming up new ones that will delight them down the road. It’s a wonderful tribute to Steve’s memory and everything he stood for.

– Tim
The Memorial by Apple Inc, which is the only copyrighter holder.
2012 Copyright by Apple Inc.

das Blog zitiert das eigene Gezwitscher

Twitterzitat zur WWDC von Apple

Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht: Die Keynote war ausgezeichnet und was sich auch klar zeigte, das Verhältnis der Manager (Geschlecht, Herkunft, Behinderung) war so, dass die Gleichstellungsbeauftragte deutscher DAX-Konzerne Tränen in den Augen haben müsste, so sie sich für Auftaktveranstaltungen von veganem Obst interessierte.