Zitat zur Nacht

Auch wenn sich die Führung auf den Turm niemals bis ins Detail planen lässt, ist eines jedes Mal gleich, sagt Holger Belz: „Die Stimmung ist stets eine ganz besondere, wenn wir im obersten Stock ankommen und den weiten Blick über Elbe und Wiesen haben. Es scheint, als würde jedem Menschen hier oben bewusst, wie viel Wert die Freiheit hat.“

In Darchau und Neu Bleckede sind zwei Grenztürme an der Elbe wieder zu besichtigen. HAZ, tomorrow

Mit Errichtung und Ausbau der Sperranlagen an der Innerdeutschen Grenze waren Beobachtungstürme oder Grenztürme ein wichtiger Bestandteil des Grenzsicherungssystems. Die Türme dieser Art dienten in der DDR hauptsächlich dazu, die Flucht von DDR-Bürgern zu verhindern und befanden sich meistens unmittelbar hinter den vordersten Grenzanlagen (Grenzzaun oder Grenzmauer). Die ursprünglich aus Holz errichteten Beobachtungstürme wurden ab etwa 1969 durch Betontürme ersetzt. Diese Türme bestanden aus vorgefertigten Betonelementen und einer Beobachtungskanzel. Versetzte Metallleitern führten über zwei bis drei Zwischenebenen aus geriffelten Stahlblechböden nach oben. Die Kanzel bot Platz für vier bis fünf Soldaten. Neben den Sitzgelegenheiten und Waffenständer gehörten Luftfilteranlage, Signalmittel, Dienstbuch und Kartenmaterial sowie das Kennzeichenverzeichnis des BGS zur Ausstattung. Eine Fernmeldestandleitung zum Grenzmeldenetz und die Elektroheizung sowie Notfall- und Rettungsausrüstung waren zur Verbindung und Versorgung vorhanden. Für den besonderen Fall stand eine Abseilhilfe zur Verfügung. Die Dachterrasse war durch eine Stahlrohrreling gesichert und konnte über eine verschließbare und luftdichte Stahlblech-Luke betreten werden. Auf der Dachterrasse befand sich ein schwenk- und fernbedienbarer Suchscheinwerfer (Elevation ± 90 Grad, Azimut 360 Grad).

Auch an der Seegrenze der DDR an der Ostsee wurden durch die Grenzbrigade Küste Beobachtungstürme errichtet. Mit den aufgesetzten Scheinwerfern konnte man bei Nacht und entsprechenden Wetterbedingungen die gesamte Küstenlinie und die küstennahe Ostsee nach Flüchtlingen absuchen.[1]

Nach der Öffnung der Grenze im Herbst 1989 und dem anschließenden Abbau der Grenzanlagen wurden auch die meisten Beobachtungstürme abgerissen. Heute findet man entlang der ehemaligen Grenze noch einige Türme, die als Teil von Grenzmuseen auch besichtigt werden können. Einige Türme befinden sich auch in privatem Besitz.

Wikipedia

Ukrainische Flagge

Zitat am Abend

„Wir haben gewußt, daß wir Kämpfer gegen die Diktatur und gegen den Faschismus waren. Wir haben gewußt, daß wir um eine neue Welt ringen wollten, daß wir ein neues Leben aufbauen wollten, in dessen Mittelpunkt wir den Menschen stellten. Aber jene Schar von Unzählbaren, die in Öfen verbrannt und in Lagern gemartert wurden, jene unzählige Anzahl von Kindern, deren bloße Füßchen blutend durch die Schneefelder des Ostens in das Verderben hineingetappt sind — sie wußten nicht, warum sie in dieses Verderben gingen —; sie gingen nur, weil eine [jüdische, anm.] Mutter sie geboren hatte.“

Jeanette Wolff zur KZ-Haft im Nationalsozialismus.
Ukrainische Flagge

Courage

Schwarz-Weiß-Porteait von Otto Wels.
Otto Wels • Unknown (Bain News Service, publisher) • Public domain

Es ist Donnerstag, der 23. März 1933. Auf der Tagesordnung steht die Beratung über das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“, das sogenannte Ermächtigungsgesetz. Mit ihm soll sich das Parlament selbst entmachten, die Legislative auf die Reichsregierung übertragen und die Gewaltenteilung aufheben.
[…]
Er [Otto Wels] fügt unter Schmährufen der Nationalsozialist*innen hinzu: „Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten.“ Und weiter: „Wir deutschen Sozialdemokrat*innen bekennen uns in dieser geschichtlichen Stunde feierlich zu den Grundsätzen der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Sozialismus.“ Schließlich fällt der legendäre Satz: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“

aus „Otto Wels‘ legendäre Rede: Als die SPD dem Terror der Nazis trotzte“

Courage – damals so wichtig wie heute!
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100 Jahre

Scharz-Weibild von Hans Rosenthal im schwarzen Sacko mit weißen StreifenHans Rosenthal (um 1970) • Autor/-in unbekannt/Unknown author • CC BY-SA 3.0 de

Hans Rosenthal, wäre am am 2. April 100 Jahre alt geworden. Durch den Blick in SPON, bin ich darauf aufmerksam geworden.

Hans Rosenthal war mir mit Dalli Dalli als beste Samstabendunterhaltungssendung Donnerstagabendunterhaltungssendung für die gesamte Familie ein Begriff und bei der Oma sogar immer in Farbe. Oma hatte immer einen ordentlichen Markenfernseher, nicht so wie zu Hause.

Damals wußte ich nicht, was der große deutsch Entertainer in diesem, seinem Deutschland erlitten hatte. Sein gesamte Familie wurde von den Nazis – ausgelöscht. Entweder ermordet oder direkt oder indirekt an den Folgen der Mißhandlung gestorben. Rosenthal überlebte die zwei letzten Jahre des Dritten Reichs nur, weil er sich in der Kleingartenkolonie „Dreieinigkeit“ in Berlin versteckte und von Berlinerinnen unterstützt wurde.

Es ist eine Geisteshaltung, die eine Hingabe, Gelassenheit und Vergebung nur erahnen läßt. Rosenthal in einem Nachkriegsdeutschland inklusive Westberlin am Samstagabend Donnerstagabend seine republikausfüllenden Unterhaltungssendungen zeigend, Politik und Geschichte ausklammernd und doch im Land der Kinder der Täter und Mörder lebend und den“ ganz normalen Antisemithismus“ immer erlebend. Dabei für das große Fernsehpublikum immer den frohen, verständlichen, einenden Fernsehunterhalter gebend. Das zeugt von wahrer Größe. Eine Haltung, so man seine Vergangenheit kennt, die erst einmal „ausgehalten“ werden muss.

Hans Rosental hätte sichtlich Spaß in einer großen Sendung im ZDF jetzt dabei zu sein und junges Publikum von „Dalli Klick“ überzeugen zu können, da bin ich mir ziemlich sicher, denn „…und Sie sind der Meinung, das war spitze!‘
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Zu den Brauchtumstagen

Erzähle mir etwas zur Rolle des Karnevals im Dritten Reich.

Der Karneval im Dritten Reich wurde vom NS-Regime stark instrumentalisiert und gleichgeschaltet, um Propaganda zu verbreiten und die Idee der „Volksgemeinschaft“ zu fördern. Ursprünglich misstrauten die Nationalsozialisten dem Karneval, da er traditionell eine Plattform für Kritik an Obrigkeiten bot. Doch ab 1933 begannen sie, ihn systematisch zu kontrollieren und für ihre Zwecke zu nutzen[1][4][9].

– **Propaganda und Kontrolle**: Karnevalsumzüge und Sitzungen wurden mit antisemitischen und rassistischen Inhalten durchsetzt. Beispielsweise zeigten Wagen im Kölner Rosenmontagszug 1934 antisemitische Parolen. Kritik an NS-Führern war verboten, Büttenreden unterlagen strenger Zensur, und die Themen mussten sich an der NS-Ideologie orientieren[4][9].

– **Gleichschaltung**: Die Nazis schufen neue Traditionen wie die Prinzenproklamation und förderten den Karneval finanziell, um ihn als Teil ihrer Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“ zu etablieren. Sie nutzten den Karneval auch zur Demonstration einer vermeintlich geeinten „Volksgemeinschaft“[6][12].

– **Widerstand und Anpassung**: Nur wenige Karnevalisten leisteten Widerstand. Der Kölner Büttenredner Karl Küpper war eine Ausnahme; er verspottete das Regime öffentlich, was ihm schließlich ein lebenslanges Redeverbot einbrachte[4][11]. Die meisten Karnevalisten passten sich jedoch an oder unterstützten das Regime aktiv[7][9].

Der Karneval wurde so von einem Fest des Humors und der Freiheit zu einem Instrument der NS-Propaganda umfunktioniert.

Quellen
[1] Kölner Karneval und der Nationalsozialismus – Der braunste Spaß … https://www.sueddeutsche.de/kultur/ns-ausstellung-heil-hitler-und-alaaf-1.1220280
[2] 6.3.1935: Nazis verhaften das Mainzer Karnevalskomitee – SWR.de https://www.swr.de/swrkultur/leben-und-gesellschaft/631935-nazis-verhaften-das-mainzer-karnevalskomitee-100.html
[3] Karneval in Zeiten des Terrors – „Die Feier des Lebens ist keine … https://www.deutschlandfunk.de/karneval-in-zeiten-des-terrors-die-feier-des-lebens-ist-100.html
[4] Die Nazis und der Karneval – Westdeutsche Zeitung https://www.wz.de/kultur/buehne/die-nazis-und-der-karneval_aid-30994243
[5] Karneval in der NS-Zeit Ein dunkles Kapitel des kölschen Fasteleer https://www.karl-rahner-akademie.de/programm/kurs/Karneval-in-der-NS-Zeit/25122
[6] Alaaf und Heil Hitler ! Karneval im Dritten Reich https://www.kz-gedenkstaette-leonberg.de/start/details/alaaf-und-heil-hitler–karneval-im-dritten-reich
[7] Karneval unterm Hakenkreuz – DW – 21.02.2012 https://www.dw.com/de/karneval-unterm-hakenkreuz/a-15631961
[8] Volksfeste im Nationalsozialismus https://kulturgut-volksfest.de/enzyklopaedie/volksfeste-im-nationalsozialismus/
[9] Fasching während des Nationalsozialismus – Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Fasching_w%C3%A4hrend_des_Nationalsozialismus
[10] Karneval im Dritten Reich: Todesmühle kündigt Holocaust an – n-tv.de https://www.n-tv.de/politik/dossier/Todesmuehle-kuendigt-Holocaust-an-article708006.html
[11] Karneval in der Nazi-Zeit: Karl Küpper war Kölns mutigster Jeck https://www.spiegel.de/geschichte/karneval-in-der-nazi-zeit-karl-kuepper-war-koelns-mutigster-jeck-a-1135616.html
[12] Die Fastnacht der „Volksgemeinschaft“ | Deutscher Kulturrat https://www.kulturrat.de/themen/heimat/kulturerbe-fasching-fastnacht-karneval/die-fastnacht-der-volksgemeinschaft/

https://www.perplexity.ai/search/erzahle-mir-etwas-zur-rolle-de-1bBM4oePQRmYKL5tIys1wg

Wählen kann Leben retten!
Ukrainische Flagge

Zitat am Abend

„Wir dürfen uns unserer historischen Verantwortung niemals entziehen“, fordert Bas. Und stellt eine alles entscheidende Frage an jeden und jede in diesem Land: „Was bin ich bereit zu tun?“

Haben wir aus unserer leidvollen Geschichte gelernt? Wie steht es um die persönliche Courage, trotz des Schocks über die Mordtaten von Männern, die in Deutschland Schutz bekommen haben, den Rechtsstaat gegen Rechtspopulisten zu verteidigen? Im Alltag, in der Nachbarschaft, im Freundeskreis, in der Familie.

Schwarzman hat den Teufel gesehen. Aber der alte Herr, der ins Land der Mörder der Juden zur Versöhnung kommt, hat zum Teufel eine Botschaft: „Wir überschätzen ihn sehr.“

HAZ am Sonntag

Wählen kann Leben retten!
Ukrainische Flagge

Zitat am Nachmittag

„Ich war genauso groß wie die deutschen Schäferhunde, ich konnte ihnen bei meiner Ankunft in Auschwitz in die Augen sehen“, erzählte die Überlebende Tova Friedman, die im Alter von fünf Jahren mit ihrer Mutter in das Lager verschleppt wurde. Das Mädchen wurde Zeugin, wie jüdische Kinder aus der Baracke nebenan in die Gaskammer geschickt wurden. „Ich dachte: Das ist normal. Wenn du jüdisch bist, musst du sterben.“

HAZ am Sonntag

Wählen kann Leben retten!
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