Der AfD-Politiker Martin Reichardt warf einer Abgeordneten der Linken im Bundestag »Unkenntnis über ihre eigene Klitoris« vor. Dafür muss er nun ein Ordnungsgeld zahlen. Die Bemerkung hat eine Vorgeschichte.
Reichardts Einspruch gegen die Entscheidung hat der Bundestag nun zurückgewiesen.
Die am Donnerstag amtierende Bundestagspräsidentin Andrea Lindholz (CSU) monierte Reichardts nun getätigte Äußerungen. »Auch wenn der Kollege Reichardt damit auf eine Rede der Abgeordneten Gebel vom März dieses Jahres angespielt haben mag, so stellt seine heutige Bemerkung nicht nur einen äußerst geschmacklosen und herabwürdigenden, sondern auch einen zutiefst beleidigenden verbalen Übergriff in die Intimsphäre einer Kollegin dar«, sagte Lindholz laut Sitzungsprotokoll : »Ich will an dieser Stelle sagen: Es reicht!« Sie verhängte das Ordnungsgeld.Bundestagspräsidentin Klöckner zitierte am Freitag bei der Aufsetzung des Tagesordnungspunkts noch einmal Reichardts Äußerung. Diese reihe sich ein in Vorwürfe an Frauen »hier im Parlament«, dass sie kinderlos seien. »Frauen und Männer sind gleichberechtigt«, sagte Klöckner. »Diese Übergriffigkeit und Respektlosigkeit lassen wir hier als Präsidium nicht gelten.« Nur 32 Prozent der Abgeordneten seien Frauen. Wenn man das ändern wolle, »dann müssen wir uns auch so verhalten, dass Frauen Lust auf diesen Beruf hier haben«. In Zukunft werde es sofort mit einem Ordnungsruf geahndet, »wenn so respektlos mit und über Frauen geredet wird«.
