Wir erleben seit Jahren, wie die AfD das Land häppchenweise vergiftet, darunter auch Siegmunds Landtagsfraktion. Ein Abgeordneter sagte über Gefängnisstrafen für Homosexuelle: »Das sollten wir in Deutschland auch machen!« Ein anderer sprach von »Wölfen an der Schule« – gemeint waren Kinder mit Migrationsgeschichte – und nannte die Erinnerung an den Nationalsozialismus einen seit 80 Jahren »wachgehaltenen« Schuldkomplex.
Sollte die AfD in Sachsen-Anhalt an die Macht kommen, wird sie ihr Gift in noch größeren Dosen verabreichen. Der Erfolg Siegmunds zeigt, wie wirksam diese Methode sein kann. Es bleibt zu hoffen, dass die demokratischen Institutionen und die Zivilgesellschaft der schleichenden Normalisierung rechtsextremer Sprache und Politik widerstehen.
