Liebe im Schatten des Krieges

Martin Green, ESC-Direktor der Europäischen Rundfunkunion: Wir feiern die Kraft der Menschheit, sich zu versöhnen.

Der 70. Eurovision Song Contest will in Wien die Vielfalt Europas feiern. Aber Boykotts, Proteste gegen Israel und Terrorangst überschatten das Spektakel. Der Wettbewerb steht am Scheideweg. Szenen einer Party mit gebremstem Schaum.

„Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, sich gegen Krieg starkzumachen und für Frieden“, sagt Kantinenchefin Wegenstein. „Aber hier geht es nicht um Frieden, es geht um Hass gegen Juden. Gestern war ein älterer Mann hier, der sagte: ‚Ich verstehe nicht, warum sie mich hassen. Ich wähle ja nicht einmal Netanjahu.‘ Da lief ein kalter Schauer über meinen Rücken.“ Hat sie Angst vor Anschlägen? Die Bistrobetreiberin schweigt. „Wir werden beschützt”, sagt sie dann. Jede Sorge ist begründet. Die Zahl der antisemitischen Vorfälle in Österreich hat 2025 mit 1532 Fällen einen neuen Höchststand erreicht. Landesweit herrscht die zweithöchste von vier Terrorwarnstufen („hohe Gefahr“). Selbst die US-Sicherheitsbehörde FBI hat eine „ESC Task Force“ eingerichtet für die Cyberabwehr.

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