•••• Mit Klick auf die Abspielschaltfläche wird das Video im eingebetten IFrame gestartet. Das Vorschaubild kann schon auf diesem Blog vorhanden sein, so dass erst beim Abspielen eine Verbindung mit YouTube aufgebaut wird und Daten übertragen werden. ••••
Videoandacht 323 am 23.11.2025 · Ewigkeitssonntag · Totensonntag · Friesenkapelle, Sylt
Schwestern und Brüder, Sylt ist eine Metapher für diesen besonderen Tag im Kirchenjahr, an dem viele von uns wieder schmerzhaft daran denken, von wem wir Abschied nehmen auf Erden. Heute denken wir an die Menschen, dienicht mehr unter uns sind. Menschen, die unser Leben geprägt haben mit ihrer Liebe, mit ihrer Art, ihrem Lachen, manchmal auch mit ihrer Eigenheit. Sturheit und auch ihrer Stärke. Jeder Name, an den wir denken, trägt eine Geschichte. Ein ganzes Leben mit Höhen und Tiefen, mit Licht und Schatten. Wenn wir in diesem Gottesdienst Kerzen entzünden für die Verstorbenen, ist jedes Licht ein Licht gegen das Vergessen und auch gegen die Vergänglichkeit. Denn für viele von uns sind Liebe und Geschichten, die sich mit den Namen verbinden, nicht vergangen, sondern ein lebendiger Teil von uns selbst. Die Kerzen leugnen das Dunkel nicht, aber sie erhellen es. Sie bewahren die Gesichter der Namen. Sie sind ein Zeichen dafür, dass Liebe nicht aufhört, auch da nicht, wenn ein irdisches Leben zu Ende geht. Die Worte des Psalm: „Herr lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ Sie beschreiben dieses. So singt und betet
einer, der die Endlichkeit kennt und sie annimmt. Denn das Nachdenken über den Tod ist kein düsteres Thema, sondern eine Chance, das Leben tiefer zu verstehen.
[…]
Schwestern und Brüder, der Horizont ist keine Grenze, sondern ein Übergang. Und so kann man vielleicht auch über den Tod denken, nicht als Ende, sondern als Übergang, nicht sichtbar für uns, aber eingebettet in ein größeres Licht. Darin liegt für mich ein Trost an diesem Sonntag. Wir dürfen die Verstorbenen loslassen und zugleich bewahren, was uns verbindet. Wir dürfen trauern und zugleich dankbar sein für das, was war und bleibt. Und wir dürfen lernen, das Leben bewusster zu leben, weil wir wissen, dass es kostbar ist. Ewigkeits Sonntag. Manche sagen auch Totensonntag, ein Tag des Gedenkens, ein Tag der Stille und dann auch ein Tag des Lebens. Denn jeder Gedanke an einen Menschen, der uns fehlt, ist auch ein Zeichen dafür, dass die Liebe stärker ist als der
Tod. Für mich ist das am Ende aller Worte, aller Psalmen, aller Fragen das einzige, was bleibt. Die Liebe, die wir empfangen haben, die wir weitergeben können und die uns trägt über das Ende, über die Grenze hinaus.
So sei es.
Amen.
Pastor Rainer Chinnow

